EU-RENTE und 3 Std. Arbeitszeit/ täglich

von
Montag

Ich habe folgende Frage: Ich beziehe "unbefristet" Rente wegen voller Erwerbsminderung und das wegen einer fortschreitenden Krebserkrankung mit Knochenmetasen (div. Knochenbrüche etc.). Meinen gesundheitlichen Zustand würde auch der gewiefteste Gutachter nicht beurteilen wollen! So viel dazu. Da ich jedoch ein Kind alleinerziehend zu versorgen habe, komme ich mit meiner kleinen Rente (Kindsvater zahlt keinen Unterhalt) um den Hinzuverdienst von 450,00 Euro nicht herum. Daneben hilft mir eine leichte Tätigkeit auch dabei, mich abzulenken und wieder Lebensmut zu fassen. Bei all den Reglementierungen, von denen man hier liest, scheint es aber fast unmöglich, einen passenden Job zu finden. Wie dem auch sei, um bei der Suche ein wenig Spielraum zu haben, wüsste ich wirklich gern, wie eng die 3 Stundenregelung verstanden wird. Wären 3 x 4 und dazwischen einen Tag frei schon völlig undenkbar?

von
=//=

Ja. Die tägliche Arbeitszeit von bis zu 3 Stunden/wöchentlich 15 Stunden darf nicht überschritten werden.

von
Feli

Hallo Montag,

wenn bei Ihnen eine volle EM-Rente festgestellt wurde und eine wie auch immer geartete Beschäftigung komplett auf Kosten Ihrer Gesundheit ausgeübt würde, kommt es auf die Stundenzahl, die Sie arbeiten, überhaupt nicht an.

Sie müssten nur die entsprechenden Hinzuverdienstgrenzen einhalten, um die Rente weiter in der bisherigen Höhe zu erhalten.

von
=//=

Zitiert von: Feli

Hallo Montag,

wenn bei Ihnen eine volle EM-Rente festgestellt wurde und eine wie auch immer geartete Beschäftigung komplett auf Kosten Ihrer Gesundheit ausgeübt würde, kommt es auf die Stundenzahl, die Sie arbeiten, überhaupt nicht an.

Sie müssten nur die entsprechenden Hinzuverdienstgrenzen einhalten, um die Rente weiter in der bisherigen Höhe zu erhalten.

Das ist nicht ganz richtig. Es trifft nur dann zu, wenn das Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 3 - unter 6 Stunden beträgt. Dann ist eine Beschäftigung auch über 6 Stunden nicht rentenschädlich, wenn sie auf Kosten der Restgesundheit ausgeübt wird. In diesem Fall steht dann aber nur die teilweise EM-Rente zu.

Bei einem LV von weniger als 3 Stunden gilt das von mir in obigem Beitrag Geschriebene.

von
Otto N.

Zitiert von: Feli

.....und eine wie auch immer geartete Beschäftigung komplett auf Kosten Ihrer Gesundheit ausgeübt würde, kommt es auf die Stundenzahl, die Sie arbeiten, überhaupt nicht an.

Sie müssten nur die entsprechenden Hinzuverdienstgrenzen einhalten, um die Rente weiter in der bisherigen Höhe zu erhalten.

Ob tatsächlich auf Kosten der Restgesundheit gearbeitet wird, muss im Zweifelsfall gutachterlich nachgewiesen werden.

Einfach behaupten, dass das so ist, reicht nicht!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Montag,

da es sowieso zu Ihren Mitwirkungspflichten gehört, dem Rentenversicherungsträger die Aufnahme einer Beschäftigung mitzuteilen, sollten Sie dieser Pflicht unbedingt vor Beschäftigungsbeginn auch nachkommen.
Ihr Rentenversicherungsträger hat auch bei Dauerrenten die Möglichkeit im Rahmen einer Ermessensentscheidung zu überprüfen, ob und ggfs. wie viele Stunden Sie tatsächlich noch arbeiten können.
Wahrscheinlich werden Sie aufgrund einer allgemeinen Anfrage keine abschließende Antwort erhalten, da eine konkrete Beurteilung dann noch nicht möglich sein wird.

von
Montag

Vielen Dank für die Antworten.
Ohne konkrete Antwort bleibt die Angst, Fehler zu machen.

Vom Grundtenor her scheint bei allem Vorsicht geboten zu sein, so als sollte man besser nichts wagen, was darauf hindeutet, dass man wieder erwerbstätig sein könnte und man schnell Gefahr läuft, dass die Erwerbsfähigkeit infrage gestellt wird. Liege ich mit meinen Bedenken richtig?

In meinem Fall geht das Ausüben einer Beschäftigung eindeutig auf Kosten der Restgesundheit. Da ich nun mal ein Kind zu versorgen habe, komme ich aber nicht umhin, hinzuverdienen. Aus diesem Grunde ist für mich das Risiko hoch, denn sollte meine Rente aberkannt werden, muss ich unseren Lebensunterhalt allein erwirtschaften, was gesundheitlich nicht machbar ist.

Dieses "alles kann, nichts muss" blockiert eher, als das hier individuelle Lösungen gefunden werden könnten. Ich wäre für jeden weiteren Rat dankbar (Beratungsstellen, Gesetzestexte etc.), die ich hinsichtlich dieser Problematik zurate ziehen könnte.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Montag,

hier im Forum werden Sie keine hundertprozentige Antwort auf Ihre Frage bekommen. Letztlich kommt es immer auf den Einzelfall an. Und dies lässt sich nur durch Einschaltung Ihres Rentenversicherungsträgers klären.

Eine (beabsichtigte) Beschäftigungsaufnahme ist auf jeden Fall Ihrem Rentenversicherungsträger mitzuteilen. Sie können dies auch über eine unserer Auskunfts- und Beratungsstellen tun und sich dort gleichzeitig individuell beraten lassen.

Die für Sie nächstgelegene Beratungsstelle können Sie auf der rechten Seite der Startseite von ihre-vorsorge.de unter Vorgabe der Postleitzahl Ihres Wohnortes ermitteln.