EU-Rente! Aussichten? Beurteilung?Befristung? Chancen?

von
denishatnefrage

Guten Tag!

Ich hätte an das Expertenteam eine unverbindliche Frage.
Wäre nett, wenn ich eine Antwort erhalten könnte.

Wie sehen Sie meine Chancen auf eine EU-Rente?
Ich weiß, dass kann keiner im vorhinein sagen. Doch gibt es evtl. Erfahrungswerte!

Zu meinen Daten:
Bin 40 Jahre alt, Schwerbehindert mit 60%, Kaufmann, seit 70 Wochen in Krankengeld, Reha-Krankenhaus-Wiedereingliederung erfolglos hinter mir, habe ein körperliches Problem (Bechterew=Rheuma) und ein psychisches (psychosomatische Probleme,Ängste etc.).
Bin seit Jahren in Behandlung.
Da mein Krankengeld bald ausläuft, würde ich in ALG1 fallen (hab 12 Monate anspruch).
Ich habe zahlreiche Attest über meine Beschwerden.
Bin im Büro beschäftigt, kann aber den Job aus psychischen und körperlichen Beschwerden nicht ausüben.

Meine Frage:
Kann man im vorhinein etwa sagen, wie meine Chancen stehen?
Volle EU-Rente? Halbe EU-Rente?
Wie lange wird eine Rente am Anfang befristet? 6 Monate?1 Jahr? 3 Jahre?

Was ist entscheident?
Atteste vom Arzt? Untersuchung beim Renten-Arzt?

Mein Arzt meint, ich sollte einen EU-Rentenantrag stellen, um "Zeit" für die Genesung zu gewinnen!
Ich wäre zur Zeit ja eh nicht vermittelbar durch meien Probleme!
Somit würden die Chancen besser stehen, in Zukunft wieder arbeitsfähig zu werden.

Besten Dank im Voraus.

Danke!!
denis

von
Corletto

Die Zuerkennung einer EM-Rente ist immer Einzelfall abhängig.

Insofern wird und kann ihnen hier niemand ihre Chancen auf eine EM-Rente seriös vorhersagen.

Grundsätzlich und unter allem Vorbehalt, würde ich persönlich schon sagen, das ihre Chancen auf eine EM-Rente anhand ihrer gemachten Angaben sehr gut sind.

Eine EM-Rente kann längstens für 3 Jahre befristet werden
und insgesamt nicht länger als 9 Jahre.
Danach gibt es entweder eine unbefristete Rente oder gar keine mehr.

Befristungszeiträmue von 1 oder 2 Jahren sind aber üblich.

Gleich auf die höchstmöglichen 3 Jahre wird beim Erstantrag zumindest relativ selten befristet.

Entscheidend ob eine EM-Rente zuerkannt wird oder nicht, sind im Prinzip alle ärztlichen Unterlagen die über Sie vorliegen.

Wobei einem Gutachten seitens der Rentenversicherung natürlich übergeordnete Bedeutung beizumessen ist.

Experten-Antwort

Ob Sie eine Chance auf Rente haben, werden Sie erst wissen, wenn Sie den Rentenbescheid in Händen halten. Also müssten Sie zunächst einen Rentenantrag stellen.

Grundsätzlich gibt die Rentenversicherung im Rahmen des Rentenverfahrens ein Gutachten in Auftrag. Atteste alleine reichen in der Regel nicht aus. Im Gegenteil: Außer Anschrift des Arztes und Angabe der Diagnose mit Behandlungsdauer ist eher nichts ersichtlich. Dahingegen wird zwischen Antragstellung und Begutachtung zunächst ein Befundbericht vom behandelnden Arzt eingeholt. Da steht schon mehr drin.

Wenn Sie jetzt 40 Jahre alt sind, wird die Erwerbsminderung nicht in Bezug auf den zuletzt ausgeübten Beruf geprüft; Betrachtungsebene ist vielmehr der allgemeine Arbeitsmarkt.

Laut gesetzlichem Auftrag sind Renten wegen Erwerbsminderung grundsätzlich zu befristen. Dauergewährungen kommen dennoch auch von Anfang an vor. Nach den Statistiken der Rentenversicherung werden die meisten Zeitrenten letzten Endes doch auf Dauer gezahlt.

Drängender als diese Probleme scheint mir aber folgendes zu sein:

Sie werden bald bei der Krankenkasse ausgesteuert und Sie wären weiterhin arbeitsunfähig. Danach können Sie zwar Arbeitslosengeld I beantragen, wohl aber könnte die Agentur für Arbeit Sie nach § 125 SGB III auffordern, eine Reha zu beantragen. In etlichen Fällen läuft dies auf ein Rentenverfahren hinaus. Durch einen jetzt gestellten Rentenantrag würden Sie dem nur zuvorkommen.