< content="">

Erwerbsminderungsrente jetzt unbegrenzt verlängerbar???

von
Solveig

Hallo,

ich bekomme seit 1,75 Jahren volle Erwerbsminderungsrente, die im Sommer erstmals verlängert wurde. Heute war ich beim VdK, und meine dortige Beraterin hat mir gesagt, daß es inzwischen (seit ein oder zwei Jahren) keine Höchstgrenze mehr für Verlängerungen gäbe! Diese Auskunft hat mich ziemlich überrascht, denn ich war immer davon ausgegangen, daß die Erwerbsminderungsrente maximal 9 Jahre lang befristet werden könne, bevor sie unbefristet erteilt werden müsse (unverändert schlechter Gesundheitszustand vorausgesetzt). Was stimmt denn nun????

Viele Grüße

Solveig

von
Wolfgang

Hallo Solveig,

&#62;Heute war ich beim VdK, und meine dortige Beraterin hat mir gesagt, daß es inzwischen (seit ein oder zwei Jahren) keine Höchstgrenze mehr für Verlängerungen gäbe!

die VdK-Beraterin sollte mal zu Schulung gehen und sich informieren, wenn Sie so was an zahlungspflichtige Mitglieder verbreitet und seit ein paar Jahren mehr die Rechtslage verpennt hat ;-)

Die 9-Jahres-Grenze gilt dann, wenn Sie aus rein medizinischen Gründen die EM-Rente erhalten. Dann ist vor Ablauf dieser Zeit bei dem letzten Antrag auf Weiterzahlung über Wegfall oder Dauerrente zu entscheiden.

Bei einer EM-Rente, die an die Bedingungen des Arbeitsmarktes geknüpft ist (Halbtagstätigkeit grundsätzlich möglich, aber Teilzeittätigkeit regional nicht möglich, weil keine entsprechenden Arbeitsplätze vor Ort verfügbar) gilt die 9-Jahres-Grenze nicht. Hier wird nach Ablauf der Bewilligung jedes Mal erneut der örtliche Arbeitsmarkt im Hinblick auf Teilzeitjobs abgefragt.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo Solveig,
ist für den Anspruch die Arbeitsmarktlage nicht maßgebend wird grundsätzlich unterstellt , dass nach einer Gesamtdauer der Befristung von neun Jahren die Behebung der Erwerbsminderung unwahrscheinlich ist, so dass nach Ablauf dieses Zeitraumes die Rente unbefristet zu leisten ist. Die Befristung ist daher auf eine maximale Gesamtdauer von neun Jahren ab Zeitrentenbeginn beschränkt . Ist dagegen für den Anspruch auch die Arbeitsmarktlage maßgebend, gilt die Höchstdauer der Befristung von insgesamt neun Jahren nicht, d. h. die Befristung kann bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze des Berechtigten verlängert werden.

von
Solveig

Hallo,

herzlichen Dank für die Antworten!
Da ich weniger als 3 Stunden arbeiten kann, dürfte die Arbeitsmarktlage für meine EM-Rente keine Rolle spielen.

Ich habe so langsam das Gefühl, daß es bei den entsprechenden Stellen keine kompetenten Menschen gibt, die einen über EM-Rente oder GdS korrekt informieren können! Meine diesbezüglichen Erfahrungen sind jedenfalls ziemlich negativ. Als ich eine Sozialarbeiterin am Bezirkskrankenhaus wegen der Rente fragte, verwies sie mich genauso an den VdK wie bei der Frage, wie Depressionen beim GdS eingeschätzt würden. Sie wußte auch nicht, daß der GdS rückwirkend erteilt werden kann. Und die Dame vom VdK scheint sich auch nicht wirklich auszukennen... So langsam frage ich mich, was diejenigen machen, die sich selbst weder das Wissen besorgen noch um ihre Anliegen kümmern können? Die haben doch keine anderen Ansprechpartner...

Viele Grüße

Solveig

von
GeWoDi

Ich war auch mal beim VDK Mitglied. Nach 1 1/2 Jahren bin ich wieder ausgetreten, weil mir in Sachen Erwerbsminderungsrente nicht eine einzige Frage durch entsprechende Fachkenntnis beantwortet werden konnte.

Meine volle EM-Rente wurde übrigens schon nach 2 Jahren in eine Dauerrente umgewandelt. Diese Möglichkeit besteht in Ausnahmefällen, wenn es unwahrscheinlich ist, daß die Gesundheit dauerhaft wieder hergestellt werden kann.

Zu diesem Zeitpunkt war ich 48. Jetzt bin ich 52 und die DRV hat sich in den letzten 4 Jahren nicht ein einziges Mal gemeldet um eine nochmalige Überprüfung vorzunehmen.

Wäre auch sinnlos und würde nur wieder mal weitere Kosten für die DRV verursachen.

Gruss GeWoDi

von
KSC

Zur Frage der Kompetenz kann man nur sagen, dass man sich halt an die entsprechenden Fachleute wenden sollte, wenn man konkretes wissen will.

Wurst kaufe ich ja auch nicht beim Schuster.

Dass die Sozialarbeiterin im Krankenhaus sich darüber ausschweigt, wie z.B. eine Depression vom Versorgungsamt beurteilt wird, ist verständlich und zeugt nicht von fehlender Kompetenz. Viel schlimmer wäre es in meinen Augen gewesen, wenn sie Ihnen einem bestimmten Prozentsatz in Aussicht gestellt hätte....

von
VdK und BVG

Doch, die hat jeder in seiner Nähe und sogar kostenfrei und ohne Mitgliedschaft oder Beitrag zum VdK oder einem anderen Sozialverband:
http://www.ihre-vorsorge.de/Beratungsstellen.html

Übrigens ist der VdK kürzlich beim Bundesverfassungsgericht auch mit seiner Klage gegen die alleinige Tragung des Pflegebeitrags durch den Rentner abgeblitzt.

Abertausende von den Sozialverbänden initiierte unsinnige oder zumindest zweifelhafte Widersprüche verursachen ganz erhebliche Personal- und Verwaltungskosten bei den Leistungsträgern, für die Sie als Beitragszahler letztlich zur Kasse gebeten werden. Ich wäre sehr dafür, dass hier eine spürbare individuelle Kostenbeteiligung der Widerspruchsführer für den Fall des negativen Ausgangs des Widerspruchs eingeführt wird. So könnten öffentlichkeits- und boulavardpressewirksame, besonders aber für die Sozialverbände werbewirksame Widersprüche möglicherweise angemessen eingeschränkt werden, deren negativer Ausgang häufig bereits erahnt werden kann.