EU-Rente in 6 Monaten, Krankengeld aufgrund Rehabericht eingestellt

von
Brigitte07

Ich erhalte seit 2005 Teilerwerbsminderungsrente unbefristet. Oktober 2008 Antrag auf volle EU-Rente. Nach einem Gutachten wurde die Rente abgelehnt, da lt. Gutachten 3 - 6 Stunden weiterhin erwerbsfähig, jedoch eine Reha angezeigt ist.

Gegen den Bescheid Widerspruch eingelegt und von der Rentenversicherung den Bescheid erhalten, dass über den Widerspruch nach Vorlage des Rehaberichtes entschieden wird.

Lt. Abschlußbericht der Rehaklinik vom 13.08.09 bis ich unter 3 Std. erwerbsfähig und als arbeitsunfähig entlassen worden. Die private Krankenversicherung stellt das Krankengeld nach 3 Monaten ein. Bei telefonischer Nachfrage wird mir von Rentenversicherung signalisiert, das volle EU-Rente 6 Monate nach Festellung der BU gezahlt wird.

Jetzt werde ich nach über 40 Jahren Berufstätigkeit (59,5 Jahre) zum Sozialfall. Was ist denn das für ein so gepriesenes "Netz für alle Fälle bei Erwerbsunfähigkeit"?

von
Sylvie

Das sogenannte Netz für alle Fälle stellt die Grundsicherung dar.

von
F U N

Guten Tag Brigitte07,
ihren Unmut verstehe ich nicht so ganz.

Wenn ich ihren Ausführungen folge, dann erhalten sie jetzt, was sie zuvor begehrt haben. Dann sollten sie doch dankbar sein, dass es so gekommen ist, oder anders gesagt: zumindest hat die RV erkannt, dass volle Erwerbsminderung vorliegt.

Was jetzt noch zu klären sein wird, ist, ab wann die volle Erwerbsminderung vor liegt.

Richtig ist, dass voraussichtlich diese volle Erwerbminderung "nur" auf Zeit gewährt wird, und somit die Zahlung erst ab dem 7. Kalendermonat geleistet wird.

Dass hiermit zugleich ein sogenannter "Sozialfall" entsteht, erscheitn mir äußerst fragwürdig, denn privat Krankenversicherte müssen ja in der Regel ein gewissen Einkommen erzielen, um überhaupt diese Form der Krankenversicherung wählen zu können.

Sie solltne ggf. mal überlegen, ob sie den Tarif ihrer KV modifiziernen können.

Des weiteren besteht auch neben der EM-Rente grundsätzlich die Möglichkeit hinzu zu verdienen. Dieses könnte dann zwar den Rentenanspruch vermindern, aber ihre soziale Stellung verbessern.

Damit ihnen das Warten auf den Rentenbestecheid nicht zu lange vor kommt, würde ich vorschlagen, dass sie mit der Sachbearbeitung ihres RV-Trägers Kontakt aufnehmen und erfagen wann mit dem Rentenbescheid zu rechnen ist.

In diesem Sinne: Alles Gute.

von
dieter

Hallo Brigitte.

In meinen Bedingungen steht, das die PKV 6 Monate lang nach Feststellung der EU das Krankengeld bezahlen muss.
( Das hat sie bei mir auch getan )Da sollten Sie mal nachlesen und ggf. nachhaken.
Gruß
Dieter

von
-_-

Die Bedingungen individueller privater Krankenversicherungsverträge müssen an dieser Stelle wohl kaum diskutiert werden. Jeder hat die Möglichkeit, seinen Vertrag so zu gestalten, dass es im Leistungsfall nicht zu einer Versorgungslücke kommen kann oder er muss entsprechende Rücklagen für den Notfall bilden. Man kann an dem Beispiel aber ablesen, was passieren würde, wenn man die Menschen dem Markt überlassen würde. Unter einem sozialen Rechtsstaat verstehe ich auch, dass der Staat die Sozialgesetze grundsätzlich so gestalten muss, dass derartige Risiken bei Menschen, deren Einkommen für einen am Markt geforderten Beitrag nicht ausreicht, dennoch abgesichert sind. Wer sich, aus welchen Gründen auch immer, aus diesem solidarischen Sicherungssystem verabschiedet, kann nicht erwarten, dass die Versichertengemeinschaft der nach gesetzlichen Bestimmungen Versicherten diese individuellen Risiken absichert, wenn die zuvor individuell eingekaufte Leistung nicht ausreicht.

