erwerbsminderungsrente / geringfügige beschäftigung

von
schillinger

guten tag,
ein geringfügig beschäftigter erwerbsminderungsrentner (rente wegen voller erwerbsminderung, befristet bis 11/14) möchte die 400,-- auf 450,-- aufstocken. tritt auch in diesem fall automatisch RV-pflicht ein (falls er sich nicht befreien lässt)?
Danke für kurze Rückinfo.

von
Schade

Ja, wobei die Beiträge einem EM Rentner in aller Regel nichts bringen.

Fazit: befreien lassen....

von
egal

Was heißt "nichts bringen"?

von
Schade

nichts bringen heißt:

keine höhere spätere Altersrente
kein zusätzlicher Schutz für EM Renten
Zusätzliche Versicherungszeiten nützen dem EM Rentner meist auch nicht....

Sprich: er würde Beiträge zahlen, die sich später nicht auswirken.....

von
egal

Oh danke, Schade - das ist ja interessant!

Kann ein Experte/in der DRV diese Auskunft bestätigen? Wo kann ich dazu mal was "Handfestes" nachlesen?

Experten-Antwort

Erhöht der Arbeitgeber ab 1. Januar 2013 den monatlichen Verdienst auf mehr als 400 Euro, dann wird der versicherungsfreie Minijob automatisch versicherungspflichtig. Bei einem Verdienst bis 450 Euro können Sie sich von der Versicherungspflicht wieder befreien lassen.

Falls Sie sich nicht von der Versicherungspflicht befreien, ist die Rendite relativ gering:
Bei einem Monatsverdienst von 450 Euro steigt die monatliche Rente nach dem Stand vom 1. Januar 2013 mit jedem Jahr in einem Minijob um 4,45 Euro.
Während des Rentenbezuges ist somit eine Beitragszahlung wenig sinnvoll.

Allgemeine Informationen können Sie dem Merkblatt "Minijobs" entnehmen. Hierbei ist zu beachten, dass soweit Vorteile dargestellt werden, von einem Versicherten ausgegangen wird, der noch k e i n e Rente bezieht.

Link zum Merkblatt:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/01_national/minijobs_niedrige_beitraege_voller_schutz.html

.

[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 07.02.2013, 09:39 Uhr]

von
egal

Zitiert von:
Falls Sie sich nicht von der Versicherungspflicht befreien, ist die Rendite relativ gering:
Bei einem Monatsverdienst von 450 Euro steigt die monatliche Rente nach dem Stand vom 1. Januar 2013 mit jedem Jahr in einem Minijob um 4,45 Euro.
Während des Rentenbezuges ist somit eine Beitragszahlung wenig sinnvoll.

Was bitte soll das heißen? Werden die nach aktuellem Stand 4,45 Euro mehr Rente je Minijob-Jahr dann trotzdem der Altersrente zuschlagen oder nicht? Weil i. d. R. wird ja die EM-Rente in Altersrente umgewandelt. Wann die 4,45 Euro nicht oben drauf kommen, was soll dann die Übung?

Ein bisschen konkreter darf es schon sein, zumal Minijobber, die den Job bereits vor 2013 hatten, sowieso nicht widerrufen können!

von
egal

Soll heißen: "Wenn die 4,45 Euro nicht oben drauf kommen, was soll dann die Übung?"

von
KSC

Theoretisch werden es 4,45 € mehr, aber ca 3,50 € entfallen auf die Arbeitgeberanteile und die gibt es auch wenn ich keinen Eigenanteil leiste.

Außerdem enthält die EM Rente (zumindest für die zeit bis zum 60. Lj) eine Zurechnungszeit, deren Wert in aller Regel höher ist als der eines Minijobs.
Und aus diesem Grund wirken sich Beiträge neben der Rente wg. Erwerbsminderung eben in aller Regel nicht rentensteigernd aus.....

von
egal

Oh danke für die Erklärung, KSC. Jetzt bin ich schon besser im Bilde. Oder: Das ist doch alles in riesen Beschiss - und wird so klar, nur selten kommuniziert. Die/der, wo heute schon EM-Rentner ist, hat in der Altersrente noch weniger zu erwarten. Da sind die ergänzenden Beiträge des Minijobs ja ohnehin ein Tropfen auf den heißen Stein. Versus Pi mal Daumen 33.000 Brutto-EK gleich ein Rentenpunkt mein ich. Unglaublich, was hier in Deutschland anno 2013 so abgeht. Aber ich reg mich erst gar nicht auf, weil sinnlos...

