Erwerbsminderungsrente 2.000 Euro (Brutto)

von
Memo

Hallo,
ist eine Erwerbsminderungsrente von 2.000 Euro Brutto möglich?
Wie bekomme ich eine solche Rente in dieser Höhe?
Gibt es überhaupt eine solche Rentenhöhe bei der Erwerbsminderungsrente in D.
Falls ja, wieviele gibt es? Wie haben die das geschafft?
Grüße aus dem Hunsrück
Memo

von
Schade

Schauen Sie in Ihre jährliche Renteninformation, dann wissen Sie was Sie bei Erwerbsminderung erwarten können.

Und wenn Ihre Zahlen darunter liegen, müssten Sie eben mehr verdienen und künftig mehr einzahlen. Also in die Hände spucken und anpacken,.....

Ja, es gibt solche Renten von Menschen mit vielen Jahren und entsprechend guten Verdiensten und hohen eingezahlten Beiträgen.

Mehr will ich dazu nicht schreiben, ich will ja schließlich keine Neiddiskussion entfachen.

von
Ganz einfach

Ja, geht auch noch deutlich höher.
Möglichst lange arbeiten mit möglichst hohem Verdienst.

von
Rechner

Hallo Memo,

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und etwas gerechnet:

Jeder EM-Rentner wird so gestellt, als ob er mit dem Durchschnitt seines bisherigen Verdienstes bis zum Eintritt der Erwerbsminderung bis zur Regelaltersrente weiter grarbeitet hätte. Nehmen wir mal an, er hat mit knapp 16Jahren + 10 Monaten seine Lehre begonnen, Regelaltersrente ist aktuell 65Jahre 10 Monate.
Das heißt er muss in diesen 49 rechnerischen Jahren genug Punkte für die Rente erarbeiten. Hierfür ist aber zu beachten, dass bei der EM-Rente noch 10,8% abgezogen werden wegen des vorzeitigen Bezugs der Rente. Für jeden Entgeltpunkt (EP)gibt es aktuell 34,19EUR (West) bzw. 33,47EUR (Ost)

Nun muss man nur noch rückwärts rechnen:

Für 2000EUR braucht man 58,50 persönliche EP (West) bzw. 59,75EP (Ost). Diese Punkte wurden aber um 10,8% gekürzt.
Das heißt, eigentlich braucht man 65,58EP (West) bzw. 66,98 EP (Ost). Diese Punkte mussten in den 49 Jahren erarbeitet werden. Das heißt, im Westen 65,58EP/49 Jahre = 1,34EP/Jahr, im Osten 66,98EP/49Jahre = 1,37EP/Jahr.
Das heißt, der im "Westen" Arbeitende, muss das 1,34-fache des Durchschnittsverdiensts West erarbeitet haben, der der im "Osten" Arbeitende, muss das 1,37-fache des Durchschnittsverdiensts Ost erarbeitet haben. Umgerechnet auf die Durchschnittsverdienste 2022 (West = 38.901EUR, Ost = 37.333EUR), wären das also ein Jahresverdienst von 38.901EUR×1,34=52.127EUR pro Jahr (West) bzw. 37.333EUR x 1,37 = 51.146EUR pro Jahr (Ost).

Sie sehen also: 2.000EUR EM-Rente sind durchaus möglich ... wenn man nicht unterdurchschnittlich verdient UND keine größeren Lücken im Versicherungsverlauf hat.

von
Ich

Und dann gehen auch noch Steuern und Sozialversicherung ab und dann hört sich das schon gar nicht mehr so viel an.

Experten-Antwort

Liebe USer,

ich habe hier eine Reihe unsachlicher Beiträge gelöscht.

