Erwerbsunfähigkeitsrente; muss ich mich arbeitslos melden

von
Lilo

Ich beziehe eine Erwerbsunfähigkeitsrente befristet bis August 2012. Letzte Woche war ich bei der DRV, um meine Weiterberentung zu beantragen. Die Sachbearbeiterin sagte ,es ist zu früh, ich solle warten, bis ich Bescheid bekomme. Das wird im Juni sein. Falls ich bis dahin nichts gehört habe, sollte ich mit meinen Unterlagen zur DRV gehen.

Vor meiner Berentung erhielt ich Arbeitslosengeld, da ich krank geschrieben war und ausgesteuert.
Wann muss ich mich denn bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden? Muss ich das überhaupt? Mein Gesundheitszustand hat sich eher verschlechtert. Mein Anspruch auf Arbeitslosengeld ist verfallen ( es waren 12 Monate Anspruch).

Momentan bin ich total durch den Wind, da einfach alles zu viel ist. Da ist auch die Angst, etwas falsch zu machen.

Vielen Dank für eine Antwort
Lilo

Experten-Antwort

Hallo Lilo,

ich denke, es kann sicher nicht schaden, wenn Sie die Weiterzahlung der Rente schon im Mai oder April beantragen. Dann sollten Sie sich auch nicht abwimmeln lassen, denn die medizinische Entscheidung kann schon mal eine Weile dauern.
Sofern sich Ihr Gesundheitszustand tatsächlich verschlechtert hat und dies durch medizinische Unterlagen oder auch ein neues ärtzliches Gutachten bestätigt wird, dann wird die Rente vermutlich auch weiter gezahlt werden. Allerdings bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die diesbezügliche Entscheidung des Medizinischen Dienstes Ihres Rententrägers abzuwarten.

Ob Sie im Anschluss an die Rente Anspruch auf Arbeitslosengeld hätten, wenn Ihre Erwerbsfähigkeit doch wiederhergestellt sein sollte und ab wann Sie sich dort arbeitslos melden müssten, sollten Sie bitte bei der Agentur für Arbeit erfragen.

von
Krämers

Mit dieser Aussage sollten Sie nicht einverstanden sein. Falls über den Verlängerungsantrag dann nämlich zum Ablauftermin ihrer Rente aus welchen Gründen auch immer nicht entschieden wurde haben Sie dann die Probleme ( nämlich ohne Rentenzahlung dazustehen ) und nicht die Sachbearbeiterin die vorher solche tollen Auskünfte erteilt hat...

Natürlich ist es nun auch nicht sinnvoll den Antrag viel zu früh zu stellen. Aber besser zu früh als zu spät... Den Antrag auf Verlängerung sollte man immer rechtzeitig und zwar ca. 5-6 Monate vor Ablauf der Befristung stellen. Ablauf z.b. 31.8. heisst Antragstellung auf jeden Fall ca. Mitte März. Damit haben Sie - im Normalfall - genügend Zeitpuffer und es dürfte nichts " anbrenen ". Eine Antragstellung im Juni KÖNNTE unter Umständen viel zu knapp werden , wenn z.b. erstmal Befundberichte eingeholt werden müssen und dann noch zusätzlich ein oder geschweige denn ( wie bei mir ) mehrere Begutachtungen ( auf verschiedenen med. Fachgebieten ) etc. angesetzt werden sollten.

Sollte die Verlängerung erstmal abgelehnt werden und Sie dann noch in den Widerspruch gehen müssen , klappt das bis Ende August dann alles nie und nimmer mehr...

Persönlich ist mir genau das passiert und ich durfte mich dann bis zum Bescheid über die Rentenverlängerung ca. 6 Monate mit der Agentur für Arbeit " rumschlagen " . Verlängerungsantrag + Widerspruchsverfahren dauerte bei mir ca. 9 Monate. Da sehen an einem praktischem Beispiel das selbst eine recht frühzeitige Antragstellung mancnhmal nicht ausreicht.

Bei der Agentur für Arbeit sollten Sie sich in jedem Fall mindestens ca. 1 Monat vor Ablauf ihrer Rente ( falls diese bis dahin nicht verlängert wurde ) der guten Ordnung halber schon mal melden.

