Erwerbsunfähigkeitsrente

von
Frank

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Jahrgang 1959 und war seit nahezu 20 Jahren als RV-pflichtiger Angestellter tätig. Seit etwa 5 Jahren zahle ich als Selbständiger keine Beiträge mehr in die RV ein und habe somit auch meinen Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente verloren. Frage: Kann ich diesen Anspruch (wenn ja unter welchen Bedingungen) wieder erwerben?

von
Renten-Fachmann

§ 43 SGB VI - Rente wegen Erwerbsminderung (Auszug) -
(2) Versicherte haben bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn sie
1. voll erwerbsgemindert sind,
2. in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben und
3. vor Eintritt der Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit erfüllt haben.
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Zu Pflichtbeiträgen können Sie nur kommen durch Versicherungspflicht auf Antrag:
§ 4 SGB VI - Versicherungspflicht auf Antrag (Auszug)-
(2) Auf Antrag versicherungspflichtig sind Personen, die nicht nur vorübergehend selbständig tätig sind, wenn sie die Versicherungspflicht innerhalb von fünf Jahren nach der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit oder dem Ende einer Versicherungspflicht aufgrund dieser Tätigkeit beantragen.
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Wenn das zeitlich nicht mehr geht, dann können Sie eine zweite vollkommen andere selbständige Tätigkeit aufnehmen, in der Sie entweder laut Gesetz versicherungspflichtig sind oder hier den Antrag nach §4 SGB VI stellen.
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Ist übrigends bereits durch die Deutsche Rentenversicherung abgeprüft worden, ob Versicherungsfreiheit besteht ? Wenn nicht und Sie sind Versicherungspflichtig nach § 2 SGB VI, könnte eine Beitragsforderung vier Jahre rückwirkend entstehen. Dann sind Sie aller Sorgen und viel Geld ledig.
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Der Vollständigkeit halber: Die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Tätigkeit über 400,00 EUR monatlich.

von
Schade

weitere Alternative: Sie werden sonstwie versicherungspflichtig (als Arbeitnehmer, Minijob mit Aufstockung, Pflege eines Angehörigen, kriegen ein Kind....) und nach 36 Monaten besteht der Versicherungsschutz wieder, sofern Sie dann erwerbsgemindert werden.

Experten-Antwort

Hallo Frank,

wie Ihnen bereits Renten-Fachmann und Schade beschrieben haben, müssen Sie erst wieder innerhalb von 5 Jahren 3 Jahre Pflichtbeiträge entrichten. Die Möglichkeiten für eine entsprechende Beitragszahlung sind Ihnen ebenfalls bereits dargestellt worden.

von
Frank

würde unter den genannten Voraussetzungen dann mein ursprünglicher Anspruch (ich war ca. 20 Jahre als Angestellter tätig) wieder aufleben oder beginnt der Anspruch von der Höhe her von vorne?

von
Heinerich

Die Rente berechnet sich aus allen rentenrechtlichen Zeiten bis zum Leistungsfall.

MfG

Experten-Antwort

Ihre Rente würde aus allen bislang zurückgelegten rentenrechtlich relevanten Zeiten (also einschl. der 20 Jahre Beitragszeiten) errechnet.

von
Rentenprofi

das ist natürlich so, wie die "expertin" das schreibt unsinn, denn dann wäre es um viele erwerbgeminderte ganz schlecht bestellt ! Ihre rente wird nach einem recht komplizierten verfahren aus allen bisher zurückgelegten zeiten berechnet. zusätzlich bekommen Siee bis zum 60. LJ eine zurechnungszeit sozusagen "gratis", die aus dem durchschnitt des versichertenlebens berechnet wird. Im übrigen sollten Sie bei einer derart wichtigen frage immer auch professionellen rat holen. oft gibt es möglichkeiten, die Ihnen die berater der DRV nicht unbedingt erläutern.....

von
Wolfgang

Hallo Rentenprofi,

> Im übrigen sollten Sie bei einer derart wichtigen frage immer auch professionellen rat holen.