Befristete Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden nicht vor Beginn des siebten Kalendermonats nach dem Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit geleistet. Hier versagt allerdings die Sicherungsfunktion Krankengeld nach gesetzlichen Bestimmungen in einigen Fällen ebenfalls. Erhält die gesetzliche Krankenkasse Kenntnis von der vollen Erwerbsminderung des Leistungsberechtigten, wird das Krankengeld eingestellt, obwohl die Rente erst deutlich weiter in der Zukunft beginnt. Wegen einer Änderung dieser Bestimmung sollten Sie Ihren Bundestagsabgeordneten kontaktieren, wenn Sie betroffen sind. Alternative: Sie stellen den Reha-/Rentenantrag so spät, dass nach dem Monat des Leistungsfalls bereits mindestens 6 Monate vergangen sind, also frühestens im 7. Monat. Dann kann diese Lücke bei gesetzlich Versicherten nicht mehr entstehen. Allerdings ist nicht immer absehbar, wann der Leistungsfall vom medizinischen Sachverständigen festgestellt wird. Auch in Fällen der Aufforderung der Krankenkasse zum Reha-Antrag und des durch die Krankenkasse eingeschränkten Dispositionsrechts hat man einigermaßen schlechte Karten. Man kann dann nur versuchen, durch längstmöglich verzögerte Stellung des formularmäßigen Rentenantrags eine spätere Bescheiderteilung durch den Rentenversicherungsträger zu verursachen. Aber Vorsicht: Es droht dann die Leistungsversagung wegen fehlender Mirwirkung. Die Ausschöpfung von Fristen ist allerdings nicht beanstandbar.

von
Brigitte07

Hallo Dieter,
bei mir ist es leider so, dass bei EU längstens 3 Monate gezahlt wird und ich also 3 Monate ohne Einkommen bin.

von
Brigitte07

Natürlich kann ich zur EM hinzuverdienen, allerdings ist es so, dass ich z. Z. arbeitsunfähig bin.
Auch habe ich mich den Vertrag vor 24 Jahren so abgeschlossen, dass ich im Krankheitsfall unbegrenzt Krankengeld erhalte, allerdings nicht berücksichtigt, dass die Rentenversicherung den Beginn der EU in 6 Monaten festlegt. Ich bin jetzt 59, meine Krankheit bessert sich nicht mehr (MS), also werde ich auch nicht wieder berufstätig.

von
Amadé

Ganz ohne Einkommen?

Erhalten Sie nicht weiterhin Teilerwerbminderungsrente bis die volle EM-Rente eintritt?

Lassen Sie unverzüglich folgende Ansprüche prüfen:

a) Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel des SGB XII (Sozialgesetzbuch)

Sollte ggf. zuviel anrechnungsfähiges Vermögen vorhanden sein, dann

b) Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz prüfen lassen.

Bei den genannten Leistungen bitte nicht Kapitaleinkünfte verschweigen (Datenabgleich). Beim Wohngeld haben Sie im Übrigen einen höheren Abzugsbetrag vom Gesamteinkommen, selbst wenn Sie nur einen Cent Kapitalertragssteuer zahlen. Ob Sie diesen beim Einkommensteuerbescheid wieder zurückerhalten, spielt keine Rolle.

von
Brigitte07

Danke.
Ja ich erhalte Teilrente, deckt aber gerade die Krankenkasse ab.

Werde mich morgen gleich darum kümmern.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Brigitte 07,

die gesetzlichen Bestimmungen schreiben vor, dass eine Rente wegen Erwerbsminderung auf Zeit nicht vor Beginn des 7. Kalendermonats nach Erfüllung aller Anspruchsvoraussetzungen zu zahlen ist.
Seit dem 01.01.2001 werden Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit grundsätzlich auf Zeit gezahlt bis auf wenige Ausnahmen, daher kommt es in Ihrem Fall auch zu diesem verzögerten Rentenbeginn.
Wir empfehlen Ihnen, sich bei anderen Leistungsträgern über den Anspruch von weiteren Sozialleistungen zu erkundigen z.B. Wohngeld.