EU-Rente und Mini od. Midi Job

von
Roger

Guten Tag.
Ich beziehe eine unbefristete halbe EU-Rente (alte BU, weil vor 1961 geb).
Nun habe ich einen Mini-Job(400,-€).
Zusätzlich wurde mir ein Midi-Job(500,-€) bei einem anderen Arbeitgeber angeboten. Zuverdienstgrenze würde eingehalten.
An Rentenpunkten habe ich eine Zurechnungszeit bis zu meinem 60. Lebensjahr erhalten.
Meine Fragen:
Hat der Mini od Midi-Job in Bezug auf Erhöhung der Rentenpunkte Auswirkungen?
Oder sind die Steigerungen erst nach dem 60. Lebensjahr nennenswert, weil ab dann keine Zurechnungszeit?
Ich weiß, die Steigerung ist nur gering, denke aber ab Ende der Zurechnungszeit sinnvoller?
Danke fürs lesen und evtl. antworten.

von
Schade

Sie sehen das grundsätzlich richtig - Beiträge vor 60 heben sich durch die Zurechnungszeit möglicherweise auf. Um genaueres zu sagen müsste man die Werte der Rentenberechnung kennen. Des weiteren bleiben künftige Aktivitäten unseres Gesetzgebers abzuwarten, die heute gemachte Aussagen relativieren können.

Mein TiPP: nehmen Sie den Job an, dann haben Sie heute mehr Geld zur Verfügung - ob und wie sich das später mal rechnet dürfte doch eher ein Nebenaspekt sein? :)
Oder anders ausgedrückt: wenn Sie es sich heute finanziell leisten können einen angebotenen und die Kohle nicht brauchen, kommt es doch im Alter wohl auch nicht auf jeden Euro an.

von
fritz

Hallo
Vorraussetzung für ihre Rente war und ist das ihre erwerbsfähigkeit im versicherten haubtberuf und in zumutbaren verweisungsberufen auf weniger als 6 stunden täglich gegenüber eines vergleichbaren gesunden gesunken ist.
wenn sie jetzt regelmäßig eine mindestens 6 stündige berufstätigkeit ausüben, werden sie in der regel nicht mehr berufsunfähig sein.
MfG
fritz.

von
Roger

Hallo.
Der 400,-€ Job ist 10 Std/Woche. Der Midi-Job wäre auch nicht mehr, also 20Std/Woche / 5 = 4 Std täglich, das ist doch nicht zu viel, bei BU. Die "Jobs" haben nichts mit dem erlernten Beruf zu tun.
Meine Frage ist: Lohnt sich ein Einzahlen in die Rentenversicherung ab dem 60. Lebensjahr eher als z.B. ab 57 bei BU ?

Experten-Antwort

Wenn Sie einen Minijob und zusätzlich noch einen Midi-Job ausüben wollen, dann ist die Frage, wie sich dies rentensteigernd auswirkt, sekundär. Bevor Sie den zusätzlichen Midi-Job annehmen, klären Sie dies bitte schriftlich mit Ihrem Rentenversicherungsträger ab. Es muss sehr wohl geprüft werden, ob unter Berücksichtigung dieser zwei Arbeitsverhältnisse überhaupt noch ein Anspruch auf die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung besteht. Die Einhaltung der Zuverdienstgrenze ist dabei nicht alleine maßgebend. Falls es erlaubt wäre und Sie dies auch schriftlich bekommen, dann kann man Ihnen gleichzeitig mitteilen, wie sich dies auf die Rentenzahlung auswirkt.

von
egal

An dieses Thema hänge ich mich mal dran. Ich bin seit 2009 als Minijobber (mit Verzicht auf die Versicherungsfreiheit) tätig.

Jetzt wurde mir eine volle EM-Rente bewilligt. Lt. Bescheid darf ich 400€ hinzuverdienen. Das ist auch dringend nötig, denn ich bin noch relativ jung, entsprechend klein die EM-Rente. Frage: Welche positiven Auswirkungen hat der Verzicht auf die Versicherungsfreiheit vom 400€ Job jetzt noch? Na ja, ich kann sie ohnehin nicht widerrufen...

von
egal

Zitat "Na ja, ich kann sie ohnehin nicht widerrufen..."

