EU Rente

von
Senta

seit ca. 3 Jahren bekomme ich eine kleine Zeitrente. Sie wurde gewährt, weil der Arbeitsmarkt mir teilweise verschlossen ist, und meine Leistungsvermögen damals ( und auch beim Zweitantrag) bei unter 3 Stunden tgl. festgestellt wurde. So hat mein Anwalt dies mir vermittelt.
Habe nebenbei immer ca. 8 bis 10 Stunden /Wo. ( max.3 Std./Tag) gearbeitet, weil ohne Minijob es für mich kein Überleben gäbe. Im Okt. die Stelle gewechselt, war ein Glücksfall, machte Meldung bei RV, sie bestätigten alles Ok, ABER sie betonten in diesem Schreiben ich sei ja 3-6 Std. pro Tag eingestuft, und müsse jederzeit mit Überprüfung rechnen. Wollte dies mit Telefonat klären, Missverständnis etc. Nein, nach Überprüfung meiner Akte aus dem Archiv, wurde dies von der RV untermauert. Leistungsvermögen 3-6 Std., schon seit Beginn der Rente. Ich war perplex, nahm Rücksprache mit Anwalt, der bestätigte mir das und untermauerte, dass sei von Beginn der Rente so gewesen. Ich verstehe die welt nicht mehr, zweifle an meinem Verstand und meine Nerven liegen blank. Meine Chance auf Dauerrente ist damit nichtig wurde mir gesagt. Bin geschockt und frage mich, warum dieses jetzt so behauptet wird. Meine volle Rente bekomme ich trotzdem, und doch frage ich mich, was das für ein Vorzeichen ist. Werde ich jetzt ständig überprüft, mein Anwalt sagte mir, ich solle es so hinnehmen, es wäre schon immer so gewesen. Ich kann nichts unternehmen und habe grosse Angst einer Willkür ausgesetzt zu sein.Und nun ständig in der Gefahr, überprüft und neu eingestuft zu werden. Ichverstehe das alles nicht, kann es sein, dass jemand mich( vollig zu unrecht) angeschwärzt hat, denn eine Ex-Kollegin gab mir vor einigen Wochen sehr aggressiv die Schuld, dass sie ihre Stelle wegen mir verloren hat ( sie hat ein Alk problem) Bin froh über jedwede Stellungnahme, sehr belastend ist, ob ich nun meinem Anwalt noch vertrauen kann. Ich bin ratlos und zweifle an meinem Verstand

von
Jule

hallo Senta,
Sie bekommen wahrscheinlich eine volle Erwerbsminderungsrente wegen verschlossenem Teilzeitarbeitsmarkt. Diese Rente erhalten Sie, weil Sie in ihrer letzten Tätigkeit vor Rentenbeginn nur noch unter 3 stunden einsatzfähig sind, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aber noch für 3 - 6 Stunden. Da aber davon ausgegangen wird, dass der Teilzeitarbeitsmarkt zur Zeit verschlossen ist gibt es die sogenannte "Arbeitsmarktrente" für Sie. Diese Rente wird grundsätzlich nur als befristete rente geleistet. Es kann ja sein, dass es mal genügend Teilzeitarbeit gibt. Sie sollten bei ihrem Hinzuverdienst in jedem Fall aufpassen, dass sie nicht über 15 Wochenstunden kommen und die tätigkeit auch nur geringfügig, also bis 450 Euro ausgeübt wird. Sollte dies der Fall sein und sich ihr Gesundheitszustand nicht verbessern ist die Chance gut, dass die Rente weitergezahlt wird.
Auf Hinweise von außen, dass sie beschäftigt sind, reagiert der RV-Träger in der Regel nicht. Außerdem wird ja durch Minijobzentrale und Arbeitgeber ohnehin ihr Beschäftigungsverhältnis gemeldet.

