Erwerbsminderungsrente: Rentenversicherungspflicht beim Minijob

von
Liese Müller

Guten Tag!
Ich beziehe eine auf 2 Jahre befristete volle Erwerbsminderungsrente. Laut Bescheid darf ich 450 Euro zur Rente dazuverdienen. Nun habe ich einen Minijob angeboten bekommen, den ich gerne annehmen möchte.
Der Arbeitgeber möchte nun in einem Fragebogen von mir wissen, ob ich mich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen möchte.

Ich kann im Bescheid nichts dazu finden und weiß nicht wie ich diese Frage beantworte.
Welche Folgen hätte diese Befreiung?

Dankeschön

von
KSC

Während eines EM Rentenbezuges macht es in aller Regel keinen SinnBeiträge zu zahlen.

Ich würde mich befreien lassen.

von
W*lfgang

Zitiert von: KSC
Während eines EM Rentenbezuges macht es in aller Regel keinen SinnBeiträge zu zahlen.Ich würde mich befreien lassen.
KSC, hallo Liese Müller,

grundsätzlich stimme ich KSC zu. Aber, Pflichtbeiträge sind Pflichtbeiträge und könnten mal 'wertvoll' für spätere Rentenarten sein. Andererseits könnten Pflichtbeiträge die parallel laufende Anrechnungszeit/Rentenbezug im Hinblick auf spätere Bewertungen auch 'kaputt' machen.

Je nach Alter könnten über die Pflichtbeiträge aus Minijob vielleicht noch spezielle Wartezeiten/'45 Jahre' erreicht werden ...ob das alles für Sie von Bedeutung ist, kann hier nicht abschließend geklärt werden: daher, nächste Beratungsstelle aufsuchen, die das individuell prüfen kann ...in der Antwort steckt zu viel 'Könnte' :-)

Gruß
w.

von
ottonormalVerbraucher

Hallo
Andererseits könnten Pflichtbeiträge die parallel laufende Anrechnungszeit/Rentenbezug im Hinblick auf spätere Bewertungen auch 'kaputt' machen.

Wie meinen sie das?

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Frau Müller,

Minijobber können sich bei ihrem Arbeitgeber jederzeit mit einem schriftlichen Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Der Arbeitgeber zahlt dann nur noch seinen Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung.
Sie können aber auch auf die Befreiung verzichten und zahlen dann Pflichtbeiträge aus dem Minijob in die gesetzliche Renteversicherung ein.

Wie mein Vorredner bereits sagte, ist dies sehr von Ihrer individuellen Lage abhängig. An Ihrer Stelle würde ich einen Termin in einer Auskunft- und Beratungsstelle der DRV ausmachen, um dies, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Gegebenheiten,abzuklären.

von
W*lfgang

Zitiert von: ottonormalVerbraucher
Andererseits könnten Pflichtbeiträge die parallel laufende Anrechnungszeit/Rentenbezug im Hinblick auf spätere Bewertungen auch 'kaputt' machen. Wie meinen sie das?
ottonormalVerbraucher,

aktuelles Beispiel (nicht ganz passend): das 2. Jahr Pflichtbeitragszeit für Kindererziehung (KEZ) bei Geb. vor 1992 fällt komplett in einen Zeitraum der Anrechnungszeit (AZ) wg. Arbeitslosigkeit. Der Gesamtleistungswert der AZ ist größer ein EP, kein weitere Zuwachs aus KEZ. Ist er/der Gesamtleistungswert kleiner, gibt es immerhin noch einen Minischluck aus der vollen EP-Pulle der KEZ.

Ein Szenario, wo sämtliche AZ (hier Rentenbezugszeit) gegenüber Pflichtbeiträgen (und seien es nur die lausigen aus dem Mini-Job) komplett aus der Bewertung rausfallen ...ich _könnte_ mir da noch viel für die Zukunft vorstellen ;-)

Solange die alten EP aber besitzgeschützt bleiben, wäre das egal - auch da könnte ich mir... 'Rentenkürzungen' im Rahmen der Modifikation der Berechnungen gab es ja schon genug 8-)

Gruß
w.

von
Liese Müller

Vielen Dank für Ihre Antworten.

Auf Ihren Rat hin, habe ich mich nun telefonisch bei der DRV beraten lassen. Und bin leider genauso schlau wie vorher.
Man sagte mir nämlich genau alles das, was hier vorher geschrieben wurde. Zum einen wäre jede Rentenbeitragszahlung gut für die spätere Rente, aber zum anderen könnte ich auch durch die geringen Beiträge während des Minijobs "meinen Rentendurchschnitt mindern".
Ich bin 44 Jahre alt und weiß nicht, ob ich jemals wieder Vollzeit arbeiten kann. Ich hoffe es, aber ich bin halt nicht mehr gesund genug.

Bin leider immer noch ratlos. Tendiere aber eher zur Befreiung von der Rentenversicherungspflicht.

von
W*lfgang

Zitiert von: Liese Müller
Bin leider immer noch ratlos.
Liese Müller,

bitte wenden Sie sich dringend an die nächste Beratungsstelle DRV oder Rathaus/Versicherungsamt.

Telefonische Beratungen können nicht Ihr Versicherungsleben 'bewerten' und die beste Entscheidung für Sie treffen - das kann schon mal heftig in die Hose gehen! (wie die allgemeinen Auskünfte der Hotliner zeigen – eigentlich nutzlose Müll-Auskunft)

Ihr/JEDES Versicherungskonto muss individuell bewertet werden, was den künftigen Weg anbetrifft/gerade auch bei Minijobs - da muss Frau sich auch mal auf die Socken machen, das wirklich wissen/klären zu wollen und ein 'paar Min.' Zeit für ein persönliches Gespräch beim Berater zu investieren.

Gruß
w.