Erwerbsminderungsrente - wie wird konkret geprüft?

von
Anja

Hallo in die Expertenrunde,

wie wird in Corona-Zeiten ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente konkret geprüft?

Reichen Arztberichte von Fachärzten mit gesicherten (!) Diagnosen aus?

Muss man zum DRV-Gutachter?
Muss man in die Reha?

MfG
Anja

Experten-Antwort

Hallo Anja,

diese Frage kann im Forum nicht abschließend beantwortet werden, da es sich bei jedem Antrag auf Erwerbsminderungsrente um eine medizinische Einzelfallprüfung handelt.
Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente". Dies wird auf jeden Fall geprüft. Der medizinische Dienst der Rentenversicherung entscheidet welche Unterlagen oder Untersuchungen maßgeblich sind.

von
Anja

Zitiert von: Experte/in
Hallo Anja,

diese Frage kann im Forum nicht abschließend beantwortet werden, da es sich bei jedem Antrag auf Erwerbsminderungsrente um eine medizinische Einzelfallprüfung handelt.
Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente". Dies wird auf jeden Fall geprüft. Der medizinische Dienst der Rentenversicherung entscheidet welche Unterlagen oder Untersuchungen maßgeblich sind.

Hallo Experten,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ungefähr wie viel Prozent der Antragsteller müssen zum DRV-Gutachter und wie viel Prozent müssen in die Reha?

MfG
Anja

Experten-Antwort

Hallo Anja,

wir haben leider keine statistischen Werte.

Es gibt nur die Möglichkeit, den Rentenantrag zu stellen und dann den individuellen Verlauf abzuwarten.

von
Siehe hier

Zitiert von: Anja
Zitiert von: Experte/in
Hallo Anja,

diese Frage kann im Forum nicht abschließend beantwortet werden, da es sich bei jedem Antrag auf Erwerbsminderungsrente um eine medizinische Einzelfallprüfung handelt.
Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente". Dies wird auf jeden Fall geprüft. Der medizinische Dienst der Rentenversicherung entscheidet welche Unterlagen oder Untersuchungen maßgeblich sind.

Hallo Experten,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ungefähr wie viel Prozent der Antragsteller müssen zum DRV-Gutachter und wie viel Prozent müssen in die Reha?

MfG
Anja

Die DRV veröffentlicht regelmäßig Statistiken, in denen auch Ihre Frage beantwortet wird. Sie sollten aber auch berücksichtigen, dass viele von denen, die zunächst eine Reha gemacht haben, im weiteren Antragsverfahren dennoch auch noch einen oder mehrere Gutachtertermine hatten. Insofern sind die dort stehenden Zahlen zwar sehr interessant, sagen aber überhaupt nichts darüber aus, was passiert, wenn Sie einen Antrag stellen. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung.

Zu den Statistiken gelangen Sie hier:
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Zahlen-und-Fakten/Statistiken-und-Berichte/statistiken_und_berichte.html

von
Anja

Hallo Siehe hier,
auch Ihnen vielen Dank für Ihre schelle Antwort, den Link und Ihrer Erläuterung.

MfG
Anja

von
Anja

Zitiert von: Experte/in

Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente".

Hallo liebe Experten,
ich habe noch 3 Rückfragen zur Reha.

1. Was ist, wenn ich eine von der DRV vorgeschriebene Reha, wegen Corona, nicht antreten möchte? Gibt´s dann keine Erwerbsminderungsrente?

2. Ich bin seit über 2 Jahren von einem Facharzt durchgehend krankgeschrieben. Reicht das aus, egal um welche Krankheiten es sich handelt, um eine von der DRV vorgeschriebene Reha, nicht antreten zu müssen?

3. Wie kann man sonst noch legal, eine von der DRV vorgeschriebene Reha vermeiden und trotzdem Erwerbsminderungsrente bekommen?

