Erwerbsunfähigkeit aufheben?

von
nautilus

Hallo

ich bin im Schnellverfahren erwerbsgemindert unter 3 Stunden auf Dauer geschrieben worden, das Verfahren wurde vom Jobcenter angeregt, ich habe kein Antrag darauf gestellt. Nun erhalte ich Grundsicherung nach Sozialgesetzbuch XII.
Ich habe nur das Asperger-Syndrom, sowie ein anderes Problem, welches nun vorbei ist. Ich fühle mich in keinster Weise so behindert, wie in dem Gutachten der DRV angegeben.
Dies Gutachten ist in einer Art verfasst, die ich als verachtend empfinde.

Ich bin 39 und möchte nicht so leben, was kann ich tun um diese Situation zu beenden?

Ich möchte Teilhabe an der Gesellschaft und am Arbeitsleben, und nicht den Rest meines Leben ausgegrenzt sein.

von
TIPPler

Gehen Sie arbeiten, möglichst vollschichtig, und der Rentenbescheid ist obsolet.

von
Schade

Man beurteilt Sie auf Dauer für voll erwerbsgemindert, sonst würden Sie keine Grundsicherung bekommen.

Das Job Center hätte sicher dieses "Verfahren" nicht eingeleitet, wenn man dort den Eindruck gehabt hätte, dass Sie arbeiten können oder wollen.

Ob das alles "menschenverachtend" ist oder einfach nur Schicksal und Realität, kann hier im Forum keiner beurteilen.

Am Arbeitsleben können Sie teilnehmen, wenn Sie arbeiten, zumindest ein 400 € Job ist jedem voll erwerbsgeminderten Menschen nicht verboten, ob mehr geht, müssen Sie im Zweifel probieren.
Dass Einkünfte, die Sie aus Arbeit erzielen, die Grundsicherung kürzen würde, ist aus Sicht eines Steuerzahlers nur gerecht - aber kein Problem, Sie wollen ja am Arbeitsleben teilnehmen.

Und die Teilnahme am Gesellschaftlichen Leben, ist nicht nur Reichen möglich - es gibt auch Angebote, die nichts oder wenig kosten, bzw. sich ehrenamtlich zu betätigen und dadurch gesellschaftliche Anerkennung zu finden, ist ebenso jederzeit möglich.

Wege gibt es viele - auf gehts!

von
nautilus

Ich wollte hier keine persönlichen Meinungen lesen, ich suche rechtliche Wege, diese Sache anzufechten, es geht hier auch nicht um Geld, Steuern oder ehrenamtliche Arbeit.

Danke!

von
Schade

Dann weisen Sie den Behörden nach, dass Sie arbeiten können und dass die Gutachten falsch sind.

Aber dieser Nachweis gelingt am besten, wenn jemand auch tatsächlich arbeitet und dadurch frei von staatlichen Hilfen wird..

Um was gehts denn dann, wenn nicht ums Geld?

Da lache ich mich schlapp...da lebt jemand von Grundsicherung, vorher von Hartz4 (sonst wäre das Jobcenter nicht aktiv geworden) und will jetzt den Rechtsweg bestreiten, (am besten auf Staatskosten, da eine Klage am SG nichts kostet) - aber um Geld geht es natürlich nicht. Warum denn dann das Ganze?

von
Du meine Güte

Gehen Sie arbeiten und gut iss....

von
Jack

Ich glaube schon zu wissen, worum es dem Fragesteller geht.
Das Gutachten, welches zur vollen EM-Rente geführt hat (und dessen Inhalt dem Schreiber wohl bekannt geworden ist) beschreibt die Persönlichkeit und das Krankheitsbild des Betreffenden so vernichtend negativ.
'Nautilus' fühlt sich zuerst einmal ind seiner Ehre und seinem Selbstwert verletzt und will es nun (quasi aus Protest) allen mal zeigen.
Objektiv betrachtet ist es so, dass seitens der Arbeitsagentur, bzw. dem dann folgenden ALG2-Träger ein Weg gesucht wurde, um den Kunden von der Vermittlungsverpflichtung zu entbinden. Dazu bedarf es oft drastischer Gutachten, den ohne Weiteres wird heute niemand mehr vollen EM-Rentner.
Ich würde das, was in dem Gutachten steht, nicht Zeile für Zeile als 100% wahr auf mich persönlich beziehen.
Man sollte sich selbst prüfen, ob es (unabhängig vom Inhalt des Gutachtens) nicht besser ist, sich aus der Position des Grundsicherungsbezuges in einem 400,00 Euro-Job zu versuchen, um festzustellen, wo die Belastungsgrenzen tatsächlich liegen.
Sollte das klappen, kann man sich auf die Suche nach einem Fulltimejob machen und guten Gewissens, die EM-Rente, das Gutachten und die Grundsicherung hinter sich lassen.
Wenn man dann noch Lust dazu hat, kann man ein 'Gegengutachten' fertigen lassen und den 'falsch informierten Stellen' im Nachhinein überlassen. Nur, das alte Gutachten wird deshalb nicht aus den Schubladen verschwinden.

von
Niemals

Es geht doch nie ums Geld.

