Erwerbsminderungsrente

von
Chris

Hallo zusammen,

ich hoffe, dass ich hier eine Antwort auf meine Frage erhalte.

Werde im April diesen Jahres 62 Jahre und bin seit langer Zeit psychisch erkrankt, nach 78 Wochen bei der KK ausgesteuert, ALG I erhalten. Von November bis Dezember 2015 in einer 5 wöchigen REHA gewesen.
Der Abschlussbericht besagt, Zitat: Aufgrund der genannten Einschränkungen sehen wir weder für die letzte Tätigkeit noch für irgendeine Tätigkeit von Wert auf dem Arbeitsmarkt aktuell u. mittelfristig eine Leistungsfähigkeit von mindestens 3 Stunden täglich und betrachten das Leistungsbild als aufgehoben. Die Pat. wurde arbeitsunfähig entlassen.
Habe Schwerbehindertenausweis auf anraten des sozialmedizinischen Dienstes beantragt und eine Erwerbsminderungsrente.
Irgendwie komme ich mit der Wortstellung im Rehabericht nicht zurecht. Soll das nun heissen, dass ich nicht mehr, auch nicht für 3 Stunden täglich, arbeiten kann, oder dass ich dem Arbeitsmarkt für mindestens 3 Std. zur Verfügung stehe?
Und wenn ich denn dem Arbeitsmarkt für mindestens 3 Stunden zur Verfügung stehe, bekomme ich trotzdem eine volle Erwerbsminderungsrente, da ich vor 1961 geboren bin?
Es wär nett, bekäme ich hier eine Antwort, denn ich hab schlaflose Nächte, da ich hierüber ständig grüble.

von
Cassandra

Sie müssen sich keine Sorgen machen.
Die Formulierung bedeutet, dass Sie noch nicht einmal mind.3 Std./tgl. arbeiten können, was bedeutet, dass Sie voll erwerbsgemindert sind.

von
Schorsch

Zitiert von: Cassandra

Sie müssen sich keine Sorgen machen.
Die Formulierung bedeutet, dass Sie noch nicht einmal mind.3 Std./tgl. arbeiten können, was bedeutet, dass Sie voll erwerbsgemindert sind.

Das meinen zumindest die Reha-Ärzte.
Ob die DRV-Ärzte das auch so sehen, muss abgewartet werden.

von
Chris

Ok, dann danke ich für die superschnelle Antwort :-)

Experten-Antwort

Die Aussage im Entlassungsbericht, dass Sie weder in Ihrer letzten Tätigkeit noch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einer Tätigkeit von wenigstens 3 Stunden täglich nachgehen können, bedeutet, dass Sie – zumindest aus Sicht der Reha-Ärzte – voll erwerbsgemindert sind.

Nach Eingang des Entlassungsberichts bei Ihrem Rentenversicherungsträger müsste dieser in die Prüfung einsteigen, ob auch von dort die Beurteilung/Einschätzung des Leistungsvermögens der Reha-Ärzte mitgetragen wird und Sie (voll) erwerbsgemindert sind.
Sofern ein (Rest-)Leistungsvermögen von drei bis unter sechs Stunden auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt festgestellt wird, käme auch dann eine volle Erwerbsminderungsrente in Betracht, wenn Sie keinen geeigneten Teilzeitarbeitsplatz innehaben bzw. nicht auf einen solchen vermittelt werden können.
Für den Fall, dass Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sechs Stunden und mehr tätig sein können, in Ihrem letzten Beruf aber nur noch unter sechs Stunden, käme eine teilweise Erwerbsminderungsrente bei Berufsunfähigkeit in Betracht. Für die Tätigkeit in Ihrem letzten Beruf könnte dann der so genannte Berufsschutz gelten.

Letztendlich kann Ihnen hier im Forum keiner eine individuelle Auskunft geben, nur theoretisch betrachtet. Hier müssen Sie die Entscheidung Ihres Rentenversicherungsträgers abwarten.