Achtung : Auch wenn Ihr ALG I Anspruch den Sie sich vor der EM-Rente erworben haben bereits aufgebraucht oder verfallen ist, erwerben Sie mit dem Bezug auch einer befristeten EM-Rente einen NEUEN ALG I Anspruch. Während des Bezuges einer EM-Rente werden von der RV Pauschalbeiträge für Sie auch zur Arbeitslosenversicherung abgeführt. Lassen Sie sich dazu ( wie z.b. über die genaue zeitliche neue Anspruchsdauer - es werden keine 12 Monate sein , sondern weniger ) dann bei der Agentur für Arbeit rechtzeitig beraten. Also um eine Meldung bei der AfA kommen Sie bei nicht rechtzeitigem Rentenverlängerungsbescheid auch aus diesem Grunde nicht herum.

" Erwerbsminderungsrenten werden von der Rentenversicherung in aller Regel nicht auf Dauer, sondern nur für einen befristeten Zeitraum bewilligt. Was ist aber, wenn nach Ablauf des Bewilligungszeitraums von beispielsweise zwei Jahren die Rente auf Zeit nicht erneut bewilligt wird?
In diesen Fällen besteht häufig ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I.

Die Zeit des Bezugs einer Rente wegen voller Erwerbsminderung gilt nach § 26 Abs. 2 Nr. 3 des dritten Sozialgesetzbuchs als versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung. Das trifft dann zu, wenn die Betroffenen unmittelbar vor dem Bezug der Rente als Arbeitnehmer versicherungspflichtig waren oder Arbeitslosengeld I oder – solange es diese Leistung noch gab – Arbeitslosenhilfe erhalten hatten. "

http://www.geldtipps.de/geld-vom-staat/themen/nach-erwerbsminderungsrente-besteht-haeufig-anspruch-auf-arbeitslosengeld-i

von
Friedhelm

Zitiert von: Krämers

Den Antrag auf Verlängerung sollte man immer rechtzeitig und zwar ca. 5-6 Monate vor Ablauf der Befristung stellen. Ablauf z.b. 31.8. heisst Antragstellung auf jeden Fall ca. Mitte März.

Aber was macht man, wenn die Rente nur für 6 Monate bewilligt wurde, so wie bei mir kürzlich?

Wenn eine so frühzeitige Antragsstellung möglich ist, dann wäre es doch viel einfacher, die Rente sofort länger zu bewilligen.

Was macht es denn für einen Sinn, die Rente zunächst für 6 Monate zu befristen, wenn sofort nach Erteilung des Rentenbescheides der Fortzahlungsantrag geprüft wird?

Mein Anwalt hat mir geraten, genau aus diesen Gründen frühestens 3 Monate vor Ablauf den Fortzahlungsantrag zu stellen!

von
Krämers

Naja, bei einer so außergewöhnlich kurzen Befristungsdauer der EM-Rente von nur 6 Monaten gelten natürlich andere Zeiträume. Das ist doch wohl völlig klar. Da macht es natürlich absolut keinen Sin quasi sofort nach Rentenzuerkennung schon den Verlängerungsantrag auf den Weg zu bringen. Das ist dann wirklich ca. 3 Monate vor Ablauf der Befristung der Verlängerungsantrag angezeigt.

Den Sinn bzw. das warum die EM-Rente bei ihnen und in ähnlichen Fällen nur für z.b. schlanke 6 Monate befristet wurde kann ich ihnen sagen : Die sehr sehr kurze Befristung von nur 6 Monaten deutet nämlich mit allergrösster Wahrscheinlichkeit darauf hin, das der med. Dienst in dieser Zeit von einer erheblichen Besserung ihres Gesundheitszustandes und damit auch ihrer Erwerbsfähigkeit ausgeht. Denn sonst wäre die EM-Rente mindestens mal für 1 Jahr oder länger ( bis zu 3 Jahre ist ja möglich ) befristet worden. Die Ausichten das ihrem Verlängerungsantrag also überhaupt stattgegeben wird sind demnach nicht besonders gross bzw. eben geringer als wenn die EM-Rente im 1. Anlauf gleich für länger befristet worden wäre . Sollte sich natürlich jetzt in der 6 Monatsfrist eine erhebliche Verschlechterung ihrer Gesundheit eingestellt haben, steigen die Chancen natürlich wieder. Also wird der Zeitpunkt der Stellung des Verlängerungsantrages wohl ihr geringstes Problem sein bzw. dann werden. Hoffe ihr Anwalt hat ihnen das auch ähnlich gesagt, sonst hat er wenig Ahnung von der Materie..

Viel Erfolg.