Erwerbsminderungsrente

von
Schneewittchen

Sehr geehrtes Expertenteam,
ich möchte gerne wissen, warum ein Erwerbsminderungsantrag so lange in Bearbeitung ist! Antragstellung Juli 08, Widerspruch Nov.08. Bearbeitung zuerst bei Sachbearbeiter X, mit Gutachterterminen im Mai und Juli 09, immer wieder bei tel. Nachfrage, 14 Tage später anrufen, etc... Dann bei Sachbearbeiter Y, hier war es dann notwendig, nochmals anzugeben, was eigentlich alles schon geklärt war, außer IBAN/BIC. Nun bekam ich seit Anfang Nov09, wieder diese 14 Tage genannt. Nachdem ich verständlicherweise etwas ärgerlich reagiert, versprach mir Y, hier jetzt eine Email mit dringlich an den Arzt?? zu machen. Hatte die letzten Monate gehört, Antrag wäre beim Widerspruchsausschuss??? Y bat mich, doch bis spätestens 18.12.09 nochmals anzurufen, dann könnte mir bestimmt eine vorl. Entscheidung mitgeteilt werden. Nun anzurufen brauchte ich nicht, da am 17.12.09 wieder ein weiterer Arztbericht von meinem Schmerztherapeuten gewünscht wurde. Ein solcher Bericht wurde schon einmal Anfang des Jahres angfordert!!!??? Ich weiß nicht, was ich von so seiner Bearbeitung halten soll. Ggf. wird erwartet, dass ich aufgebe?
Können Sie mir ggf. eine Antwort für dieses lange Procedere geben.
Vielen Dank.
mfg. Schneewittchen

von
dirk

Sie sind eben nicht die Einzige, die Rente beantragt hat. Ein Widerspruchs-/Klageverfahren kann ohne weiteres mehrere Jahre dauern, das ist völlig normal!

Experten-Antwort

Nur um es der vollständigkeithalber festzuhalten: Der Antrag ist bereits beschieden worden. Insofern ist Ihr Erwerbsminderungsantrag nicht mehr in Bearbeitung. Was sich aufgrund des von Ihnen dargestellten Sachverhaltes in die Länge zieht, ist die Bearbeitung Ihres Widerspruches. Im Widerspruchsverfahren wird daher eine erneute Prüfung veranlaßt, was sich auch dadurch hinziehen kann, da insbesondere die med. Voraussetzungen geprüft werden und somit umfangreiche, dahingehende Ermittlungen notwendig sind. Zwischenzeitlich müssen dann die Ärzte des Rentenversicherungsträgers zwecks einer sozialmedizinischen Beurteilung der vorliegenden Unterlagen eingeschaltet werden, die dann manchmal aufgrund der vorgelegten Unterlagen wiederum eine weitere Prüfung/Einholung von weiteren Unterlagen für notwendig erachten. Hinzu kommt noch, dass nicht der Widerspruchssachbearbeiter über Ihren Widerspruch entscheiden wird, sondern die Mitglieder des Widerspruchsausschusses, dessen Sitzungen zwar regelmäßig aber auch nicht täglich stattfinden. So kann es sogar auch dann noch vorkommen, dass die Widerspruchsausschuss-mitglieder (Vertreter der Arbeitgber und der Versicherten, also somit die Beitragszahler der RV), die ansonsten mit der Sachbearbeitung des Widerspruches nichts zu tun haben, eine weitere Prüfung (dies läßt sich aus Ihren Schilderung vermuten) wünschen.
Dies soll keine Entschuldigung sein, sondern nur ein wenig den Verfahrensablauf etwas näher bringen.
Im Grunde haben Sie es, wie beschrieben, richtig gemacht, indem Sie regelmäßig nach dem Stand fragen.

von
Hannes

Antrag Juli 08 und ablehnender Bescheid dann im Nov. 08 ist doch von der Zeitspanne her völlig normal.

Und wie der Experte richtigerweise sagte, ist damit der eigentliche Antrag auch für die RV jedenfalls bearbeitet und erledigt.

Das Sie dann Widerspruch einlegen ist natürlich eine andere Sache und aus Sicht der RV dann ein neues bzw. erweitertes Verfahren.

Das sich allerdings das Widerspruchsverfahren jetzt seit Nov. 08 - also über 1 Jahr - jetzt hinzieht ist
sicher nicht normal und sollte absolut hinterfragt werden !

Alleine schon der Zeitverlust vom Widerspruch Nov. 08 bis
zur nächsten Begutachtung erst im Mai / Juni 09 ist überhaupt nicht nachvollziehbar.

Das jetzt noch einmal vom selben Arzt ein Befundbericht angefordert wird ist nicht so ungewöhnlich, da der 1. Bericht vom Jan. 09 ja nun auch schon wieder fast 1 Jahr alt und somit nicht mehr aktuell ist.

Sie sollten morgen dem Sachbearbeiter folgende Fragen stellen und auf konkrete Antworten bestehen :

Befindet sich das Verfahren /die Akte bereits im Widerspruchsausschuss ?

Wenn ja, wann genau
( an welchem Tag ) tagt der
für Sie und ihren Antrag zuständige Ausschuss ?

Wenn nein, wo befindet sich dann derzeit ihre Akte genau ?

noch beim med. Dienst, in der Juristischen Abteilung, beim Sachbearbeiter oder wo sonst im Hause der RV und was ist dort jetzt als nächster Schritt geplant?

Verlangen Sie dann den zuständigen Mitarbeiter dieser Abtl. sofort zu sprechen !!

Wenn Sie auf diese Fragen dann konkrete Antworten haben, wissen Sie schon erheblich mehr.

Und lassen Sie sich nicht vom Sachbearbeiter abwimmeln .

Verlangen Sie sonst seinen Vorgesetzten - jeder hat einen Chef !!

Wenn Hänschen keine Antwort gibt oder weiß, muss man halt mit Hans sprechen.....

Wenn Sie verstehen was ich damit meine.

von
Schneewittchen

An Hannes einen lieben Dank für die konkrete Beantwortung Auch für den Fragenkatalog für die Sachbearbeiter. Werde morgen früh gleich anrufen. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich seid Juli 2009 ein bisschen irritiert werden soll, um ggf. aufzugeben.
Wurde im Dez.2006, auf den 31.07.2007 nach 33 Jahren, wegen der langen Fehlzeiten(Krankheit) seit 2004, gekündigt.
An alle Experten danke für die Beantwortung und ein schönes, geruhsames und stressfreies Weihnachten
Schneewittchen

von
Lena

Guten Tag,

meine Frage wäre,
wenn alle ärztlichen Gutachten vorliegen,
wie ist dann der weitere Weg. Entscheiden
jetzt nochmals Ärzte der DRV und werden auch
Juristen befragt.
Danke für eine Antwort