Ich fände den Satz " Ich will ja arbeiten,aber..." könnte doch der Satz des Jahres werden. So oft wie man den hört :-)

von
Tschacka

Hallo Nautilus,

habe folgendes entdeckt:
Beispiel(e):
Menschen mit Asperger-Syndrom jonglieren virtuos mit Fakten oder Zahlen - und sind doch soziale Krüppel. (Quelle: spiegel.de vom 23.02.2006)
Die am häufigsten vorkommende, mildere Variante des Autismus, das Asperger-Syndrom, wird auch Geek- oder Nerd-Syndrome genannt. (Quelle: dw-world.de vom 02.06.2006)
Autisten und Menschen mit Asperger-Syndrom, der leichteren Form der Krankheit, kommunizieren kaum mit ihrer Umwelt und bauen - wenn überhaupt - nur schwer soziale Kontakte auf. (Quelle: handelsblatt.com vom 01.09.2006)

Das ist zwar alles schon etwas alt, aber scheinbar doch aktuell. Wenn Sie wirklich unter dieser Krankheit leiden, so ist diese Form der "Frühberentung" wohl leider umumgänglich gewesen. Ich urteile nicht!!! Wenn Sie aber einen Job finden, wo Sie Ihren Fähigkeiten entprechend einsetzbar sind und der Ihnen auch noch gefällt, dann wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg!!!

Ansonsten sind Sie in meinen Augen leider wirklich sehr sehr krank und ich wünsche Ihnen, dass Sie trotzdem das Positive erkennen können.

Also seien Sie tapfer und versuchen einfach das Beste draus zu machen. Suchen Sie sich einen Job, der Ihnen Spaß macht und verdienen ein bissel dazu ( max.400.- EUR am Anfang). Wenn mehr daraus wird umso besser.

Alles Gute
Tschacka

von
Pauli

"" Ich will ja arbeiten,aber..." könnte doch der Satz des Jahres werden"
Mitunter stimmt er aber schon. Ich gehe von mir aus: Wenn man 38 Jahre immer gearbeitet hat, immer den ganzen Tag Leute um sich - Kollegen und Publikum, Erfolgserlebnisse, fällt es sehr schwer, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass gerade noch die Selbstversorgung halbwegs geht, sonst aber nix!
Bei jemandem, der noch nie oder wenig arbeiten war, dürfte das aber anders sein.

von
Tschacka

Hallo Pauli,
warum meinen Sie, dass @Nautilus "nie oder wenig arbeiten war"?

wenn er 39 ist und ab 16 eingezahlt hat (fiktiv angenommen), dann hat er doch auch schon mind.22 Jahre eingezahlt. Für seine Krankheit kann er ja nix. Das darf man nicht ausser Acht lassen. Auch befürchte ich, dass die Krankheit der Grund für die Arbeitslosigkeit von @Nautilus war. Das er nun eine "Frührente" bezieht ist für ihn sicher auch nicht die beste Lösung, aber finanziell gesehen die Sicherste!

Es gibt leider so viele schlimme Krankheiten, die wir als Laien absolut nicht beurteilen können und vor allem nicht dürfen!

Ich hab neulich im TV einen Werbespot gesehen, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. darf ja hier nix benennen, aber...

"unterm Strich, zähl ich!" oder so ähnlich...

Der Mensch hat einen natürlichen Schutzmechanismus und das ist auch gut so. Aber in einer Solidargemeinschaft bedeutet dieser Satz eine Katastrophe!!!!

Also werde ich versuchen nicht zu urteilen, sondern zu verstehen.

