Erwerbsminderungsrente auf Zeit / auf Dauer

von
uninformierter

Hallo,
bin irgendwie irritiert zwischen der EM auf Zeit und der auf Dauer.
Was für ein tatsächlicher Unterschied ist das?
Habe nämlich gelesen, dass in beiden Fällen ständige Nachprüfungen erfolgen; bei der EM auf Zeit sogar nur alle drei Jahre, bei der EM auf Dauer alle 1 - 2 Jahre.
Was für einen Vorteil hat die EM auf Dauer???

Mit Gruß
Ubi

von
Elisabeth

Bei der Zeit-Eu Rente musst der Betroffene 4 Monate vor Zeitablauf einen Verlängerungsantrag stellen. Bei dauerhafte Rente Prüft die DRV in gewissen Zeitabständen, ob die Voraussetzungen noch vorliegen. Ob der Zeitrentner oder dauerhafte eu-Rentner besser dar steht (höheren Vertrauensschutz genießt), kann ich nicht sagen.

von
hallihallohallölle

Hallo,
also ich bekomme seit 1999 eine Erwerbsunfähigkeitrente. Erst 6 Jahre auf Zeit, dann auf Dauer.
Ich hatte in Abständen von 1-3 Jahren immer wieder erneute Überprüfungen durch einen ärztlichen Gutachter.
Aber seit ich auf Dauer berentet bin, habe ich keine Gutachten mehr gehabt!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei einer Erwersbminderungsrente anders ist.
Als einen Vorteil sehe ich eine Dauerrente, dass man sich nicht immer wieder und ständig erneuten Gutachten aussetzen muss- was durchaus sehr anstrengend sein kann.

Gruß
hallihallohallölle

von
W*lfgang

Zitiert von: Elisabeth

Bei der Zeit-Eu Rente musst der Betroffene 4 Monate vor Zeitablauf einen Verlängerungsantrag stellen.

Inzwischen ist es wohl so (davon ab, sollte der Weiterzahlungsantrag durchaus 6 Monate vorher gestellt werden), dass die Rententräger bis zu 6 Monate vor Ablauf die Versicherten benachrichtigen/auffordern, im Rahmen eines Weiterzahlungsantrages neue med. Unterlagen vorzulegen - auch wenn erkennbar nach/innerhalb dieser Frist eine Altersrente beginnen könnte - und der med. 'Quatsch' sich damit erledigen würde.

Hatte ein paar entsprechende Anrufe in den letzten Tagen (muss ich jetzt von meinen Arzt Unterlagen holen?) - wo wir/die Versicherten schon im Vorfeld den Weg zur Altersrente abgesprochen hatten, um dem med. Gedöns aus dem Weg zu gehen - geschicktes Timing, wenn 'ne Altersrente möglich ist und in dem Anschreiben dafür kein Hinweis ist ;-)

Gruß
w.

von
matt

Beitrag von Johannes, 28.03.2010, 16:28 Uhr
Grundsätzlich kann natürlich auch eine Dauerrente wieder entzogen werden.
Das hat mit dem Alter erstmal gar nichts zu tun, sondern nur damit ob die gesundheitlichen Voraussetzungen zum Bezug einer EM-Rente noch vorliegen oder eben nicht !
Liegen diese weiter vor, wird auch die Rente nicht entzogen - egal ob man 25 oder 60 Jahre alt ist.
In der Praxis werden Dauerrenten in regelmässigen oder auch unregelmässigen Abständen , oder auch gar nicht mehr überprüft
- je nach med. gelagertem Einzelfall und - vor allem -auch der Verfahrensweise des einzelnen regionalem Rententrägers .
Die DRV Bund , Berlin handelt anders als die z.b. die ehemalige LVA, Münster .
Lt. interner Anweisung überprüft die DRV Bund, Berlin z.b. alle 2 Jahre
regelmässig auch Dauerrenten ( bei mir gerade so geschehen )
Dies geschieht erstmal nur anhand eines Fragebogens
der auszufüllen ist.
Die RV holt dann - eventuell noch und wenn die gemachten Angaben des EM-Rentners zweifelhaft / fragwürdig sind und eine Entscheidungn nicht zulassen - von dem oder den behandelnden Ärzten einen aktuellen Befundbericht ein und entscheidet dann , was weiter geschieht
( also ob die Rente weiter läuft oder einen Rentenentziehungsverfahren eingeleitet wird )
Beim Entziehungsverfahren einer Dauerrente ist allerdings ( im Gegensdatz zu den befristeteten EM-Renten ) die RV in der Beweispflicht und nicht der EM-Rentner.
die RV muss beweisen , das Sie wieder erwerbsfähig sind und nicht Sie.
Und das ist nicht so einfach...
Das ist ein oder der entscheidende Vorteil einer Dauerrente gegenüber einer nur befristeten EM-Rente !
In der Regel kann man aber sicher sagen, das Dauerrenten - bei gleichbleibender Erkrankung -
bis zur Regelaltersgrenze auch gezahlt werden.
Entziehungen einer Dauerrente sind sehr sehr selten , aber eben auch im Einzelfall und bei völliger Genesung schon mal möglich.
In einem Widerspruchs - sowie Klageverfahren vor dem Sozialgericht, müsste übrigens die EM-Rente auch erstmal weiter gezahlt werden und zwar bis zur rechtskräftigen Entscheidung.
und das kann Jahre dauern...
Auch dies ist natürlich ein großer Vorteil der Dauerrente.

