Erwerbsminderungsrente 3h/tag arbeitsfähig! Rentenhöhe?

von
susisum

Hallo zusammen,

ich habe mein Krankengeld fast aufgebraucht, und habe einen Antrag auf volle Erwerbsminderung gestellt.
Ich bin 37, und habe Rheuma und psychische Probleme. Bin Kauffrau!

Nun hat der Med. Dienst festgestellt, dass ich 3 Stunden pro Tag arbeitsfähig bin!
Was heisst das?
Von 3 Stunden pro Tag kann ich doch nicht leben!
Wie hoch ist denn dann ca. meine Rente?
Und wie finde ich überhaupt eine Stelle wo man 3 Stunden arbeiten kann!
Bei meinem jetzigen Arbeitgeber ist das mit der 3-Stunden-Regelung nicht möglich! Es gibt auch keine andere Verwendung für mich. Also werde ich gekündigt, oder ich kündige mit Attest (damit ich keine Sperre bekomme)!

Wer kann mir nur grobe Tips geben?
Danke
susi

von
-_-

Wenn Sie unter
Upps, der hier ursprünglich verlinkte Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung! Bitte nutzen Sie unsere Forensuche.einmal lesen, wird die Sache vielleicht klarer. Wenn Sie 3 bis unter 6-stündig arbeitsfähig wären, bekämen Sie die volle Rente dennoch, weil der Arbeitsmarkt für Teilzeitbeschäftigung als verschlossen gilt. Diese sogenannte "Arbeitsmarktrente" wird immer für 3 Jahre befristet gewährt. Warten Sie jetzt erst einmal den Rentenbescheid ab. Alles Andere wäre Spekulation. Ich würde auf keinen Fall selbst kündigen. Wenn Sie nur eine befristete Rente bekommen, kann es sein, Sie bleiben im Arbeitsvertrag. Das kommt auf den Arbeits- bzw. Tarifvertrag an.

von
Corletto

Was der med. Dienst der Krankenkasse bei Ihnen an Leitungsvermögen festgestellt hat, spielt für die EM-Rentengewährung keine Rolle.

Die Rentenversicherung wird ihre eigenen Ermittlungen hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes anstellen und Sie dazu wahrscheinlich begutachten
lassen.

Was ihre event. zu erwartende EM-Rentenhöhe anbelangt, sollten Sie hier erst einmal eine Rentenkontoinformation bei ihrer Rentenversicherung anfordern.

von
-_-

"... und habe einen Antrag auf volle Erwerbsminderung gestellt."

"Was ihre event. zu erwartende EM-Rentenhöhe anbelangt, sollten Sie hier erst einmal eine Rentenkontoinformation bei ihrer Rentenversicherung anfordern."

Die Fragestellerin hat bereits einen Rentenantrag laufen und man geht normalerweise davon aus, dass Sie einen Rentenbescheid erhalten wird, aus dem die Rentenhöhe zu entnehmen ist. Eine Mitteilung über die zu erwartende Rentenhöhe (nicht "Rentenkontoinformation", sondern richtig "Rentenauskunft" oder "Renteninformation" - § 109 SGB 6 siehe http://bundesrecht.juris.de/sgb_6/__109.html ) wird während des laufenden Verfahrens daher normalerweise nicht mehr erteilt. Sie ist auch wenig sinnvoll, weil der Leistungsfall weit in der Vergangenheit liegen kann (z. B. Beginn der Au). Über die etwa zu erwartende Rentenhöhe sollte man vorher informiert gewesen sein. Die Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung erteilen eine derartige Auskunft auf Nachfrage ganz unproblematisch bereits bei der Rentenantragstellung, wenn das Versicherungskonto vollständig geklärt ist.

Allerdings nützt ihr das auch nicht viel, wenn Sie wegen des Alters erst einmal eine Reha angeboten bekommt (§ 51 SGB 5) oder nur halbe Erwerbsminderungsrente und dann davon nicht leben kann.

Die Feststellungen des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung sind fast immer "ungünstiger", als die der Rentenversicherung, weil der medizinische Dienst der KV die Beurteilung nach § 51 SGB 5 bezüglich eines Reha-Antrages vornehmen muss (Ist die Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert?), während die Rentenversicherung bei einem Rentenantrag abstrakt die Leistungsfähigkeit auf dem gesamten Arbeitsmarkt beurteilt. Voll erwerbsgemindert sind nur Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

Diese Details waren aber nicht gefragt, da ausdrücklich "grobe Tips" gewünscht wurden: "Wer kann mir nur grobe Tips geben?" Mein "grober Tip": Sie muss den Bescheid der Rentenversicherung abwarten.

von
Realist

Ob Sie überhaupt Rente bekommen werden, ist noch völlig offen!
Die Feststellungen des MDK bzgl. Ihrer ARBEITSFÄHIGKEIT beziehen sich wahrscheinlich auf Ihren jetzigen Beruf. Deshalb müssen Sie aber noch lange nicht im rentenrechtlichen Sinn ERWERBSGEMINDERT sein. Sehr wahrscheinlich ist, dass man zunächst eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme durchführen wird, bevor man Sie in Rente schickt. So einfach gibt es nämlich keine Rente!

von
Chris

In dem 1. Beitrag steht doch nicht, dass der MDK (der Krankenkasse) diese Leistungsfähigkeit festgestellt hat. Solche Feststellungen (3 Std.) werden vom MDK auch nicht gemacht, da sie für die Krankenkasse nicht relevant sind.

von
-_-

Allerdings doch! Manchmal hat man den Eindruck, die MdK-Ärzte wollen mit ihrer "unter 3 Stunden-Feststellung" schon mal vorsorglich die RV-Ärzte "überzeugen". Dabei sind die zu beurteilenden Sachverhalte verschieden. Der MdK beurteilt nicht, ob ein Rentenanspruch gegeben ist, sondern ob die Krankenkasse nach § 51 SGB 5 zur Reha-Antragstellung auffordern soll.

Experten-Antwort

Dem Beitrag von "-_-" von 0.55 Uhr wird zugestimmt.