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erwerbsunfähigkeitsrente nach altem recht und große witwenrente

von
jutta

hallo, vielleicht kann mir jemand helfen? ich bekomme eine erwerbsunfähigkeitsrente in höhe von netto 807,87 euro. hinzu eine witwenrente in höhe von 599,92 euro netto. ich habe zwei kinder, mein freibetrag beträgt lt. rentenbescheid 998,66 euro. auf dem lt. bescheid steht das die zu berücksichtigende rente den freibetrag nicht übersteigt.
ich erhalte aber, da ich u. mein mann beide im öffentl. dienst tätig waren, eine kleine rente der rheinischen zusatzversorgungskasse (eu-rente 187 und witwenrente 85 euro).
Darf ich hinzu verdienen und wieviel wird mir von der witwenrente abgezogen.
vielen dank im voraus

Experten-Antwort

Die Witwenrente der Zusatzversorgungskasse wird Ihnen auf jeden Fall nicht von der Witwenrente abgezogen.
Für die EU-Zusatzversorgung kommt es darauf an, welches Recht für Sie maßgebend ist. Haben Sie vor dem 01.01.2002 geheiratet und sind Sie oder Ihr verstorbener Ehemann vor dem 02.01.1962 geboren, dann kommt es auch hier nicht zur Anrechnung. Andernfalls würde zwar die Anrechnung geprüft, aber wenn ich richtig gerechnet habe, ist der Freibetrag knapp eingehalten.

von
jutta

mein verstorbener mann ist 1952 u. ich 1961 geboren u. wir haben 1990 geheiratet, also nach altem recht.
wenn ich jetzt arbeiten gehen würde für 200 euro im monat, habe ich dann einbußen bei der witwenrente?

von
-

In Ihrem Fall würde dann nur die eigene Netto-Rente (EU) und ggf. Einkommen aus Beschäftigung dem Freibetrag gegenübergestellt werden.

Wenn Sie zusätzlich zur Rente einen Mini-Job mit einem mtl. Gehalt von 200Euro (Brutto=Netto) ausüben, würde sich die Rechnung wie folgt gestalten:

807,87 Euro eigene Rente
+200 Euro Gehalt aus Mini-Job
= 1007,87 Euro

1007,87 Euro Gesamteinkommen
-998,66 Euro Freibetrag
=9,21 Euro anzurechnendes Einkommen

davon 40% = 3,68 Euro

Diese 3,68 Euro werden dann von ihrer derzeitigen Brutto-Witwen-Rente abgezogen...

von
jutta

das ist ja super -. recht herzlichen dank und ein schönes wochenende

lg

von
Michael1971

Sie haben in Ihrem Beispiel die 3 Prozent Steuerentlastung vergessen, um die sich die Nettorente noch verringert.

Es ergeben sich demnach 807,87*0,97+200=983,63 EUR. Das Gesamteinkommen liegt immer noch unter dem Freibetrag.

von
-

Oh, ja richtig... Danke, die rutschen mir irgendwie immer durch...

Experten-Antwort

Nach Ihren Angaben wird die Witwenrente nach altem Recht gezahlt und damit wird die Zusatzversorgung nicht angerechnet.

Wenn Sie eine Beschäftigung mit 200 Euro Verdienst aufnehmen würden, wären die Nettoaltersrente (minus 3 % als Ausgleich für eine evtl. Steuerbelastung) und die 200 Euro zusammenzurechnen - der Freibetrag gerade so eingehalten. Generell gilt: Von dem Entgelt, welches den Freibetrag übersteigt, werden 40 % auf die Witwenrente angerechnet.

Inwieweit sich die Beschäftigung auf Ihre Erwerbsminderungsrente auswirken würde, kann ich von hier aus nicht beurteilen - volle Erwerbsminderung liegt z.B. nur dann vor, wenn man nicht mehr 3 Stunden am Tag arbeiten kann...

von
jutta

ich habe eine erwerbsunfähigkeitsrente auf dauer seit ca. 17 jahren. wenn ich jetzt für 200 euro arbeiten würde, wäre das natürlich nicht jeden tag, maximal 1 mal die woche, weil mehr geht nicht wegen meiner ängste.

Experten-Antwort

Hallo Jutta,
das sollte dann eigentlich kein Problem sein - aber mitteilen sollten Sie die Beschäftigungsaufnahme auch zur Erwerbsminderungsrente (also bitte auf der Mitteilung an den Rententräger beide Versicherungsnummern angeben - bei vielen Trägern wird die Witwenrente und die EM-Rente nämlich von verschiedenen Mitarbeitern betreut...)

von
Reni

Guten Tag Jutta,

ich kenne ihre gesundheitliche Situation nicht, möchte Sie aber hinsichtlich ihrer Anfrage noch auf einen wichtigen Punkt hinweisen.

Sie schreiben, dass Sie schon 17 Jahre eine Dauerrente beziehen. Wurde diese Rente eigentlich nie mehr überprüft ?

Selbstverständlich dürfen Sie als EU-Renterin neben ihrer Rente im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Hinzuverdienstgrenzen arbeiten gehen und hinzuverdienen.

Sie sollten aber auch bedenken:

Der Rentenversicherungsträger wertet ggf. ihre Arbeitsaufnahme neben dem Bestehen einer vollen EU-Rente als Besserung des Gesundheitszustandes. Da Sie noch relativ jung sind und schon über einen sehr langen Zeitraum Rente beziehen, könnte dies eine Überprüfung ihrer bestehenden Rente nach sich ziehen. Die Sachbearbeitung der Rentenversicherung wird zumeist hellhörig, sobald Meldungen über die Arbeitsaufnahme von EU-Rentnern übermittelt werden.

Dies muss nicht zwingend so sein. Sie sollten aber diesen wichtigen Aspekt in ihre weiteren Überlegungen mit einfliessen lassen.

von
Brille

Hallo Jutta,

denken Sie bitte auch daran, dass der erhöhte Freibetrag nur für halbwaisenrentenberechtigte Kinder gewährt wird! Wie alt sind die beiden Kinder heute? Wird nach dem 18. Lj. noch Schule oder sonstige Ausbildung vorliegen?