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Erwerbsminderungsrente/Abschläge

von
Rentner51

Guten Tag,
bin Jahrgang 07/51; Schwerbeh. 50%; volle Erw.minderung a. D.;
Falls ich was geeignetes finde und es mir möglich ist, würde ich gerne etwas zu meiner Rente hinzuverdienen. Wenn ich bei einem 400 Euro-Job auf die Versicherungsfreiheit verzichte, bekäme ich dann zusätzliche Entgeldpunkte.
Wie sieht es aus, wenn ich mit 60 Rente wegen Schw.-beh. beantrage und ich weiterhin einen 400 Euro-Job habe. Verringern sich dann die Abschläge um 0,3 % je Monat. Kann ich die Schw.-beh. Rente mit 60 J. Oder 60+5 Mo. beantragen.
Vielen Dank im Voraus

Experten-Antwort

Hallo Rentner 51,

selbstverständlich können Sie neben Ihrer Erwerbsminderungsrente einen Minijob (400-Euro-Job) ausüben. Soweit Sie die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreiten, dürfte es auch keine Probleme mit Ihrer Erwerbsminderungsrente geben. Unter Umständen (je nach Einzelfall) könnte eine Beschäftigungsaufnahme jedoch den Rentenversicherungsträger veranlassen, eine Überprüfung des Erwerbsminderungsrentenanspruchs zu veranlassen.

Soweit Sie in dem Minijob auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten, können Sie auch zusätzliche Entgeltpunkte aus Pflichtbeiträgen erwerben. Ohne Verzicht auf die Versicherungsfreiheit ergeben sich jedoch ebenfalls zusätzliche Entgeltpunkte (Zuschlag aus den Beiträgen des Arbeitgebers), welche in Ihrer Höhe jedoch geringer ausfallen als mit Verzicht auf die Versicherungsfreiheit. So oder so werden die nach dem Leistungsfall für die Erwerbsminderungsrente erworbenen Entgeltpunkte erst in einer anschließenden neuen Rente berücksichtigt. Die derzeitige Erwerbsminderungsrente wird durch diese Entgeltpunkte also nicht gesteigert. Welche der dargestellten Varianten (mit oder ohne Verzicht auf die Versicherungsfreiheit) für Sie sinnvoller ist, sollten Sie ggf. in einem persönlichen Beratungsgespräch bei Ihrem Rentenversicherungsträger erörtern.

Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben können Sie frühestens zum 01.08.2011 (mit Abschlag) eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen in Anspruch nehmen – unterstellt, dass zu diesem Zeitpunkt alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.
Ein evtl. parallel ausgeübter Minijob stellt hierbei keinen Hinderungsgrund dar. Allerdings vermindert dieser auch nicht (wie von Ihnen angenommen?) die Abschläge aufgrund der vorzeitigen Inanspruchnahme einer Rente.

Gerade auch im Hinblick auf die Komplexität Ihrer Fragestellung kann ich Ihnen letztlich nur empfehlen, sich hierzu nochmals individuell in einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers beraten zu lassen.

von
-_-

Wesentliches Merkmal der "Aufstockung" eines Minijobs ist die Aufrechterhaltung oder der Erwerb eines Versicherungsschutzes wegen Erwerbsminderung und des Anspruchs auf Reha-Leistungen. Die "Aufstockung" des Minijobs durch eigene Beitragsleistung lohnt sich für einen Bezieher einer vollen Rente wegen voller Erwerbsminderung aus diesem Grunde im Regelfall nicht.

Die Steigerung der Rentenhöhe wirkt sich erst bei der Alters- bzw. Hinterbliebenrente aus und ist so gering, dass sich eine Amortisation allenfalls in Jahrzehnten ergibt. Eine Änderung der Abschläge für frühzeitige Inanspruchnahme einer Rentenleistung kann durch die "Aufstockung" nicht erreicht werden.

Beiträge für einen Minijob ohne "Aufstockung" werden besonders bewertet: Hat der Versicherte Arbeitsentgelt aus geringfügiger versicherungsfreier Beschäftigung erzielt, für das der Arbeitgeber einen Beitragsanteil nach § 172 Abs. 3, 3a SGB 6 getragen hat, werden hierfür Zuschläge an Entgeltpunkten ermittelt. Die Berechnung (mit Beispiel) können Sie hier nachlesen:
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_76BR3

Orthografie: Entgelt, Entgeltpunkte (von "entgelten", nicht von "Geld")

von
Elli

Zitiert von:

Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben können Sie frühestens zum 01.08.2011 (mit Abschlag) eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen in Anspruch nehmen – unterstellt, dass zu diesem Zeitpunkt alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

Ich hatte eine ähnliche Frage und da haben die Experten mir hier geschrieben, dass ein Abschlag der Rentenhöhe (auch bei vorzeitiger Inanspruchnahme der Altersrente für Schwerbehinderte nicht in Frage käme, da diese (vorgezogene) Rente aufgrund des Vertrauensschutzes nicht niedriger sein darf, als die bis dato gezahllter EM/EU-Rente.
Was stimmt denn nun, liebe Experten?

Experten-Antwort

Hallo Elli,

in diesem Fall ist der Abschlag i.H.v 10,8 % bereits in der Erwerbsminderungsrente enthalten. Dieser Abschlag wird natürlich auch in der anschließenden Altersrente beibehalten.
Darüber hinaus erfolgt keine weitere Rentenminderung. Der Besitzschutz wird nach § 88 SGB VI geprüft.

von
Rentner51

Vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Ich war der Meinung, wenn ich ab 60 eine versicherungspflichtige Arbeit finden würde, wenn auch nur 400 Euro-Job, dass dann die Rente später neu berechnet wird, da ja nur die Entgeltpunkte bis 60 hochgerechnet werden und somit die 0,3 % Abschlag pro Monat wegfallen.
Wäre das nur der Fall, wenn ich keine Schwerbeh.-rente beantrage?

Experten-Antwort

Hallo Rentner51,

wenn der Wechsel von einer Erwerbsminderungsrente in eine anschließende Altersrente erfolgt, dann behalten die Entgeltpunkte, die bereits der Berechnung der Erwerbsminderungsrente zugrunde lagen, weiterhin die bisherigen Abschläge. Lediglich für die Entgeltpunkte, die nach dem Leistungsfall der Erwerbsminderungsrente und vor dem Leistungfall der Altersrente liegen, wird die Berechnung der Abschläge neu geprüft. Dies erfolgt dann abhängig von dem Rentenbeginn der Altersrente.