EU-Rente trotz Erkrankung im Studium?

von
Ser

Hallo,

ich bin Ende 2011 während meines Studiums chronisch und zieml. schwer erkrankt.
Ich habe es dennoch geschafft mein Studium 2015 zu beenden. 2017 habe ich es dann mit Arbeiten versucht. Ich bin jedoch nach 2 Monaten gescheitert und beziehe seit September 2017 Krankengeld.
Ist es möglich in dieser Konstellation Erwerbsminderungs-Rente zu beantragen?
Werden vom Krankengeld Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung entrichtet?
Wie verhält es sich mit der Wartezeit bei Erkrankung während der Ausbildung?
Habe ich, sofern das Krankengeld noch weitere 6 Monate entrichtet wird, die Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente erfüllt?

von
KSC

Hier im Forum kann man letztlich nur spekulieren.

Wenn Sie erwerbsgemindert sind, ist die erste Frage ab wann.
Würden die Ärzte zur Meinung kommen, dass die Erwerbsminderung schon während des Studiums also vor Ihrem ersten Beitrag eingetreten ist, gibts sicher keine Rente.

Krankengeld ist eine Pflichtbeitragszeit, aber erfahrungsgemäß tritt Erwerbsminderung nicht erst nach Monaten des Krgankengeldbezuges ein, sondern in aller Regel ist man in dem von Ihnen geschilderten Fall bereits spätestens zu Beginn der Erkrankung erwerbsgemindert (es kann Ausnahmen geben).

Aber da gibt es so viele theoretischen Möglichkeiten, dass dies die Grenzen dieses Forums sprengt.

Nach dem Motto: "die Wahrheit liegt auf dem Platz" haben Sie erst dann Klarheit wenn über einen Antrag verbindlich entschieden wurde.

Mein laienhafter Tipp: das wird eher nichts mit der Rente, weil die nötigen Vorversicherungszeiten fehlen dürften, wenn jemand nach dem Studium nach gerade mal 2 Monaten Arbeit erwerbsgemindert wird........

von
W*lfgang

Hallo Ser,

die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen (vorzeitige Wartezeiterfüllung) würden dann vorliegen - wenn die EM vor Ablauf von 6 Jahren NACH Ende einer Ausbildung eintritt und DAVOR/vor der EM innerhalb von 2 Jahren 12 Monate Pflichtbeiträge vorliegen.

Beide Voraussetzungen scheinen mir nach Ihrer Schilderung nicht erfüllt zu sein. Allein schon das Abwarten/Auffüllen einer hier erforderlichen Mindestversicherung NACH einem potentiellen EM-Fall stellt die Mindestzeit nicht nachträglich her.

Gewissheit verschafft Ihnen nur ein Antrag auf EM-Rente.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Hallo, Ser,

wir verweisen auf die Ausführungen von W*lfgang, denen wir uns anschließen. Auch unsererseits scheint es nach Ihrer Schilderung des Sachverhalts nicht möglich zu sein, einen Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung zu begründen. Um jedoch Ihre individuelle Situation besser einschätzen zu können, wäre es sicherlich ratsam, bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung in Ihrer Nähe, Klarheit zu verschaffen. Sollten dabei ersichtlich werden, dass neue, bisher noch nicht berücksichtigte Sachverhalte vorliegen, könnte es evtl. sinnvoll sein, dann einen Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung zu stellen. Dies jetzt schon zu beurteilen, wäre von unserer Seite betrachtet rein spekulativ.