Experten-Antwort

Die zusätzlich erworbenen Entgeltpunkte würden einer späteren Altersrente zugerechnet. Da die Zurechnungszeit bereits als beitragsfrei Zeit bewertet wird, ist eine Versicherungspflicht für eine geringfügige Beschäftigung wenig sinnvoll.

von
egal

Da mach ich's mal konkret. Ich habe seit 2009 einen aufstockenden Minijob, auf die Versicherungsfreiheit verzichtet. Im letzten Jahr bin ich EM-Rentner geworden (volle EM-Rente). Seit Januar habe ich mit meinem AG 450 Euro vereinbart, darin sind 40 Euro VL enthalten. Ich zahle noch immer die RV-Auftstockung von 17,55 Euro.

Was ist zu tun, Experte/in? Kann ich den Verzicht auf RV-Freiheit widerrufen? Bin ich auch ohne freiwillige RV-Aufstockung noch ANSpZ berechtigt beim FA?

von
=//=

Da Sie in DIESER Beschäftigung bisher (bis 12/2012) auf die Versicherungsfreiheit verzichtet hatten, können Sie in dieser Beschäftigung nicht mehr auf die VersicherungsPFLICHT verzichten.

Jezt aber rumzujammern, bringt Ihnen gar nix. Es wird doch sicherlich einen Grund gegeben haben, dass Sie bisher auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben, z.B. wenn dieser Mini-Job der Einzige war und Sie ansonsten evtl. die Anwartschaft für eine EM-Rente verloren hätten. Hätten Sie nämlich noch einen Haupt-Job gehabt, hätten Sie den Mini-Job versicherungsfrei lassen können.

Bevor man sich für eine Änderung im Versicherungsleben entscheidet, sollte man sich auch VORHER bei der zuständigen Stelle schlau machen.

Einen Tod muss man halt sterben. ;-)
Manche zahlen 40 und mehr Jahre in die Rentenversicherung ein, sind alleinstehend oder haben erwachsene (nicht waisenberechtigte) Kinder, sterben - was haben die denn davon? Oder zahlen jahrzehntelang in eine Versicherung ein und müssen sie nie in Anspruch nehmen....

Es mag sein, dass mancher Arbeitgeber seinen Mini-Jobber auch nicht richtig aufklärt, aber dann sollte man eben selbst für Aufklärung und Beratung sorgen. Wir sind doch schon groß, oder? ;-)

Experten-Antwort

Antwort zum Beitrag von "Egal"

Sie können dem Verzicht nicht widerrufen (solange die Beschäftigung weiter besteht).

Hinsichtlich der Frage zum FA dürfe Ihnen die Finanzverwaltung entsprechende Auskünfte geben.

von
egal

Ich danke euch Beiden für die Auskunft. Nett von dir, =//= - dass du dir solche Gedanken über mein Berufsleben machst =). Die volle EM-Rente habe ich nicht ohne Grund zugesprochen bekommen. Könnte ich mehr arbeiten, würde ich doch auch lieber "richtiges" EK haben wollen, mit gescheiten Beiträgen in die DRV. Denn all die orakelten Vorzüge einer privaten AV, haben sich bei mir bisher nicht erfüllt. Sowohl die Versicherung als auch Investmentgesellschaft leben bisher ziemlich gut von meinen Abschluss-, Vertriebs-, Risikoaufschlagsgebühren & Co. Nur der kümmerliche Rest kommt ja wirklich in meiner privaten AV an.

Mit dem Verzicht auf die Versicherungsfreiheit habe ich wohl schon in der Vergangenheit Einiges falsch gemacht. Die 17,55 Euro mtl. bringen mich jetzt nicht um und wenn ich ohnehin nicht widerrufen kann, ist es gemäß meinem Nick ja sowieso jetzt egal.

von
egal

Und weil ich Konkretes liebe und wunderbar vergleichen kann: Nehme ich noch den AG-Anteil hinzu, komme ich auf einen RV-Beitrag von 85,05 Euro mtl. In meiner Familie wird auch freiberuflich gearbeitet und ein voller RV-Beitragssatz entrichtet. Das sind aktuell rund 430 Euro mtl. gleich ein Entgeltpunkt. Für einen Entgeltpunkt gibt es aktuell 28,07 € bzw. 24,92 € (Ost).

Ob das die Millionen Minijobber wohl so genau wissen? Denn viel kommt da in der DRV nicht an...