Erwerbsminderungsrente

von
Catweazle65

Zählt eigentlich der ausgeübte Beruf mit beim Antrag auf Erwerbsminderungsrente ?

Beispiel:

Herr A und Frau B haben MS und nahezu gleiche gesundheitliche Probleme. Beide habe Ermüdungserscheinung nach 6h Arbeit sowie leichtere Fatigue und ab und an Gleichgewichtsprobleme.

Herr A ist Dachdecker und turnt auf Dächern rum um diese zu decken. Frau B ist Sekretärin in einen großen Unternehmen und hat eine überwiegend sitzende Tätigkeit.

Beide wohnen im gleichen Ort und stellen gleichzeitig einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente.

Wie würde die zuständige Stelle, die ja für beide gleich ist, im jeweiligen Fall entscheiden ?

von
Catweazle65

Ach ja... beide sind nach 1961 geboren.

von
Ben

Der jetzige Beruf spielt keine Rolle wenn sie
nach 61 geboren sind. Es geht also nur darum
ob IRGENDEINE Tätigkeit in welchem Umfang
ausgeführt werden kann. Beide müssten daher
bei absolut gleichen Beschwerden annähernd gleich behandelt werden. Das ist aber ein sehr theoretischer Fall! Letztendlich entscheidet das
ein Gutachter individuell

von
KSC

Herr A und Frau B sollen jeweils den Rentenantrag stellen und dann ihre beiden Bescheide miteinander vergleichen - dann wissen sei ob auch tatsächlich die gleiche Entscheidung getroffen wurde.

Theoretisch sollten gleiche Fälle auch gleich beurteilt werden.

von Experte/in Experten-Antwort

Die Begriffe der teilweisen Erwerbsminderung und der vollen Erwerbsminderung
sind im § 43 Abs. 1 und 2 SGB VI definiert. Bei der Feststellung der
Erwerbsminderung wird von der Leistungsfähigkeit des Einzelnen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausgegangen.
Teilweise erwerbsgemindert sind nach § 43 Abs. 1 Satz 2 SGB VI Versicherte, die wegen
Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen
Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig
zu sein.
Voll erwerbsgemindert sind nach § 43 Abs. 2 Satz 2 SGB VI Versicherte, die wegen Krankheit
oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen
des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu
sein.
In Ihrem theoretischen Beispiel würde die DRV bei beiden Anträgen zum selben Ergebnis kommen.

Gehören Sie aber zu dem Personenkreis, der vor dem 02.01.1961 geboren wurde, dann gilt für Sie eine Vertrauensschutzregelung. Sie können bei gesundheitlichen Einschränkungen allein in Ihrem bisherigen Beruf eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit bekommen.
Diese Rente wird an Versicherte bezahlt, die Ihren bisherigen qualifizierten Beruf nicht mehr oder nur noch weniger als sechs Stunden täglich ausüben können.