EU-Rente und Gesellschafter einer OHG

von
Bella

Hallo,

ich beziehe seit 10 Jahren eine 100%ige EU-Rente. Nun möchte ich mich an einer Firma (OHG) finanziell beteiligen. Dadurch, dass ich Mitunternehmer werde, könnte ich dann dort auch ein wenig arbeiten zu Bedingungen, die sich mit meiner Erkrankung vereinbaren lassen für ca. 200 Euro im Monat. Die Einnahmen bleiben insgesamt (also auch mit meinem Gewinnanteil aus der OHG) unter 4500 Euro jährlich.
Folgende Fragen:
Hat das irgendwelche Auswirkungen auf meine Rente?
Wie melde ich dass dem RV-Träger (formlos oder...?), weil melden muss ich das ja irgendwie?
Muss ich mich (da ich Mitunternehmer bin, läuft das ja nicht unter 450-Euro-Job) zusätzlich renten- und krankenversichern (zusätzlich zu den bereits aus der Rente bezahlten Beiträgen)?
Wie weise ich dem RV-Träger die Einnahmen nach (Steuerbescheid? Höhe des Gewinns resp. mein Anteil steht ja erst damit fest....?)

Vielen Dank!

Bella

Experten-Antwort

Hallo Bella,

sollten Sie wirklich eine Erwerbsunfähigkeitsrente (Gesetzeslage vor dem 01.01.2001) beziehen, steht die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit der Erwerbsunfähigkeit entgegen. Das heißt, dass der Anspruch auf Erwerbsunfähigkeitsrente entfallen würde. Hier wäre dann zu prüfen, ob eine Erwerbsminderung vorliegt und somit eine Erwerbsminderungsrente zu zahlen wäre.

Ich gehe eher davon aus, dass Sie eine Erwerbsminderungsrente (Gesetzeslage ab dem 01.01.2001) erhalten. Hierbei ist die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit erlaubt. Zu beachten wäre die monatliche Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro.

Sie sind verpflichtet der gesetzlichen Rentenversicherung schriftlich oder persönlich die Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit mitzuteilen. Hierbei sollten Sie angeben, wie hoch Ihr monatlicher Verdienst voraussichtlich sein wird. Später muss dann der Einkommensteuerbescheid eingereicht werden.

Liegt das Einkommen im Durchschnitt unter monatlich 450 Euro sind keine Auswirkungen zu befürchten.

Eine unter Umständen denkbare Versicherungspflicht als selbstständig Tätige in der gesetzlichen Rentenversicherung läge bei dem niedrigen Einkommen nicht vor. Es bestünde dann Versicherungsfreiheit aufgrund von Geringfügigkeit.

In welcher Form die Ausübung der selbstständigen Tätigkeit Ihre Krankenversicherung beeinflusst kann seitens der gesetzlichen Rentenversicherung nicht beurteilt werden. Hierzu wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenversicherung.

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