Ach, Sie meinen, hinter den DRV-Beratern verstecken sich Laienspieler, die mit dem SGB nur auf der Nase jonglieren können ? ;-)

> oft gibt es möglichkeiten, die Ihnen die berater der DRV nicht unbedingt erläutern.....

Werfen Sie hier Unruheköder aus, oder können Sie auch ansatzweise - sei es auch nur auf klein geschriebener Laienspielebene - die von Ihnen angemalten Möglichkeiten im Ansatz aus Ihrem Nähkästchen der Erfahrungen für die Allgemeinheit nutzbringend skizzieren ?

Gruß
w.
(Azubi bei Frau E. denk ich da eben nur ... ;o)

von
rentenprofi

ach, wissen Sie: Hier wird Sachlichkeit u Höflichkeit versprochen und gefordert ! Stattdessen werden Menschen, die es wagen, Fehler aufzuzeigen, schlicht unsachlich und z.T. beleidigend gemobbt !
Fakt ist, dass professionelle Rentenberater im gegensatz zu den "Experten" hier u bei d. DRV tatsächlich unabhängig sind u ausschließlich dem Mandanten verpflichtet !
Um den Fragesteller korrekt zu beraten, bedarf es noch einer Menge Detailwissen ! Das geht nicht zwischen Tür u. Angel ! Dafür sind die Fälle in der Regel zu vielschichtig. Daher sind viele Antworten hier auch unzulänglich ! Sie erwecken aber den Anschein eines korrekten Rechtsrates !
Das halte ich für gefährlich !
Ich bin Rentenberater aus Leidenschaft und das schon sehr lange und denke, Sie sollten lieber sachlich bleiben und hier vorsichtiger formulieren....

von
Wolfgang

Hallo Rentenprofi,

> Sie erwecken aber den Anschein eines korrekten Rechtsrates !
Das halte ich für gefährlich !

Ich erwecke es nicht, nicht hier, ich steh vor der Haustür Kraft gesetzlicher Bestimmung dafür grade - in allen Antworten belangbar und nur für den Kunden ausschließlich, und nur in seinem Sinne. HIER - ist ... Sie habe sich inzwischen schlau gemacht ? Unterschätzen Sie nicht den Wissensgehalt Ihrer Neukunden ;-)

Begraben wir unseren Streit, der kein wirklicher war - nicht auf dieser Ebene, nicht mit Vertretern der DRV oder anderen staatlichen Behörden auf non-virtueller Ebene.

(Ein Forum ist ein Forum ist ein Forum ...solange kein gesicherter signierter / authentifizierbarer Nachweis für User/Antwort möglich ist, können Sie hier/in jedem Forum rechts- oder linkslastig an die Wand laufen, und jeder Sozialrichter schnippt Sie gleich wieder aus der Eingangsmappe)

Unabhängig ? ...Sie sollten sich den Begriff mal zu eigen führen, wer in diesem Staat die 'unabhängige' Gewalt vertritt ...Sie sind abhängig von Ihrem gewerblichen Gewinnstreben ;-) Unabhängig sitzt da ganz oben, das werden Sie Ihren Mandanten doch hoffentlich gleich beim ersten Gespräch offenbaren ...

Trotz allem, Sie sind (sicher auch im Sinne anderer User) gern willkommen, Ihre fachlichen Beiträge in die Fragen einfließen zu lassen - nur: Trommeln gegen 'den bösen Staat' als mal eben Hals aufmachen - da müssen Sie noch ein paar Profistufen höher klettern, eh Sie einer ernst nehmen kann.