MfG
Anja

von
Valzuun

1. Sie haben gewisse Mitwirkungspflichten. Dazu gehört grundsätzliche auch, eine angebotene Reha anzutreten. Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, kann eine Rente wegen mangelnder Mitwirkung versagt werden.

2. Nein.
Die Dauer einer Krankschreibung sagt nichts über die Notwendigkeit / Erfolgsaussichten einer Reha aus.

3. In dem Sie nachgeweisen wird, dass Sie die Reha unverschuldet nicht antreten können oder die Reha keine Erfolgsaussicht hat. Ferner natürlich dass die Reha nicht notwendig ist - aber dann wäre eine Rente das wohl auch nicht.

von
Schade

....und erwerbsgemindert müssen Sie auch sein....

Nicht jeder der seit 2 Jahren arbeitsunfähig ist ist auch zwangsläufig erwerbsgemindert.

Man könnte auch sagen dass wenn jemand eine erforderliche Reha ablehnt er nicht alles tut die Rente zu verhindern...

Aber das wird im Einzelfall geprüft, da nützen Ihnen Meinungen im Forum genauso wenig wie Statistiken......

von
Ach ja

Zitiert von: Anja
Zitiert von: Experte/in

Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente".

Hallo liebe Experten,
ich habe noch 3 Rückfragen zur Reha.

1. Was ist, wenn ich eine von der DRV vorgeschriebene Reha, wegen Corona, nicht antreten möchte? Gibt´s dann keine Erwerbsminderungsrente?

2. Ich bin seit über 2 Jahren von einem Facharzt durchgehend krankgeschrieben. Reicht das aus, egal um welche Krankheiten es sich handelt, um eine von der DRV vorgeschriebene Reha, nicht antreten zu müssen?

3. Wie kann man sonst noch legal, eine von der DRV vorgeschriebene Reha vermeiden und trotzdem Erwerbsminderungsrente bekommen?

MfG
Anja

Ihre Fragen deuten darauf hin, dass Sie keine Reha machen möchten, weil Sie vermuten, dass man dort feststellen könnte, dass Sie gar nicht erwerbsgemindert sind. Keine guten Voraussatzungen für einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente!

von
Frank

Zitiert von: Ach ja
Zitiert von: Anja
Zitiert von: Experte/in

Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente".

Hallo liebe Experten,
ich habe noch 3 Rückfragen zur Reha.

1. Was ist, wenn ich eine von der DRV vorgeschriebene Reha, wegen Corona, nicht antreten möchte? Gibt´s dann keine Erwerbsminderungsrente?

2. Ich bin seit über 2 Jahren von einem Facharzt durchgehend krankgeschrieben. Reicht das aus, egal um welche Krankheiten es sich handelt, um eine von der DRV vorgeschriebene Reha, nicht antreten zu müssen?

3. Wie kann man sonst noch legal, eine von der DRV vorgeschriebene Reha vermeiden und trotzdem Erwerbsminderungsrente bekommen?

MfG
Anja

Ihre Fragen deuten darauf hin, dass Sie keine Reha machen möchten, weil Sie vermuten, dass man dort feststellen könnte, dass Sie gar nicht erwerbsgemindert sind. Keine guten Voraussatzungen für einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente!

Das hat meine Rehaklinik auch so beschieden, aber die RV sah es anders. Es war allerdings in der Klinik auch eine medizinische Fachrichtung involviert, die mich überhaupt nicht tangiert hat. Letztlich kann eine Klinik empfehlen, was sie will, die Entscheidungsfindung liegt trotzdem bei der DRV!

von
Andy

Zitiert von: Frank
Zitiert von: Ach ja
Zitiert von: Anja
Zitiert von: Experte/in

Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente".

Hallo liebe Experten,
ich habe noch 3 Rückfragen zur Reha.

1. Was ist, wenn ich eine von der DRV vorgeschriebene Reha, wegen Corona, nicht antreten möchte? Gibt´s dann keine Erwerbsminderungsrente?

