Erwerbsminderungsrente bei zu wenig Beitragsjahren möglich?

von
Friedhelm Wießner

Hallo und guten Tag,

ich bitte zunächst um Nachsicht, wenn ein Fall wie der meinige bereits behandelt wurde aber ich konnte selbst nach längerem Stöbern nichts vergleichbares finden.
Ich bin 1955 geboren, habe nach meiner Lehrzeit von 1971-1975 noch einige Jahre in meinem Beruf gearbeitet und danach nur noch ein paar mal sporadisch. Erst seit 2007 arbeite ich wieder permanent Versicherungspflichtig. Ich komme somit auf viel zuwenig Beitragsjahre, um eine Erwerbsminderungsrente, geschweige denn vorzeitige Rente mit 63 beanspruchen zu können. Mein Gesundheitszustand lässt es aber sehr unwahrscheinlich aussehen, dass ich bis zur Altersrente durchhalten kann und die Intervalle zwischen den Zeiten der Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsfähigkeit werden immer kürzer. Gibt es überhaupt ein Modell, dass mir eine halbwegs zumutbare Rente zugute kommen lassen würde oder falle ich unvermeidlich ins soziale Netz?
Gruß aus der Vulkaneifel

von
Klugpuper

Wenn Sie seit gut neun Jahren versicherungspflichtig arbeiten, dann sollten die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen das geringste Problem darstellen.

Vielleicht sollten Sie eine aktuelle Rentenauskunft anfordern, dann sollte sich ein klareres Bild ergeben.

von
Kahla

Hallo,

ich schließe mich Klugpuper an. Fordern Sie eine aktuelle Rentenauskunft an. Im Detail sehen Sie dann ob Sie Anspruch auf eine EMR haben, wann genau Sie in Rente gehen können und wie hoch etwa die Rente ausfällt.

Mfg

von
Forumswächter

Zitiert von: Friedhelm Wießner

---habe nach meiner Lehrzeit von 1971-1975 noch einige Jahre in meinem Beruf gearbeitet und danach nur noch ein paar mal sporadisch. Erst seit 2007 arbeite ich wieder permanent Versicherungspflichtig.
.....
Gibt es überhaupt ein Modell, dass mir eine halbwegs zumutbare Rente zugute kommen lassen würde oder falle ich unvermeidlich ins soziale Netz?

Wenn Ihr einziges Einkommen die Rente sein wird, kann man mit diesen Beitragsjahren realistisch gesehen nicht erwarten eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erhalten.
Wenn Sie seit 2007 wieder arbeiten, werden sie doch auch in den letzten Jahren Renteninformationen/Rentenauskünfte erhalten haben, aus denen die zu erwartende Rentenhöhe ersichtlich ist.

Wie gesagt: Nur wenn Sie von der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung leben müssten.
Aber Sie werden ja sicherlich in der Zeit von 1975 bis 2007 - immerhin gute 30 Jahre - sich um alternative Alterssicherungen gekümmert haben, sodass dieser Fall des "Falls ins soziale Netz" erst gar nicht eintritt.

von
Friedhelm Wießner

Zunächst einmal vielen Dank für die doch recht prompten Stellungnahmen. Aus dem mir zugegangenen letzten Rentenbescheid geht in der Tat hervor, inwieweit und in welcher Höhe mir eine Rente wegen Erwerbsminderung zustünde. Fakt ist jedoch, dass es mir sehr schwer fallen würde, von meiner ohnehin recht gering ausfallenden Altersrente noch Abschläge hinnehmen zu müssen. Das für diese Situation die Solidargemeinschaft nicht verantwortlich gemacht werden kann, ist mir natürlich auch klar. Leider habe ich auch nur in sehr beschränkten Maße Rücklagen in meiner nicht beitragspflichtigen Zeit bilden können.
Ich denke, es wird erst einmal am sinnvollsten sein, abzuwarten, inwieweit eine höchstwahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft zu erwartende Beurteilung durch den medizinischen Dienst ausfallen wird. Es könnte ja sogar, wenngleich sehr theoretisch, der Fall eintreten, dass ich in einem anderen, zumutbaren Beruf eine Anstellung finde, um somit die Zeit bis zum Erreichen der Altersrente in einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung verbringen kann.
Noch einmal vielen Dank für Ihre schnellen Stellungnahmen.

Gruß aus der Vulkaneifel

von
KSC

Sie werden abwarten müssen. Wenn Sie bis zum Regelalter noch weiterarbeiten wird die Rente natürlich besser als es die EM Rente wäre - aber das hat man gesundheitlich nicht immer in der Hand.

Mit 62 ist es einfach zu spät wenn man dann erst aufwacht und merkt wie mickrig die Rente ist.
Aber mehr sagen als "selbst dafür verantwortlich" kann man auch nicht, da Sie sich jahrzehntelang wohl so gar nicht um eine Absicherung gekümmert haben und wohl auch kaum was angespart haben, wird da nichts mehr zu retten sein. Das weiß man aber auch nicht erst seit heute!

Ne reiche Witwe wäre noch ein prima Tipp......

von
Friedhelm Wießner

Nur um das zum Abschluss zu bringen: Also, dass die Rente nicht sehr hoch ausfallen würde ist mir schon seit längerem durchaus bewusst und damit habe ich mich auch arrangieren können. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich überhaupt nicht für das Alter vorgesorgt hätte; lediglich offensichtlich nicht ausreichend. Allein die Tatsache, das mein Gesundheitszustand eine Berufsausübung bis zur Altersrente höchstwahrscheinlich nicht zulassen wird ist relativ neu und ließ die Frage der EMR erst aufkommen. Na ja, und das mit der reichen Witwe kann ich mir ja noch mit meiner Gattin ausdiskutieren ;-)

Experten-Antwort

Hallo, Friedhelm,

eine Rente wegen Erwerbsminderung wird geleistet, wenn die medizinischen Voraussetzungen gegeben sind und in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge geleistet wurden.