Erwerbsminderungsrente für Versorbenen beantragen?

von
Talisman

Hallo,

ich hätte da ein wichtiges Anliegen, evtl. kann mir da jemand einen ersten Ansatz geben. Und zwar ist kürzlich meine Schwester verstorben aufgrund einer schweren Krankheit. Sie hatte nicht gearbeitet, da sie nach ihrer Schulausbildung gestorben ist. Damals wurde ihr gesagt, dass sie keine Leistungen beanspruchen kann, da sie noch Zu Hause wohnt und unterhaltsberechtigt ist und eben nicht gearbeitet hat. Dabei blieb es dann auch. Nun habe ich zufällig mitbekommen, dass man bereits bei einmaligem Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung (sie erhielt Halbwaisenrente) Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hätte. Einen Antrag hatte sie nicht gestellt. Kann man als Erbe so einen Antrag noch stellen? Geht das, das man rückwirkend etwas bewirken kann oder müsste man das gerichtlich aushandeln? Vielleicht kennt sich da jemand zufällig mit aus.

Vielen Dank!

von
007

Zitiert von: Talisman

Hallo,

ich hätte da ein wichtiges Anliegen, evtl. kann mir da jemand einen ersten Ansatz geben. Und zwar ist kürzlich meine Schwester verstorben aufgrund einer schweren Krankheit. Sie hatte nicht gearbeitet, da sie nach ihrer Schulausbildung gestorben ist. Damals wurde ihr gesagt, dass sie keine Leistungen beanspruchen kann, da sie noch Zu Hause wohnt und unterhaltsberechtigt ist und eben nicht gearbeitet hat. Dabei blieb es dann auch. Nun habe ich zufällig mitbekommen, dass man bereits bei einmaligem Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung (sie erhielt Halbwaisenrente) Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hätte. Einen Antrag hatte sie nicht gestellt. Kann man als Erbe so einen Antrag noch stellen? Geht das, das man rückwirkend etwas bewirken kann oder müsste man das gerichtlich aushandeln? Vielleicht kennt sich da jemand zufällig mit aus.

Vielen Dank!

Wenn sie verstorben ist,kann sie nicht Erwerbsgemindert sein im Sinne des Gesetzes.
Der Fall ist damit für die DRV abgeschlossen.

von
W*lfgang

Hallo Talisman,

neben der Erbfolge gibt es in der Sozialversicherung zusätzlich die so genannte Sonderrechtsnachfolge - beides setzt aber einen bereits wirksam gestellten Antrag voraus, damit Erb- oder Sonderrechtsnachfolger in das Verfahren eintreten können/es fortführen können. Aber, auch damit verbundenen Pflichten gehen auf diese Personen über (Rückzahlungen).

So wie Sie es schildern, fehlten Ihrer Schwester leider die Grundvoraussetzungen für einen etwaigen eigenen Rentenanspruch - die Halbwaisenrente ist ein abgeleiteter Anspruch von verstorbenen Elternteilen und führt nicht zu eigenen Beitragszeiten.

Sorry, ich kann Ihnen leider keine günstigere Antwort (das mit Gericht lassen Sie besser, wenn Sie einen Anwalt damit beauftragen, freut der sich über schnell verdientes Geld), die Rechtslage ist hier eindeutig. Ggf. müssen Sie als Erbe sogar damit rechnen, dass eine möglicherweise über den Tod Ihrer Schwester zu lang gezahlte Waisenernte von Ihnen zurückgefordert wird. Ich hoffe, die wurde rechtzeitig eingestellt.

Gruß
w.

von
W*lfgang

>Wenn sie verstorben ist,kann sie nicht Erwerbsgemindert sein im Sinne des Gesetzes.

...ach, nennen Sie mir einen Verstorbenen, der noch erwerbsfähig i. S. des Gesetzes wäre ?

Gruß
w.

von
Talisman

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Talisman,

neben der Erbfolge gibt es in der Sozialversicherung zusätzlich die so genannte Sonderrechtsnachfolge - beides setzt aber einen bereits wirksam gestellten Antrag voraus, damit Erb- oder Sonderrechtsnachfolger in das Verfahren eintreten können/es fortführen können. Aber, auch damit verbundenen Pflichten gehen auf diese Personen über (Rückzahlungen).

So wie Sie es schildern, fehlten Ihrer Schwester leider die Grundvoraussetzungen für einen etwaigen eigenen Rentenanspruch - die Halbwaisenrente ist ein abgeleiteter Anspruch von verstorbenen Elternteilen und führt nicht zu eigenen Beitragszeiten.

Sorry, ich kann Ihnen leider keine günstigere Antwort (das mit Gericht lassen Sie besser, wenn Sie einen Anwalt damit beauftragen, freut der sich über schnell verdientes Geld), die Rechtslage ist hier eindeutig. Ggf. müssen Sie als Erbe sogar damit rechnen, dass eine möglicherweise über den Tod Ihrer Schwester zu lang gezahlte Waisenernte von Ihnen zurückgefordert wird. Ich hoffe, die wurde rechtzeitig eingestellt.

Gruß
w.

Danke für die Antwort.
Das heißt also, dass sie selber hätte arbeiten müssen. Also wurde sie richtig informiert. Das beruhigt. Vielen Dank!

von
W*lfgang

> Das heißt also, dass sie selber hätte arbeiten müssen.

Ja leider, rein gesetzlich hätte der Anspruch auf EM-Rente dann bestehen können, wenn Sie innerhalb von 6 Jahren nach Abschluss einer Ausbildung voll erwerbsgemindert geworden wäre und in den letzten 2 Jahren vor der EM mindestens 1 Jahr Pflichtbeiträge/Beschäftigungszeiten hätte - nur dann hätten die sonst höheren Anforderungen an Beitragszeiten/Mindestversicherungszeiten nicht gegolten.

Gruß
w.
Nachzulesen in Merkblattform hier:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/56110/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

von
GroKo

Zitiert von: W*lfgang

>Wenn sie verstorben ist,kann sie nicht Erwerbsgemindert sein im Sinne des Gesetzes.

...ach, nennen Sie mir einen Verstorbenen, der noch erwerbsfähig i. S. des Gesetzes wäre ?

Gruß
w.


Eben

von
oder so

Die 'vorzeitige Wartezeiterfüllung' greift bei einem Berufsanfänger sogar am ersten Tag der Ausbildung, wenn z.B. ein Arbeits- oder Wegeunfall eintritt - aber 'eigene Versicherungspflicht' ist unbedingt erforderlich.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Talisman,

ich kann mich den Ausführungen von W*lfgang nur anschließen: Nach Ihrer Schilderung bestand mangels eigener Beitragszahlung kein Anspruch auf EM-Rente. Und Sie könnten den Antrag auch nicht mehr wirksam stellen, sondern als Rechtsnachfolger nur ein einmal begonnenes Verfahren weiter führen.