von
Senta

Hallo Jule,
vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort. Nun verstehe ich das, ich zweifelte wirklich an meinem Verstand, habe das nicht kapiert. Mein Antwalt( der immer sehr gestresst ist..) konnte mich das auch nicht schlüssig vermitteln.
Betonen möchte ich: seit ich diese Rente habe, (ca. 3,5 Jahre) habe ich beide Stellen sofort der RV gemeldet, mache alles korrekt, habe nix zu verbergen. verdiene max.400 Euro, max. 13 Std. pro Woche. So kann ich einigermassen überleben.
Ihre Antwort hat mich ziemlich beruhigt, da ich es jetzt besser verstehen kann. Man wird vorlauter Angst ganz verrückt weil man es nicht mehr einschätzen kann.
Für weitere Stellungnahmen- auch gerne Expertenmeinung- bin ich offen.
Freundliche Grüße Senta

von
Senta

Hallo Jule,
vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort. Nun verstehe ich das, ich zweifelte wirklich an meinem Verstand, habe das nicht kapiert. Mein Antwalt( der immer sehr gestresst ist..) konnte mich das auch nicht schlüssig vermitteln.
Betonen möchte ich: seit ich diese Rente habe, (ca. 3,5 Jahre) habe ich beide Stellen sofort der RV gemeldet, mache alles korrekt, habe nix zu verbergen. verdiene max.400 Euro, max. 13 Std. pro Woche. So kann ich einigermassen überleben.
Ihre Antwort hat mich ziemlich beruhigt, da ich es jetzt besser verstehen kann. Man wird vorlauter Angst ganz verrückt weil man es nicht mehr einschätzen kann.
Für weitere Stellungnahmen- auch gerne Expertenmeinung- bin ich offen.
Freundliche Grüße Senta

von
Mario

Sie haben doch damals einen ausführlichen Rentenbescheid bekommen. Wenn Sie den gaaaanz in Ruhe und mal RICHTIG gelesen hätten gäbe es diese probelem jetzt gar nicht. Also ihr Anwalt ist natürlich auch ein Klops ihjen dies nicht korrekt zu sagen und alles zu erklären, aber dafür bekommt er auch kein Geld etxra... Letztlich ist aber jeder selbst für sich verantwortlich und es lag in IHRER Pflicht den Bescheid ordentlich zu lesen und bei Unklarheiten dann auch bei der RV nachzufragen.

von
Mario

Und j e d e EM-Rente ( ob befristet, unbefristet , volle, teilweise, Arbeitsmarktrente die eben auf dem Arbeitsmarkt beruht tec. ) kann jederzeit überprüft werden. Von daher ist gar nichts 100% sicher.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Senta, Sie bekommen keine EU-Rente, sondern eine Erwerbsminderungsrente (spielt für die Einstufung der Leistungsfähigkeit eine Rolle bezüglich erlernter bzw. ausgeübter Tätigkeit und dem allgemeinem Arbeitsmarkt). Da Ihnen eine volle Erwerbsminderungsrente in Abhängigkeit vom Arbeitsmarkt bewilligt wurde, muss diese immer ein Leistungsvermögen von über 3 und unter 6 Stunden beinhalten und ist auch generell zu befristen (§102(2) SGB VI). Die erlernte bzw. ausgeübte Tätigkeit spielt keine Rolle für die Einstufung ihrer Einschränkungen. Wie bereits von „Jule“ bemerkt, sollten Sie die Hinzuverdienstgrenzen beachten (seit 01.01.2013 auf monatlich 450 € erhöht) und aufgrund der Tatsache, dass diese Rente in Abhängigkeit vom Arbeitsmarkt gewährt wird, auch die Voraussetzungen für die Arbeitslosigkeit erfüllen. Nach der Definition des §119(3) SGB III gilt eine Beschäftigung von unter 15 Stunden wöchentlich als Beschäftigungslosigkeit. Da Ihnen zwar ärztlich ein Leistungsvermögen von 3 bis unter sechs Stunden attestiert wurde, Sie jedoch die volle Erwerbsminderungsrente beziehen, müssen Sie auch die Voraussetzung für diese erfüllen (Leistungsvermögen liegt hier bei unter 3 Stunden täglich). Bei Unsicherheiten rate ich Ihnen zu einem vertrauensvollen persönlichen Gespräch bei der nächstgelegenen Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.

von
Christine Ingenbrand

Wenn man 15 Stunden in der Woche arbeiten darf, um unter den 3Std. bzw. bis zu 3Std. in der Woche zu bleiben, wird da nicht auch drauf geschaut was man da arbeitet? Ich denke es macht doch einen unterschied ob man 3Std. in einem Haushalt arbeitet oder Beispielsweise am Empfang sitzt und nur Telefonate entgegen nimmt.

von Experte/in Experten-Antwort

Die medizinische Einstufung Ihrer verminderten Leistungsfähigkeit erfolgte in Abhängigkeit vom allgemeinen Arbeitsmarkt. Somit spielt die ausgeübte Tätigkeit (Haushalt oder am Empfang) keine Rolle.