2. Ich bin seit über 2 Jahren von einem Facharzt durchgehend krankgeschrieben. Reicht das aus, egal um welche Krankheiten es sich handelt, um eine von der DRV vorgeschriebene Reha, nicht antreten zu müssen?

3. Wie kann man sonst noch legal, eine von der DRV vorgeschriebene Reha vermeiden und trotzdem Erwerbsminderungsrente bekommen?

MfG
Anja

Ihre Fragen deuten darauf hin, dass Sie keine Reha machen möchten, weil Sie vermuten, dass man dort feststellen könnte, dass Sie gar nicht erwerbsgemindert sind. Keine guten Voraussatzungen für einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente!

Das hat meine Rehaklinik auch so beschieden, aber die RV sah es anders. Es war allerdings in der Klinik auch eine medizinische Fachrichtung involviert, die mich überhaupt nicht tangiert hat. Letztlich kann eine Klinik empfehlen, was sie will, die Entscheidungsfindung liegt trotzdem bei der DRV!

Hat sich da die Vorgehensweise der DRV geändert? Ich dachte die DRV "unterwirft" sich den Feststellungen der Klinik.

von
Valzuun

Die DRV prüft anhand eigener Expertise das Votum im Entlassungsbericht. Oft stellt dieses als zutreffend heraus, dann folgt sie diesem natürlich auch.
Ungeprüft „unterworfen“ hat sich die DRV der Einschätzung der Rehaklinik jedoch noch nie.

von
Jürgen

Zitiert von: Valzuun
Die DRV prüft anhand eigener Expertise das Votum im Entlassungsbericht. Oft stellt dieses als zutreffend heraus, dann folgt sie diesem natürlich auch.
Ungeprüft „unterworfen“ hat sich die DRV der Einschätzung der Rehaklinik jedoch noch nie.

Wenn die DRV den Antragsteller nie selber untersucht hat, kann sie selbst nicht effektiv prüfen.

Deshalb schickt sie ja, für "teuer Geld" die Antragsteller in die Reha, damit dort festgestellt wird, ob Erwerbsminderung vorliegt.

von
Loni

Ich musste nicht zur Reha, war dafür bei 3 Gutachtern.
Bekam die EMR nach Widerspruch.
@ Jürgen, so teuer ist eine Reha nicht.

von
Advokatus

Hallo Anja,

eine Stationäre-REHA ist nicht alles und kein Wundermittel, wenn schon vorher jahrelang, ambulant therapiert worden ist.

Die Person muss rehabedürftig und rehafähig ist. Die Reha-Fähigkeit setzt eine hinreichende Belastbarkeit und Motivation voraus.
Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Reha-Maßnahme zur Beseitigung bzw. Verbesserung der Beschwerden führt? Ist der Patient überhaupt an einer Reha interessiert und kooperativ?
Kann er Std. Programm durchhalten, verträgt er die vielen Menschen um sich usw.

u.a. über Rehafähigkeit usw. bitte mal lesen in:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Experten/infos_fuer_aerzte/begutachtung/aerzliches_gutachten_hinweise_begutachtung_pdf.html

Grüße

von
Anja

Zitiert von: Advokatus
Hallo Anja,

eine Stationäre-REHA ist nicht alles und kein Wundermittel, wenn schon vorher jahrelang, ambulant therapiert worden ist.

Die Person muss rehabedürftig und rehafähig ist. Die Reha-Fähigkeit setzt eine hinreichende Belastbarkeit und Motivation voraus.
Besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Reha-Maßnahme zur Beseitigung bzw. Verbesserung der Beschwerden führt? Ist der Patient überhaupt an einer Reha interessiert und kooperativ?
Kann er Std. Programm durchhalten, verträgt er die vielen Menschen um sich usw.

u.a. über Rehafähigkeit usw. bitte mal lesen in:

https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Experten/infos_fuer_aerzte/begutachtung/aerzliches_gutachten_hinweise_begutachtung_pdf.html

Grüße

Hallo lieber Advokatus und alle anderen Experten,
vielen lieben Dank für Ihre Bemühungen.

