Erwerbsunfähigkeitsrente und Umwandlung in Altersrente für Schwerbehinderte.

von
Michl

Meine Ehefrau war heute bei der Beratungsstelle wegen einer anderen Sache und hat den Berater auf ihre bestehende Erwerbsunfähigkeitsrente angesprochen wann man diese in die Altersrente umwandeln kann da sie in 2 Monaten 60 Jahre alt wird. Ihr wurde zur Antwort gegeben, dass sie ja noch die alte Rente aus dem Jahr 1995 hat und es egal wäre, wenn diese Rente umgestellt würde. Anspruch hätte sie ab 60 + 7 Monate und am Rentenbetrag würde sich nichts ändern, da sie in dieser Zeit auch nie wieder gearbeitet hat. Der Berater hat dann auch gleich den Antrag schon fertig gemacht, und als ich heute Abend davon hörte, war ich doch erstaunt denn der Rentenbeginn ist ja erst in 2014 können nun irgendwelche Nachteile entstehen oder läuft alles wie bisher weiter.

von
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Bei Erreichen der Regelaltersgrenze wird die Regelaltersrente von Amts wegen gewährt. Die Aufnahme eines Antrags auf Folgerente wegen Alters war vermutlich nicht erforderlich, da sich die die Rentenhöhe, wie Sie schreiben, nicht ändern wird. Niedriger kann eine Folgerente wegen Alters jedoch nicht werden. Insofern hat es auch keine Nachtteile.

von
KSC

Dass ein Mitarbeiter einer Beratungsstelle einen Umwandlungsantrag mit frühestem Rentenbeginn in 9 Monaten aufnimmt, ist schon etwas seltsam - der liegt ja monatelang bei seinen Kollegen rum, bis man etwas entscheiden kann.

Aber in der Sache kann es nicht schaden.

Niedriger kann die AR nicht werden, wenn es gleich bleibt ist es egal ob die AR mit 60+7 oder später beginnt, und wenn es mehr würde, wäre der frühere Rentenbeginn nur positiv.

Also kein Grund zur Sorge.

von
Ruth Rother

Für EM-Renter besteht Anspruch auf Riesterförderung, die mit Übergang in die Altersrente verloren geht.

Falls sie also noch riestern, wäre dies zu beachten.

Ich würde mir mal vorsichtshalber mal pro forma schriftlich ausrechnen lassen, wie hoch meine Altersrente ist, wenn ich vorzeitig in Altersrente wechsle, um keine unangenehme Überraschung zu erleben.

Es soll aber auch schon Fälle gegeben haben, wo diese Rechnungen nicht gestimmt haben.

Also Vorsicht.

von
Michl

Danke, ich werde mich nun selbst mit der Rentenversicherung in Kontakt treten, da meine Ehefrau dem gesamten Gespräch total überfordert war.

von
Leser

Zitiert von: Ruth Rother

Für EM-Renter besteht Anspruch auf Riesterförderung, die mit Übergang in die Altersrente verloren geht.

Falls sie also noch riestern, wäre dies zu beachten.

Ich würde mir mal vorsichtshalber mal pro forma schriftlich ausrechnen lassen, wie hoch meine Altersrente ist, wenn ich vorzeitig in Altersrente wechsle, um keine unangenehme Überraschung zu erleben.

Es soll aber auch schon Fälle gegeben haben, wo diese Rechnungen nicht gestimmt haben.

Also Vorsicht.

Die Riesterrente gibts erst seit ein paar Jahren, ob da nun ein Euro mehr im Monat durch längere Förderungszeiträume rauskommt oder nicht wird vom Betrag her relativ egal sein. Wo soll man da durch mangelnde Vorsicht was verlieren???

Experten-Antwort

Hallo,

ich gehe aufgrund Ihrer Schilderung davon aus, dass Ihre Ehefrau 1953 geboren wurde, derzeit eine Rente wegen Erwerbsunfähigkeit bezieht und nun einen Antrag auf Umwandlung in die Altersrente für schwerbehinderte Menschen gestellt hat.

Wenn die bisherige Rente unbefristet war, wird diese bis zur Regelaltersgrenze weitergezahlt. Anschließend besteht Anspruch auf die Regelaltersrente.
Die Umwandlung in eine vorzeitige Altersrente ist z.B. sinnvoll, wenn die Altersrente höher ist als die bisherige Eu-Rente. Da auf die alte Rente ein Besitzschutz besteht, kann die neue Rente nicht niedriger werden. In der Regel wird – wenn weitere Versicherungszeiten nicht zurückgelegt worden sind – die Rente in der gleichen Höhe wie bisher weitergezahlt. Diese Altersrente ist dann endgültig.

Ich gehe davon aus, dass in der Auskunft- und Beratungsstelle, in der der Antrag aufgenommen worden ist, geprüft wurde, ob Sie auch die besonderen Voraussetzungen für die vorzeitige Altersrente (z.B. Vorliegen einer Schwerbehinderung) erfüllen. Sie sollten jedoch noch nicht zu bald mit einem Bescheid hierüber rechnen, weil so früh im voraus eine Rente noch nicht berechnet werden kann.

von
Michl

Zitiert von: Ruth Rother

Ich gehe davon aus, dass in der Auskunft- und Beratungsstelle, in der der Antrag aufgenommen worden ist, geprüft wurde, ob Sie auch die besonderen Voraussetzungen für die vorzeitige Altersrente (z.B. Vorliegen einer Schwerbehinderung) erfüllen. Sie sollten jedoch noch nicht zu bald mit einem Bescheid hierüber rechnen, weil so früh im voraus eine Rente noch nicht berechnet werden kann.

Ich bedanke mich für die Antworten und vielleicht kann mir jemand noch schreiben, was man unter „besonderen Voraussetzungen für die vorzeitige Altersrente“ versteht. Meine Ehefrau hat von 1968 bis 1994 voll gearbeitet und wurde aufgrund einer Erkrankung gekündigt, obwohl Schwerbehinderung bestanden hat. Bis zum Beginn der Rente bekam sie Krankengeld und hat während der vollen beruflichen Tätigkeit zwei Kinder erzogen vor 1992. Seit Rentenbeginn hat sie nie wieder gearbeitet und keinerlei Einkünfte gehabt da sie gesundheitlich überhaupt nicht in der Lage war und auf Hilfe angewiesen ist. Die Rente ist nicht befristet und die Schwerbehinderung ebenfalls nicht! Hoffe diese Informationen, sind hilfreich.

Experten-Antwort

Hallo Michl,
Anspruch auf die (vorzeitige) Altersrente für schwerbehinderte Menschen besteht, wenn Ihre Frau bei Rentenbeginn schwerbehindert ist (GdB von mind. 50) und die Wartezeit (Mindestversicherungszeit) von 35 Jahren erfüllt hat. Zu der Wartezeit von 35 Jahren zählen alle rentenrechtlichen Zeiten, also Pflichtbeiträge, freiwillige Beiträge, Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung, Anrechnungszeiten.
Ggf. können Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger vorab nachfragen, ob Ihre Frau diese Wartezeit erfüllt.

Im Anschluss an die unbefristete Rente wegen Erwerbsunfähigkeit hat Ihre Ehefrau - nach Erreichen der Regelaltersgrenze - jedenfalls Anspruch auf die Regelaltersrente.