< content="">

Erwerbsminderungsrente nach 20 Jahre in der WfbM

von
dark

Wenn ich 20 Jahre in einer WfbM gearbeitet habe kann man ja die Erwerbsminderungsrente beantragen.

Wird denn dann weiterhin in die Rentenversicherung eingezahlt wenn man dort weiter arbeiten geht? Ich meine in die Altersrente eingezahlt?

Ist dann die Altersrente später höher als die Erwerbsminderungsrente die man nach 20 Arbeitsjahren beantragt hat?

Sollte man nach 20 Arbeitsjahren in der WfbM die Erwerbsminderungsrente beantragen und dort weiter arbeiten gehen? Oder sollte man die Erwerbsminderungsrente nach 20 Arbeitsjahren nicht beantragen?

Das man später die Altersrente beantragt?

von
herby

Es werden weiterhin Beiträge an die Rentenversicherung abgeführt, wenn das Beschäftigungsverhältnis in der WfbM bestehen bleibt. Die Rente erhöht sich dadurch. Es müsste sich meines Wissens nach aber um eine EU-Rente (Erwerbsunfähigkeitsrente) handeln. Die Rente sollte nach 20 Arbeitsjahren in jedem Fall beantragt werden. Man hat davon aber nur etwas, wenn keine Heimkosten durch Sozialhilfeträger gezahlt werden, weil dann die Rente dorthin abgeführt wird. Aus diesem Grund sind die Sozialbehörden von sich aus bestrebt, dass nach 20 Jahren die EU-Rente beantragt wird, um ihre Sozialhilfeleistungen zu reduzieren. An Menschen im "Betreuten Wohnen" bzw. "Persönlichen Budget" wird die Rente persönlich ausgezahlt und erst ab einem Betrag von ca. 900,--€ ein Eigenanteil zu den Betreuungskosten erhoben. Das sind meine bisherigen Erfahrungen.

von
Sozialröchler?

Für einen Rentenanspruch nach § 43 Abs. 6 SGB 6 ist eine Wartezeit von 20 Jahren erforderlich. Die Rente sollte unbedingt beantragt werden. Meistens wird der Kostenträger darauf drängen und zur Antragstellung auffordern oder im Rahmen seines eigenen Antragsrechts den Rentenantrag selbst stellen.

Zu berücksichtigen sind Beitragszeiten (§ 51 Abs. 1 SGB 6), Ersatzzeiten (§ 51 Abs. 4 SGB 6) und Wartezeitmonate aus dem Versorgungsausgleich (§ 52 Abs. 1 SGB 6) bzw. dem ab 01.01.2002 möglichen Rentensplitting unter Ehegatten/Lebenspartner (§ 52 Abs. 1a SGB 6).

Auch die Zeiten vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung (bis 59 Monate) sind auf die Wartezeit von 20 Jahren anzurechnen. Wird jedoch die allgemeine Wartezeit vor Eintritt der vollen Erwerbsminderung erfüllt, ist ein eventueller Anspruch auf Erwerbsminderungsrente nach § 43 Abs. 6 SGB 6 ausgeschlossen. Es ist dann zu prüfen, ob ein Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung nach § 43 Abs. 2 SGB 6 besteht.

Als Voraussetzung für den Anspruch auf Rente nach § 43 Abs. 6 SGB 6 muss volle Erwerbsminderung im Sinne von § 43 Abs. 2 S. 2 SGB 6 bis zur Erfüllung der Wartezeit von 20 Jahren ununterbrochen vorgelegen haben.

Der Zeitpunkt der Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen für die Feststellung des Rentenbeginns ist der letzte Tag des 240. Beitragsmonats. Ausgehend von diesem Monat ist zu beurteilen, ob der Antrag im Sinne des § 99 Abs. 1 SGB 6 rechtzeitig gestellt wurde oder nicht. Ist der Rentenantrag verspätet gestellt worden, so dass die Rente nicht mit Ablauf des 240. Beitragsmonats beginnen kann, sind Entgeltpunkte für diese Rente auch aus allen weiteren Beitragszeiten bis zum Rentenbeginn zu ermitteln.

Für eine Rente wegen voller Erwerbsminderung werden auf Antrag Entgeltpunkte auch für Beitragszeiten und Anrechnungszeiten nach Eintritt der vollen Erwerbsminderung ermittelt, wenn diese Beitragszeiten 20 Jahre umfassen (§ 75 Abs, 3 SGB 6).

Die Folgerente (Regelaltersrente) wird von Amts wegen gewährt.

von
dark

Also habe ich keine Nachteile wenn ich nach 20 Arbeitsjahren die Erwerbsminderungsrente beantrage?

Nehmen wir mal die Erwerbsminderunsgrente wäre 700 Euo hoch.
Ich gehe weiterhin in der WfbM arbeiten. Bekomme ich dann später eine Altersrente die höher ist als 700 Euro?
Obwohl ich die Erwerbsminderungsrente vorher schon bekommen habe bis zur Altersrente?

Experten-Antwort

Sie haben keinen Nachteil, wenn Sie nach 20 Jahren die Erwerbsminderungsrente beantragen. Es wird so auch grundsätzlich in der Praxis gemacht. Sie würden ja unverständlicherweise auf einen bestehenden Rentenanspruch verzichten. Neben Ihrer Rente wegen Erwerbsminderung können Sie weiterhin in der WfbM arbeiten. Dadurch erhöht sich später Ihr Rentenanspruch, wenn die Erwerbsminderungsrente in die Regelaltersrente umgewandelt wird. Bei weiteren Fragen hierzu ist eine persönliche Rentenberatung in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung empflehlenswert. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/Beratungsstellen" ermitteln.

von
KSC

Inwieweit sich allerdings die neben der Rente eingezahlten weiteren Beiträge in einer WfbM auf die spätere Altersrente auswirken, kann Ihnen heute keiner genau sagen.

Denn zum einen werden sich bis zur Altersrente Gesetze ändern, zum anderen wird bei der jetzigen Rente eine Zurechnungszeit bis 60 ermittelt, so dass die spätere Rente nur dann höher werden kann, wenn die künftigen Beiträge über dem wert der Zurechnungszeit liegen.

Wenn heute ein 40 jähriger nach 20 Jahren in der Wfbm Rente bekommt, kann ihm keiner die Rentenhöhe, die er mal mit 60 oder 62 (oder wann auch immer) bekommen wird genau errechnen....:)