Ihr Admin

von
KFC

Zitiert von: Rechner
Hallo Memo,

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und etwas gerechnet:

Jeder EM-Rentner wird so gestellt, als ob er mit dem Durchschnitt seines bisherigen Verdienstes bis zum Eintritt der Erwerbsminderung bis zur Regelaltersrente weiter grarbeitet hätte. Nehmen wir mal an, er hat mit knapp 16Jahren + 10 Monaten seine Lehre begonnen, Regelaltersrente ist aktuell 65Jahre 10 Monate.
Das heißt er muss in diesen 49 rechnerischen Jahren genug Punkte für die Rente erarbeiten. Hierfür ist aber zu beachten, dass bei der EM-Rente noch 10,8% abgezogen werden wegen des vorzeitigen Bezugs der Rente. Für jeden Entgeltpunkt (EP)gibt es aktuell 34,19EUR (West) bzw. 33,47EUR (Ost)

Nun muss man nur noch rückwärts rechnen:

Für 2000EUR braucht man 58,50 persönliche EP (West) bzw. 59,75EP (Ost). Diese Punkte wurden aber um 10,8% gekürzt.
Das heißt, eigentlich braucht man 65,58EP (West) bzw. 66,98 EP (Ost). Diese Punkte mussten in den 49 Jahren erarbeitet werden. Das heißt, im Westen 65,58EP/49 Jahre = 1,34EP/Jahr, im Osten 66,98EP/49Jahre = 1,37EP/Jahr.
Das heißt, der im "Westen" Arbeitende, muss das 1,34-fache des Durchschnittsverdiensts West erarbeitet haben, der der im "Osten" Arbeitende, muss das 1,37-fache des Durchschnittsverdiensts Ost erarbeitet haben. Umgerechnet auf die Durchschnittsverdienste 2022 (West = 38.901EUR, Ost = 37.333EUR), wären das also ein Jahresverdienst von 38.901EUR×1,34=52.127EUR pro Jahr (West) bzw. 37.333EUR x 1,37 = 51.146EUR pro Jahr (Ost).

Sie sehen also: 2.000EUR EM-Rente sind durchaus möglich ... wenn man nicht unterdurchschnittlich verdient UND keine größeren Lücken im Versicherungsverlauf hat.

Sie haben eine Kleinigkeit vergessen,dies gilt nur für Neu Erwerbsminderungsrentner. Altfälle sind bis jetz ausgeschlossen.

von
Schade

Zitiert von: KFC

Sie haben eine Kleinigkeit vergessen,dies gilt nur für Neu Erwerbsminderungsrentner. Altfälle sind bis jetz ausgeschlossen.

Die Altfälle wissen doch wieviel EM Rente sie bekommen und es dürfte für diese Menschen nur am Rande interessant sein, wieviel sie im Arbeitsleben hätten verdienen müssen um heute 2000 Euro Rente zu haben. Ändern können die das eh nicht mehr.

Abgesehen davon gilt das was hier in der Theorie errechnet wurde auch für die Menschen , die bereits seit 5 oder 10 Jahren in Rente sind. Auch Ihre Altfälle könnten auf über 2000 € Rente kommen.

von
Memo

Vielen Dank für die Antworten, insbesondere an ‚Rechner‘.
Viele Grüße
Memo

PS: Ganz schön komplizierte Angelegenheit so eine Erwerbsminderungsrente.

von
Thomas

Also, meine EWR Rente beträgt 2380 EUR brutto. Ich habe 38 Jahre lückenlos gearbeitet und in den letzten 15 Jahren überdurchschnittlich viel verdient und mich total kaputt gemacht. Ja, finanziell ist es ok aber es war für meine Gesundheit sehr schlecht.

von
Blauerklaus

Hallo,
ich bin seit 2013 in EMR und habe trotz zurechnungszeit bis 60 und 38 Jahren Tätigkeit Netto über 1800 Euro.
Bei einer Zurechnungszeit bis 65 sollte also viel mehr möglich sein.
Gruß Blauerklaus

von
Memo

Danke für die Infos über die Rentenhöhe.
Sieht so aus als ob eine auskömmliche Erwerbsminderungsrente erst nach sehr langer Einzahlungsphase mit beträchtlichem Einkommen möglich wäre.
Viele Grüße
Memo

von
Danni

Zitiert von: Blauerklaus
Hallo,
ich bin seit 2013 in EMR und habe trotz zurechnungszeit bis 60 und 38 Jahren Tätigkeit Netto über 1800 Euro.
Bei einer Zurechnungszeit bis 65 sollte also viel mehr möglich sein.
Gruß Blauerklaus

Hallo Blauerklaus,
dann sollten Sie spätestens zum 01.07.2024 die 2.000 Netto ‚knacken‘.
Stichwort +7,5%

von
Ganz einfach

Zitiert von: Memo
Vielen Dank für die Antworten, insbesondere an ‚Rechner‘.
Viele Grüße
Memo

PS: Ganz schön komplizierte Angelegenheit so eine Erwerbsminderungsrente.