1. Wann ist denn der "Tatbestand der Rehaunfähigkeit", griffig formuliert, erfüllt?

2. Reicht es für die DRV aus, wenn mein mich behandelnder Facharzt kurz und bündig schreibt, Frau Anja ..... ist rehaunfähig? Oder muss der Facharzt die Rehaunfähigkeit aufwändig ganz genau begründen?

MfG
Anja

von
Siehe hier

Hallo Anja,

eigentlich haben Sie nur zwei Möglichkeiten:

entweder Sie sind so krank, dass nach Meinung Ihrer Ärzte Ihre Erwerbsfähigkeit bereits gemindert oder auf jeden Fall erheblich gefährdet ist.
Dann beantragen Sie eine Erwerbsminderungsrente.

Möglichkeit 2:
Sie gehen wieder arbeiten.

Da Sie ja auch an Statistiken interessiert sind:
Die Personen, die Möglichkeit 2 gewählt haben, erscheinen in keiner Statistik.

Ihre ganze theoretische Rückfragerei bringt Sie kein einziges Stück weiter. Vielleicht sind Sie ja so krank (erwerbsgemindert), dass die Rente sofort mit Kusshand vom Schreibtisch aus bewilligt wird. Dann müssen Sie auch nicht vorher noch in eine unerwünschte Reha.
Oder Sie sind so gesund (nicht erwerbsgemindert), dass vom Schreibtisch aus der Antrag komplett abgelehnt wird.
Und dann? Wollen Sie dann heute schon wissen, welche Möglichkeiten eines Widerspruches aufgrund Corona Sie dann nächstes Jahr haben?

Stellen Sie einfach einen Antrag auf EM-Rente.
Oder lassen Sie es bleiben.

Alles Gute!

von
Schade

Auch ich verstehe Sie nicht:

erst fragen Sie wie wahrscheinlich es beim Rentenantrag ist in Reha zu müssen.

Dann lamentieren Sie dass Sie nicht in Reha wollen und wie Sie sich drum herum drücken können.

Tipp: besprechen Sie das sinnvolle Vorgehen mit Ihren Ärzten und stellen dann den Rentenantrag.

Und dann warten Sie - wie tausend andere auch - was im Laufe des Verfahrens passiert.

Oder stellen keinen Antrag und bestreiten Ihren Lebensunterhalt weiter wie bisher, z.B. durch stinknormales Arbeiten.

von
Hans-Jürgen

Zitiert von: Anja
Zitiert von: Experte/in

Grundsätzlich gilt immer der Grundsatz "Reha vor Rente".

Hallo liebe Experten,
ich habe noch 3 Rückfragen zur Reha.

1. Was ist, wenn ich eine von der DRV vorgeschriebene Reha, wegen Corona, nicht antreten möchte? Gibt´s dann keine Erwerbsminderungsrente?

2. Ich bin seit über 2 Jahren von einem Facharzt durchgehend krankgeschrieben. Reicht das aus, egal um welche Krankheiten es sich handelt, um eine von der DRV vorgeschriebene Reha, nicht antreten zu müssen?

3. Wie kann man sonst noch legal, eine von der DRV vorgeschriebene Reha vermeiden und trotzdem Erwerbsminderungsrente bekommen?

MfG
Anja

Hallo Anja,

da Sie seit über 2 Jahren von einem Facharzt durchgehend krankgeschrieben sind, sehe ich sehr gute Chancen, dass Sie die Erwerbsminderungsrente erhalten.

Sollte jedoch die DRV eine Reha verordnen, empfehle ich Ihnen, sich von Ihren Ärzten, schriftlich Rehaunfähigkeit bestätigen zu lassen. Die DRV kann Sie dann nicht zur Reha zwingen.