Erwerbsunfähigkeitsrente Gehaltsnachzahlung

von
Renti

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit einer im Juli 2018 als Höhepunkt eines Mobbings erhaltenen Kündigung erwerbsunfähig.

Im August dieses Jahres erhielt ich infolge eines gerichtlichen Vergleichs eine Gehaltsnachzahlung für die Zeit nach der Kündigung, also für über 3 Jahre.

Erst jetzt habe ich Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt.

Ich würde gerne wissen, wie wegen der mehr als 3 Jahre nach Eintritt der Berufsunfähigkeit im August dieses Jahres erhaltenen Gehaltsnachzahlung die Erwerbsunfähigkeitsrente berechnet wird.

Wird z. B. die Rente und die Zurechnung zum Zeitpunkt des Eintritts der Berufsunfähigkeit berechnet unabhängig der Gehaltsnachzahlung und besteht in diesem Fall ein eigenständiger Rentenanspruch hinsichtlich der Rentenversicherungsabgaben, die ich wegen der Gehaltsnachzahlung entrichtete?

Oder werden die für die Gehaltsnachzahlung entrichteten Rentenversicherungsabgaben den vor Eintritt des Leistungsfalls entrichteten Versorgungsabgaben zugerechnet und die Rente und die Zurechnung zum Zeitpunkt des Ende des Zeitraums, für den ich die Gehaltsnachzahlung erhielt, berechnet?

Vielen Dank.

Experten-Antwort

Guten Morgen Renti !

Für eine vollständige Klärung der Sachlage fehlen Angaben, ob per Gerichtsbeschluss lediglich Gehalt nachgezahlt worden ist, oder ob auch die Nachentrichtung der Sozialversicherungsbeiträge geregelt worden ist.

Welche Zeiten waren denn bisher in Ihrem Versicherungskonto für die Zeit ohne Ausübung Ihrer Tätigkeit gemeldet worden?

Grundsätzlich werden bei einer Rente wegen Erwerbsminderung sämtliche Zeiten bis zum festgestellten Leistungsfall (in der Regel erster Tag einer durchgehenden Arbeitsunfähigkeit) für die Rentenberechnung berücksichtigt. Zusätzlich wird – unabhängig von den nach dem Leistungsfall vorliegenden tatsächlichen Verhältnissen – eine Zurechnungszeit bis zur Regelaltersgrenze ermittelt und mit einem Durchschnittswert aus Ihrem Versicherungsleben bewertet.

Die rentenrechtlichen Zeiten, die NACH dem Leistungsfall liegen, gehen nicht verloren. Vielmehr wird spätestens mit Erreichen der Regelaltersgrenze und der Zahlung der Regelaltersrente ein Vergleich durchgeführt.
Vereinfacht ausgedrückt werden die Zeiten, die Grundlage für die Berechnung der Erwerbsminderungsrente inklusive der Zurechnungszeit waren, mit der Summe aller Zeiten für die Berechnung der Regelaltersrente verglichen. Die Berechnung mit den höheren persönlichen Entgeltpunkten wird dann für die Zahlung der Regelaltersrente zugrunde gelegt.

Viele Grüße
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

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