Gruß
w.
...ist nicht Mobbing, sondern entblätterte Wahrheit (und ich sag ich nochmal, Rentenberater ja gern, dann aber fachlich einwandfrei und ohne Hetze !)

von
Renten-Fachmann

Der Rentenprofi hat geschrieben "zusätzlich bekommen Siee bis zum 60. LJ eine zurechnungszeit sozusagen "gratis", die aus dem durchschnitt des versichertenlebens berechnet wird".
Das ist falsch. Hier können Sie lesen, wie die Zurechnungszeit gebildet wird:
§ 59 SGB VI - Zurechnungszeit
(1) Zurechnungszeit ist die Zeit, die bei einer Rente wegen Erwerbsminderung oder einer Rente wegen Todes hinzugerechnet wird, wenn der Versicherte das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
(2) Die Zurechnungszeit beginnt
1. bei einer Rente wegen Erwerbsminderung mit dem Eintritt der hierfür maßgebenden Erwerbsminderung,
2. bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung, auf die erst nach Erfüllung einer Wartezeit von 20 Jahren ein Anspruch besteht, mit Beginn dieser Rente,
3. bei einer Witwenrente, Witwerrente oder Waisenrente mit dem Tod des Versicherten und
4. bei einer Erziehungsrente mit Beginn dieser Rente.

Die Zurechnungszeit endet mit Vollendung des 60. Lebensjahres.
(Sonderregelung: §§ 253a)
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§ 253a SGB VI -Zurechnungszeit
Bei Beginn einer Rente vor dem 1. Januar 2004 endet die Zurechnungszeit mit dem vollendeten 55. Lebensjahr. Die darüber hinausgehende Zeit bis zum vollendeten 60. Lebensjahr wird in Abhängigkeit vom Beginn der Rente in dem in Anlage 23 geregelten Umfang zusätzlich als Zurechnungszeit berücksichtigt.
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von
Renten-Fachmann

Ausserdem war eine Zurechnungszeit auch nicht Gegenstand der Frage. Frank wollte nur wissen, ob seine bis zur Selbständigkeit erworbenen Versicherungszeiten eventuell verloren gehen können. Und diese konkrete Frage wurde von der Expertin konkret beantwortet!

von
Gert

und wieder mal hat ein Profi Rentenberater seine Kompetenz bewiesen.Unglaublich was diese Menschen von sich geben.Wenn man es Müll nennen würde,würde man den Müll beleidigen.

Die Frage ist einwandfreibeantwortet worden.Es gibt nur noch die Möglichkeit der Pflichtbeiträge.Das weiss jeder,der nur ne halbe Stunde im Rentenrecht aufgepasst hat.

Aber soll der Dumme Versicherte doch einen Profi 'Rentenberater' aufsuchen,schön viel Geld bezahlen für solch einen Unsinn,wie Rentenprofi hier von sich gibt.

Es mag sicherlich auch gute private Rentenberater geben ( Wunder gibt es immer Wieder :-)),aber den Eindruck die sie hier erwecken ist schlichtweg erschreckend.Überhaupt keine Ahnung vom Rentenrecht,imemr nur Floskeln und der billige Satz das die DRV Berater nicht objektiv seien.Das ist mehr als erbärmlich!!!

Ich bedauere jeden armen Teufel der so blöd ist und sich Hilfe bei solch einem Rentenprofi holt.

von
Renten-Fachmann

Jetzt habe ich doch noch etwas vergessen:
Bei der Rentenberechnung wird im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung ein Entgeltpunktedurchschnitt ermittelt, der bestimmten beitragsfreien Zeiten (Monate), darunter den Monate der Zurechnungszeit, zugeordnet wird.

von
Martin

Ist doch immer wieder schön, wenn ein Thema so entgleist. Eigentlich wollen alle nur helfen. Die DRV Mitarbeiter haben ein fundierters Fachwissen im Rentenbereich. Aber manchmal muss er Dienstanweisungen des Dienstherrn folgen.
Manchmal ist hilfreich, einen Blick über alle Sozialversicherungsbereiche und anderer Rechtsprechung auf ein Problem zu werfen um auch Alternativen zu kennen. Da kann ein Rentenberater helfen. Im Rehabereich arbeiten Mitarbeiter und Rentenberater oft Hand in Hand.