von
uninformierter

Danke für die umfassende Auskunft. Das sich etwas am Gesundheitszustand geändert hat muss letztlich doch der Rentner nachweisen. Es werden immer wieder Befundberichte angefordert, Gutachten eingeholt usw. Also muss der Dauerrenter wie der Zeitrentner immer den Nachweis erbringen und sich der Tortur ständiger Arzt- und Gutachternachfragen und Untersuchungen stellen.
Der Dauerrenter sogar alle 2 Jahre, der Zeitrentner alle 3 Jahre.
Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich für meine dauerhaft erkrankte Frau keine Dauerrente beantragt.

von
Schade

Also das ist totaler Blödsinn zu behaupten Dauerrentner würden alle 2 Jahre oder sogar alle 1-2 Jahre begutachtet oder kontrolliert.

Die meisten Dauerrentner leben "unkontrolliert" in Frieden - wenn das bei Ihrer Frau anders ist, ist sie sicher ein "medizinisch besonders zu beurteilender Sonderfall" oder arbeitet neben der Rente im Grenzbereich, so dass eine regelmäßige Kontrolle angezeigt zu sein scheint.

Oder Sie übertreiben maßlos.....

von
unwissender

Also ist das von Matt beschriebene Verfahren und die vom ihm zitierte Dienstanweisung der DRV Bund auf den Fingern gezogen??

Vorliegend befindet sich meine Frau auf Grund einer angeborenen Erkrankung in einem nicht mehr besserungsfähigen Zustand.

Was ist daran übertrieben? EInem einfachen Menschen drängt sich halt die Frage auf, was für ein Unterschied zwischen Dauer und Zeitrente sein soll, wenn die Dauerrenter alle 2 Jahre, die Zeitrenter alle 3 Jahre überprüft werden.
Und wer googelt stellt fest, das dies vielen ebenso geht.
Sind wir alles Einzelfälle??

von
-

Im Grunde werden Zeitrenten nicht regelmäßig überprüft. Zum Einen wird eine Zeitrente nicht automatisch immer für 3 Jahre gewährt, sondern je nach Prognose des Arztes/Gutachters bis zu einer möglichen Besserung des Gesundheitszustandes. Zum Anderen fällt die Rente nach Ablauf der Zeit einfach weg wenn keine Verlängerung beantragt wird.
Zum Verfahren der DRV Bund bei Dauerrenten kann ich auch nur Erfahrungswerte aus der täglichen Beratungspraxis geben, da ich bei einem Regionalträger beschäftigt bin. Meines Wissens schickt die DRV Bund einen Fragebogen an den EM Rentner in welchem er angeben muß, ob sich sein Gesundheitszustand geändert hat oder ob er eine Beschäftigung/Tätigkeit aufgenommen hat. Sofern in diesem Fragebogen keine wesentlichen Änderungen angegeben werden und auch aus der Akte keine medizinische Notwendigkeit für eine erneute ärztliche Überprüfung hervorgehen unterbleibt diese meines Wissens auch. Wenn ein ständiger Überprüfungsbedarf laut Gutachten bestünde, wäre dies ja ein Grund für eine Zeitrente gewesen und man hätte eigentlich keine Dauerrente bewilligt.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 09.07.2010, 07:48 Uhr]

von
Brigitte

Das ungerechte ist ja, daß frühpensionierte Beamte überhaupt nicht mehr überprüft werden.....

von
achja?

Zitiert von: Brigitte

Das ungerechte ist ja, daß frühpensionierte Beamte überhaupt nicht mehr überprüft werden.....

Dass Stammtischparolen immer noch als ultimative Wahrheit gesehen werden... und immer schön drauf auf die Beamten.

Ich hab ja auch mal an der Supermarktkasse von den Leuten vor mir gehört, dass Beamte keine Steuern zahlen, die Gehaltsabrechnung schaut leider ganz anders aus.

von
bm3

Zitiert von: Brigitte

Das ungerechte ist ja, daß frühpensionierte Beamte überhaupt nicht mehr überprüft werden.....

Nun, jedenfalls bei Bundesbeamten obliegt dem Dienstherrn der frühpensionierten Beamten nach §46 BBG die gesetzliche Plicht sie in regelmäßigen Abständen auf die mögliche Wiederherstellung ihrer Dienstfähigkeit zu überprüfen. Der Abstand der Überprüfungen ist vom Dienstherrn zu bestimmen und beträgt gewöhnlich 2-3 Jahre.