Erwerbsminderungsrente auf Zeit, wann verlängern

von
darkangel

Hallo, ich habe eine befristete Erwerbsminderungsrente. Diese wollte ich nun verlängern. Meine Fragen:
1. Wieviele Wochen bzw. Monate vorher muss ich einen Antrag stellen?
2. Wo bekomme ich die Antragsunterlagen?
Besten Dank

von
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Die RV-Träger verschicken zwischen 3 und 5 Monaten vor Wegfall der Zeitrente ein Schreiben an den Vers. mit Antrag auf Weitergewährung und Befundbericht für den Arzt.

Sie können dieses Schreiben abwarten oder auch einen FORMLOSEN Weitergewährungsantrag an die DRV senden (mit dem Text: "Hiermit beantrage ich die Weitergewährung meiner bis XX gewährten Rente." In diesem Fall sollte auf jeden Fall auch der behandelnde Arzt angegeben werden. ODER Sie fügen gleich ein ärztliches Attest bei.

Der Antrag sollte frühestens 5 Monate und spätestens 3 Monate vor Wegfall der Rente gestellt werden.

von
Kämpfer

Oder im Internet dass Formular 120 beim Rententräger herrunterladen, ausfüllen und ab zur Rentenkasse senden.

6Monate vor Ablauf der gewährten Rente geht auch :-)

von
Galwien

Der Vollständigkeit halber: das Formblatt R 120.

Ohne ihr Mittun wird der Rentenversicherungsträger gar nichts machen. Sie erhalten vor dem Wegfall der Zeitrente eine Art Erinnerungsschreiben in dem sinngemäß drinsteht "lieber Versicherter, deine Rente fällt mit Ablauf des Monats xyz weg. Wenn du die Rente weiter haben willst, dann stell einen Antrag". Wenn Sie dann nichts machen, fällt die Rente ohne viel Gedöns weg. Es ist daher wichtig einen Antrag auf Weitergewährung zu stellen. Der Rentenversicherungsträger rät grundsätzlich, ca 3 Monate vor Wegfall einen Antrag zu stellen. Wenn sie den Antrag 4 Monate vor Wegfall stellen ist auch nicht schlimm. Allerdings würd ich allzu viel früher keinen Antrag stellen, da ja der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der möglichen Weitergewährung beurteilt werden soll und nicht der Gesundheitszustand lange Zeit davor.

Grundsätzlich würd ich sagen, daß sofern in dem formlosen Antrag alle Daten aufgeführt werden, die in diesem Vordruck abgefragt werden, sollte der Rentenversicherungsträger kein Problem haben, daß die Rente nicht formgerecht beantragt wurde. Wenn die Angaben nicht ausreichen ("ich beantrage die Weitergewährung der Rente" zähle ich da mit dazu) werden Sie umgehend eine Aufforderung zu einem formgerechten Antrag erhalten und die Sache zögert sich heraus.

von
darkangel

Vielen Dank für die Antworten. Noch eine Frage: Muss ich damit rechnen, erneut zu einem Gutachter geschickt zu werden?

von
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Damit rechnen müssen Sie schon. Ob Sie dann aber tatsächlich nochmal ärztlich begutachtet werden oder ob die ärztl. Unterlagen ausreichen, kann Ihnen niemand hier im Forum sagen.

Es ist aber auf jeden Fall sinnvoll, sofern Sie von mehreren Ärzten behandelt werden, auch von jedem Arzt einen aktuellen Befundbericht an die DRV zu senden. Das erspart doch erfahrungsgemäß vielen Rentnern eine nochmalige ärztliche Begutachtung.

von Experte/in Experten-Antwort

Dem Beitrag von „Galwien“ wird zugestimmt. Insbesondere das Verwenden von Vordrucken soll dem Versicherten einen möglichst einfachen Zugang zu den Sozialleistungen eröffnen. Bei der Vorschrift des § 60 Abs. 2 SGB I handelt es sich zwar nur um eine „Soll-Vorschrift“, die Beantwortung der darin gestellten Fragen kann der Berechtigte nur verweigern, wenn sie über die in § 60Abs. 1 SGB I genannten leistungserheblichen Tatsachen hinausgehen. In der täglichen Praxis macht es also wenig sind, Formblätter nicht zu benutzen, denn dann müsste der formlose Antrag bereits alle Antworten auf die im Formblatt gestellten Fragen enthalten. Also, warum dann nicht wie bereits mehrfach vorgeschlagen gleich den Vordruck benutzen?

von
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Zitiert von:

