EU Rente

von
Puschie

Guten Tag,

Seit 2007 bin ich dialysepflichtig Nierenisuffizient.
Seit September 2008 erhalte ich volle EU-Rente. Nun hat mich das Rentenamt zu einem Gutachter geschickt. Dieser erzählte mir, dialysepflichte Nierenisuffizienz würde nicht ausreichen, um EU-Rente zu beziehen. Ich kenne eine menge Dialysepatienten und keinem ist je so etwas passiert wie mir. Stimmt das denn so?

LG
Puschie

von
Muscher

Hallo Puschi!

Leider ist es heute wohl so, dass eine körperliche Erkrankung -und sei sie noch so schwerwiegend- nicht ausreicht, um eine EM-Rente zu erlangen bzw. verlängert zu bekommen!

Sie könnten ja quasi ihr Laptop mit zur Dialyse nehmen und von dort aus arbeiten..:) !

Entscheident ist oft der psyschische Leidensdruck, der sich aus den schwerwiegenden Erkrankungen ergibt!

Sie werden sicherlich NICHT glückselig durch die Gegend rennen, sondern haben evtl. auch psychologische Hilfe nötig!

Diese Gutachten ergeben dann anscheinend oftmals den Ausschlag bei einer Gewährung bzw. Weiterbewilligung der EM-Rente!

MfG

Experten-Antwort

Hallo Puschie,

das können wir leider hier im Forum nicht pauschal beantworten. Es kommt immer auf die gesamten, individuellen Umstände des Einzelfalles an.
Ihr Gutachter sollte eigentlich einfach Ihren derzeitigen Gesundheits- (bzw. Krankheits-)zustand beurteilen. Die Entscheidung über das weitere Vorliegen der Erwerbsminderung trifft dann der Sozialmediziner Ihres RV-Trägers unter Berücksichtigung aller vorliegenden Unterlagen. Bitte warten Sie diese Entscheidung erst einmal ab.

von
Krämers

" Grundsätzlich besteht durchaus die Möglichkeit, nach einer Gewöhnungszeit an die Dialyse sowie insbesondere nach erfolgreicher Nierentransplantation später wieder berufstätig zu werden.
Bei einem Leistungsvermögen von weniger als 3 Stunden besteht eine volle Erwerbsminderung. Sie sollten wissen, daß ein relativ junger Dialysepatient mit eingeschränktem Leistungsvermögen zunächst eine Erwerbsminderungsrente auf Zeit (3 Jahre, mehrfache Verlängerung bis max. 9 Jahren möglich, anschließend Dauerrente) deshalb gewährt bekommt, damit prinzipiell die Möglichkeit der erneuten Berufstätigkeit nach einer Nierentransplantation gegeben ist. "

http://www.dialyse-online.de/Home/Bibliothek/ASD/Patienteninformation/broschuere8.php

Der Beitrag von @Muscher bringt es eigentlich auf den Punkt. Wenn nicht psychische Erkrankungen durch die Begleitumstände der Dialyse entstehen wird es schwer die EM-Rente weiterhin zu bekommen. Darum wird bei Dialysepatienten die Rente auch immer zuesrt nur befristet ( und nie gleich auf Dauer erteilt ) , um dann zu sehen wie sich der Krankheitsverlauf durch die Dialyse entwickelt. Ähnlich wie bei einer so.g Heilungsbewährung bei Krebserkrankungen im Schwerbehindertenrecht. Nach Ablauf der Heilungsbewährung und keinem Rezidiv wird der GdB für die reine Krebserkrankung ja auch komplett gestrichen.

Ein Bekannter von mir ist z.b. seit ca. 3 Jahren Dialysepflichtig und arbeitet in Vollzeit weiter und das ohne Probleme. Ich hatte ihn mal auf die Möglichkeit einer EM-Rente angesprochen und er sagte mir wörtlich : " Warum das denn ? Ich kann doch damit ganz normal arbeiten und fahre eben nach Feierabend zur Dialyse "

Mittlerweile macht er die Dialsye sogar daheim.