LG
Tschacka

von
Niemals

Lieber Pauli,

sie haben natürlich Recht mit dem was sie sagen. Jemand der plötzlich aus dem Arbeitsprozess rausgerissen wird,der wird sich schwer damit abfinden können. Aber dieser Satz kommt zu 99,98 % nicht von solch einer Person, sondern von den ALTBEKANNTEN ;-))

von
TCK

Nach den Angaben von Nautilus bekommt er zumindest derzeit Grundsicherung und keine Rente! Wegen seiner Krankheit hat er wohl auch tatsächlich nur wenig gearbeitet! Ist aber nur eine Vermutung!

von
Tschacka

Hallo TCK,

ja stimmt, das könnte so sein. Er schreibt ja was von EM und Grundsicherung.
Na dann ist ja im Grunde nur ein Wechsel der Leistungsträger vollzogen worden. Hoffen wir einfach das Beste für @nautilus!

LG
Tschacka

von
nautilus

Ich habe bis Juni 2002 ausserhalb der EU gelebt. daher habe ich nichts in D eingezahlt, da ich keine Asbildung im deutschem Sinne habe, bin ich in d arbeitslos gewesen. Ich war jedoch niecht krank, war noch nie im Krankenhaus, und habe noch nie Medikamente genommen, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Personen mit gleicher Diagnose, WELCHE jedoch alle nicht auf Grundsicherung gesetzt worden.

Das Jobcenter hatte zum Zeitpunkt dieser Sache mit mir einen Rechtsstreit vor dem Sozialgericht verloren, in just diesem Monat bekam ich eine EGV welche, wie ich leider erst heute weiss. rechtswidrig war.

Ansonsten steht im Gutachten der DRV keine Begründung der Erwerbsunfähigkeit, auch meint dieser Gutachter, ich könne gar kein Asperger-Syndrom haben, da ich im Ausland lebte (?).

Hier ist eine Seite, den Befund enthaltend:
http://picasaweb.google.com/blob120/Berlin#5372000805565877506

Dieses Gutachten hat mein Leben zerstört, ich hoffe das in einem Rechtsstaat eine Möglichkeit besteht, das anfechten zu können.

von
kapier nix

Und was um Himmels willen ist an der hochgeladenen Seite so schlimm? Klingt für mich überwiegend "normal". Wenn Sie ALLES so schlimm finden ist die "Anpassungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt" allerdings wirklich nicht vorhanden - kein Chef oder Kollege denkt eine Viertelstunde nach, was man zu Ihnen sagen darf oder nicht, weil Sie daraus was konstruieren könnten...

von
Tschacka

Lieber Nautilus,

es ist natürlich nicht einfach für Sie und wenn Sie keine Beiträge hier eingezahlt haben,dann gibts ja auch keine Rente (s.a.Beitrag von TCK) aber mit der Grundsicherung sind Sie doch nicht schlechter gestellt als mit Hartz 4 oder?

Sie glauben gar nicht, wieviele Menschen (auch Deutsche) Grundsicherung aufgrund von Erwerbsminderung beantragen und nix bekommen, weil man diese für arbeitsfähig hält. da ist das Problem andersherum. Wie gesagt, es hindert Sie doch niemand daran zu arbeiten. Sie könnten sich ja auch selbständig machen oder what ever... Nur momentan hält man Sie eben nicht für Arbeitsfähig aufgrund Ihrer Krankheit und daher sind Sie nicht vermittelbar und somit Grundsicherung. Befriedigend oder net interessiert hier nicht. Verstehen Sie das?

Nochmals alles Gute für Sie und ich hoffe, Sie finden eine Alternative.

Tschacka

von
nautilus

Ja was wohl?!

Gerade das, ich bin nicht so unormal, das ich gar nicht arbeiten könnte.
Ich kann mich an die Gutachtersituation anpassen, und der behauptet ich könnte nicht mal 3 Stunden mich an Arbeit anpassen? Woher will der das wissen? Und eine Begründung steht da nirgens.

Und wenn eben Leute, denen es WIRKLICH schlecht geht, das dann nicht bekommen, das ist auch eine Sauerei.

von
nautilus

hi

es geht nicht um Geld, es geht um die Möglichkeit, die Beratung und Vermittlung etc. der AfA zu nutzen, ich empfinde Arbeit auch als Selbstverwirklichung.

von
Tschacka

ja eben, deshalb rate ich Ihnen ja auch sich selbst um Arbeit zu bemühen! Die Jobcenter und AfA werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht schneller einen Job für Sie finden als Sie selbst!!! Weil Sie aber nach Einschätzung der Medziner eben nicht arbeitsfähig sind, ist eine Vermittlung nicht möglich. Sie sind und bleiben ein Leben lang für sich selbst verantwortlich!!! Eigenbemühungen sind m.E. gerade bei Ihrer Krankheit auch viel mehr Wert!

LG
Tschacka