Dem Beitrag von „Galwien“ wird zugestimmt. Insbesondere das Verwenden von Vordrucken soll dem Versicherten einen möglichst einfachen Zugang zu den Sozialleistungen eröffnen. Bei der Vorschrift des § 60 Abs. 2 SGB I handelt es sich zwar nur um eine „Soll-Vorschrift“, die Beantwortung der darin gestellten Fragen kann der Berechtigte nur verweigern, wenn sie über die in § 60Abs. 1 SGB I genannten leistungserheblichen Tatsachen hinausgehen. In der täglichen Praxis macht es also wenig sind, Formblätter nicht zu benutzen, denn dann müsste der formlose Antrag bereits alle Antworten auf die im Formblatt gestellten Fragen enthalten. Also, warum dann nicht wie bereits mehrfach vorgeschlagen gleich den Vordruck benutzen?

Weil erfahrungsgemäß viele Rentner schon mit der Beantwortung der Fragen in diesem relativ "kurzen" Weitergew.Antrag Schwierigkeiten haben. Und das, OBWOHL die Fragen eigentlich nicht schwierig sind!! Das Meiste ist doch aus den Akten ersichtlich. Und wenn der SB bei Eingang eines formlosen Antrags noch etwas fehlt, kann man dies oftmals schnell und unbürokratisch telefonisch klären. Auch umgekehrt (von DRV zum Rentner) war das Telefon oder der E-Mailkontakt schon oft sehr hilfreich. ;-))

von
Cassandra

Der Formantrag wird sehr wohl benötigt/verlangt, wegen der aktuellen Entbindung von der Schweigepflicht. Ohne die kann der RV-Träger nicht tätig werden.

von Experte/in Experten-Antwort

Es verbleibt bei unserer vor kurzem gegebenen Antwort. Dieser ist nichts neues mehr hinzuzufügen.

von
Krämers

Wer beim Ausfüllen des Verlängerungsantrages Probleme hat oder einfach nur auf Nummer sicher gehen will, sollte den Antrag bei seiner Stadtverwaltung/Gemeindeverwaltung ausfüllen lassen.

Hier zu empfhelen einfach einen " formlosen Verlängerungsantrag " zu stellen wo dann Rückfragen/Probleme vorprogrammiert sind , finde ich - um es vorsichtig zu sagen - nicht sehr hilfreich.

Außerdem sollte man den Antrag nicht erst 3-4 Monate vor dem Ablauf der Befristung der EM-Rente stellen , sondern schon 5-6 Monate vorher. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, das selbst diese Zeit in manchen Fällen unter Umständen sogar nicht ausreicht. Aber früher als 6 Monate den Antrag zu stellen ist natürlich auch wiederum nicht angezeigt.

Und ob Sie noch einmal begutachtet werden wird erst bei der Prüfung ihres Antrages entschieden. Insofern kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie dem Antrag gleich aussagekräftige Berichte/Atteste ihre Ärzte beifügen. Dies könnte Sie dann vor einer erneuten Begutachtung bewahren. Aber letztlich entscheidet dies der med. Dienst der RV.

von
Elisabeth

Ich kann die Antragstellung über die Servicestelle auch nur empfehlen. Die füllen den Antrag in 5 min (Vordruck ist bei denen im Computer) aus und geben die Kopie als Antragsbestätigung gleich mit nach hause.

von
darkangel

Vielen Dank für die Antworten. Eine Frage hätte ich noch:

Gibt es auch einen Vordruck, den ich meinen behandelnden Ärzten zum Ausfüllen geben kann.? Oder reichen ärztliche Atteste? Ich hatte keinen gefunden.

Besten Dank

von
Krämers

Die Rentenversicherung bittet den Arzt um Ausfüllen des Befundberichtsformulares R3214. Nur dieses Formular enthält ensprechende Fragen speziell zur Erwerbsminderrung. Ein normales Attest / Bericht ihres Arztztes reicht in der Regel nicht aus, weil darin meist nicht alle soziall-medizinischen Fragestellungen beantwortet werden.

Das Formular können auch Sie sich hier downloaden und ihrem Arzt zum Ausfüllen übergeben.

http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/DRVB/de/Inhalt/Formulare_Publikationen/Formulare/Aerzte/R3214.html?nn=38554

Ob er dies natürlich auch macht und was das dann kostet steht auf einem anderen Blatt. Schickt ihm die RV dies Formular direkt zu, kann er so ca. 25,20 Euro dafür bei er RV abrechnen. Was er ihnen privat dann dafür "abknöpft " steht auf einem anderen Blatt...

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