EU-Rente & 400-Euro-Job

von
Alina

Hallo, ich beziehe befristet EU-Rente. Nun möchte ich für 2 Std. wöchentlich einen 400-Euro-Job annehmen. Sollte cih dabei für die Rentenversicherung optieren (kann man doch freiwillig aufstocken), so dass mir diese Zeit später mal als Beitragsjahre angerechnet werden? Wird damit auch meine EU-Rente rentenversicherungspflichtig?

Vielen Dank

Alina

von
Jonas

Hallo Alina!

Ihre EU-Rente wird nicht rentenversicherungspflichtig, wenn Sie auf die Versicherungsfreiheit verzichten. Der Verzicht betrifft nur die geringfügige Beschäftigung. Ihre EU-Rente wird nie versicherungspflichtig.

Bitte denken Sie daran, dass die Hinzuverdienstgrenze von 400 Euro eingehalten wird, da ansonsten die Rente gekürzt wird (zweimaliges Überschreiten im Jahr bis zu 800 Euro ist erlaubt, wenn dies nicht absehbar war --> z. B. Krankheitsvertretung).

Durch den Bezug der Rente können aber rentenversicherungspflichtige Zeiten entstehen (Zurechnungszeiten, Anrechnungszeiten).

Zur Frage ob Sie verzichten sollten, kann von hier aus keine Empfehlung ausgesprochen werden, da wir Ihren Versicherungsverlauf nicht kennen, und durch den Rentenbezug auch versicherungszeiten entstehen können.

Wenden Sie sich doch bitte daher an Ihrem zuständigen Sachbearbeiter oder an eine Auskunfts- und Beratungsstelle. Da hilft man Ihnen gerne weiter.

Und denken Sie bitte auch daran, dass Sie sich privat auch noch fürs Alter absichern sollten, wenn dies noch nicht geschehen ist. Zu diesem Thema gibt es im Forum schon etliche Hinweise und Stellungnahmen.

Die Aufstockung lohnt sich nämlich eventuell um eine Wartezeit oder einen Vertrauensschutz aufrecht zu erhalten, nicht aber dazu, die Rente zu erhöhen.

MfG

Jonas

von
Schade

bei einem Rentenbezieher wegen EU - oder EM-Rente empfiehlt sich die Aufstockun eher nicht (Regelfall).

Ob im Einzelfall Gründe dafür sprechen, kann man online kaum klären.
Da sollten Sie Ihre nächste Beratungsstelle der RV aufsuchen.

von Experte/in Experten-Antwort

Dem kann man nur zustimmen.
Die Auswirkungen eines solchen Verzichts auf die Rentenhöhe dürften in der Tat eher gering sein.

von
Schiko.,

Halte es einfach für unmöglich zu empfehlen, eine be-
ratung aufzusuchen.
Bei nur zwei stunden im rahmen des 400 euro gesetzes
lohnt sich in keinem fall rechnerisch und auch sonst die
aufstockung.
Rechne ich also hochgegriffen bei zwei stunden wöchen-
tlich im monat zehn stunden a/ 10 euro verdienst sind
es 100 euro brutto.
Mit 15% zur rentenversicherung des arbeitgebers aus
100 ist dieser beitrag nicht vollwertig. Dies zu erreichen,
sind 19,90% aus mindestens 155 monatlich fiktiv fällig,
gesamtbeitrag 30,85 monatlich. Minus 15 euro des arbeit-
gebers v erbleiben 15,85 eigenbeitrag des geringverdieners.

Auch deswegen ist eine aufstockung nicht wirtschaftlich.
Bei nur 7,50 geforderten mindestlohn entsprechend höherer
eigenanteil.
Bei solchen beispielen auf die höchstgrenze von 400 mtl. zu-
lässig zu verweisen ist wirklichkeitsfremd.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Heinrich

Hallo Schiko,
natürlich haben Sie mit Ihrer Berechnung recht. Wirtschaftlich lohnt sich eine Aufstockung sicher nicht.
Es gibt durchaus aber Gründe - und dies haben die User zum Ausdruch gebracht - für eine Beratung:
Offenbar handelt es sich bei Alina um eine Frau. Sie erhält eine befristete EM-Rente, die möglicherweise nicht verlängert wird.
Hat Alina 121 Kalendermonate Pflichtbeiträge? Wenn nein könnten diese durch eine Aufstockung beispielsweise erreicht werden.
Es macht also schon Sinn sich beraten zu lassen.
Gruß
Heinrich