Das komplizierteste daran ist eigentlich, die EMR bewilligt zu bekommen.

von
Alois

Zitiert von: Memo
Danke für die Infos über die Rentenhöhe.
Sieht so aus als ob eine auskömmliche Erwerbsminderungsrente erst nach sehr langer Einzahlungsphase mit beträchtlichem Einkommen möglich wäre.
Viele Grüße
Memo
Was eigentlich für fast alle Rentenarten gilt. Da eine EM-Rente eigentlich eine Lohnersatzfunktion hat, ja was braucht man in D. zum leben, 800 fürs Überleben, einen Tausender zum Leben, 1500 zum gut Leben.

von
Wallo

Zitiert von: Ganz einfach
Zitiert von: Memo
Vielen Dank für die Antworten, insbesondere an ‚Rechner‘.
Viele Grüße
Memo

PS: Ganz schön komplizierte Angelegenheit so eine Erwerbsminderungsrente.

Das komplizierteste daran ist eigentlich, die EMR bewilligt zu bekommen.

Und sie zu behalten, die sind befristet.

von
Kläusing

Zitiert von: Wallo
[quote=389105][quote=389090]

Und sie zu behalten, die sind befristet.

Und selbst die Dauerrenten danach, bei denen eigentlich festgestellt wurde, dass die Erwerbsminderung nicht behoben werden konnte, sind nicht unbedingt eine sichere Bank.

Experten-Antwort

Liebe Teilnehmende am Forum,

bitte beachten Sie die Netiquette und bleiben Sie sachbezogen und respektvoll. Abwertende Bemerkungen, persönliche Angriffe oder Beleidigungen sind keine angemessene Form der Kommunikation und werden von uns konsequent entfernt.

Allen einen schönen Tag und beste Grüße
Ihr Admin

von
Der Gender

Hurra, der Gender-Gaga-Blockwart war schon wieder da.
Man könnte glatt von Zensur sprechen.
Nana..!

von
senf-dazu

Zitiert von: Memo
... Sieht so aus als ob eine auskömmliche Erwerbsminderungsrente erst nach sehr langer Einzahlungsphase mit beträchtlichem Einkommen möglich wäre. ...

Nein, eigentlich nicht.
Im Extremfall reicht ein kurzer Zeitraum mit hohem Einkommen, durch den die Zurechnugnszeit eben mit einem hohen EP-Wert berechnet wird.
Allerdings erhalten die wenigsten Berufsanfänger schon ein Gehalt in der Nähe der BBG ...

Interessante Themen

Soziales 

So gibt es nicht nur für Rentner mehr Wohngeld

Gut 700.000 Rentner dürften 2023 erstmals Anspruch auf Wohngeld haben. Wie viel Wohngeld es bei welcher Rente gibt.

Rente 

Rente und Pflege im Todesfall: Was Erben wissen müssen

Wer in Deutschland stirbt, hat zuvor zumeist Rente oder Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Für Hinterbliebene und Erben ergeben sich daraus...

Altersvorsorge 

Warum Bausparen sich wieder lohnen kann

Bausparverträge werden dank niedriger Darlehenszinsen wieder attraktiver. Richtig eingesetzt, lassen sich Tausende Euro sparen.

Rente 

Endspurt für freiwillige Rentenbeiträge

Viele Versicherte können sich zusätzliche Rentenpunkte kaufen. Wer das noch vor Ende des Jahres tut, kann dabei viel Geld sparen.

Soziales 

Heizkosten-Schock: Als Rentner jetzt Grundsicherung beantragen

Senioren, die durch Heizkosten in Not geraten, können Grundsicherung im Alter beantragen. Wie das geht.