Mit "sie" meine ich den Verzicht also eigentlich "ihn" wegen "die" Grammatik :-).

von
Gitta

Moin,
mich interessiert das Thema auch.
Ich denke bis zum 60. Geb. bringt der Verzicht auf Vers.Freiheit nur unnützige Abzüge. Vom 60. LJ. bis 63 + 0 bzw. 65 + X Jahre etwa 4 - 5,-€ jährlich an mehr Rente. Evtl. können auch mit diesen Zahlungen die 45 Vers.Jahre erreicht werden, dann wären es nur 65 + 0 Jahre. Dies sind nur meine Vermutungen, wäre dankbar wenn ein(e) Wissende(r) dies präziser erklären könnte.

Experten-Antwort

Zum ursprünglichen Sachverhalt wurde alles gesagt. Alle weiteren Anfragen beziehen sich auf andere Sachverhalte. Ergänzende Empfehlung an egal und Gitta: Lassen Sie sich doch mal bitte in einem persönlichen Beratungsgespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung das Thema Minijob genauer erläutern. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/Beratungsstellen" ermitteln. Das Thema Minijob mit evtl. Verzicht auf die Versicherungsfreiheit ist doch etwas kompakter. Manche Aussagen treffen zu, andere sind gar nicht erwähnt . Erst anhand Ihres individuellen Sachverhalts kann eine umfassende Beratung erfolgen.

von
egal

Hallo in die Runde,

ich schreib noch mal an die Minijob-Zentrale, ansonsten lass das jetzt einfach so laufen, Gitta. Den negativen Effekt der freiwilligen Aufstockung habe ich ja schon 2009 gehabt. Die Bundesagentur hat ja mit Leitungen aufgestockt, durch meinen Verzicht, ist weniger Beitrag auf dem Versicherungskonto gelandet, als ich von der Bundesagentur ohnehin bekommen hätte. Minijob-Entgeltpunkte gibt es NICHT zusätzlich. Erst seit 2011 verdiene ich die vollen 400€.

Aber da ich ja auch einen Riester-Fondssparplan mein Eigen nenne, sollte der Verzicht doch positiv wirken. Ohne gibt's ja keine Zulage mehr!

von
egal

Nachtrag. Riester-Zulage ist auch kein Grund auf weiteren Verzicht auf die Versicherungsfreiheit.

Wiki schreibt bei "Zulagenberechtigter Personenkreis" (http://de.wikipedia.org/wiki/Riester-Rente#Zulagenberechtigter_Personenkreis) :

* vollständig erwerbsgeminderte oder dienstunfähige Personen

Das ist ja alles mal wieder optimal gelaufen ;-(.

von
egal

Nachtrag². Wer bissle auf den Seiten der Minijob-Zentrale quer liest, wird schnell feststellen, einem verzichtet immer verzichtet!

Nu könnte man ja auf den Trichter kommen, meldet halt mein AG den Minijob ab und wieder versicherfrei an ;-). Geht nicht, beim selben AG wirkt der Verzicht auf die Versicherungsfreiheit fort. Na macht ja nüscht...

von
egal

Nachtrag³. Ich gebe auf, kann ich googeln, wie ich will. Es bleibt bei den 18,40€ für die Aufstockung. Antwort der Minijob-Zentrale steht zwar noch aus, ich erwarte da aber keine Überraschungen...

von
egal

Die Minijob-Zentrale hat mein Anliegen gleich an "meine" DRV weitergeleitet. Antwort will ich euch nicht vorenthalten. Nach aktuellem Stand erhöht ein Minijob die Altersrente. Je vollen 400€ Job jährlich gibt's rund 3€ (ohne) und rund 4€ (mit Aufstockung) mtl. mehr Rente im Alter.

Die gespeicherten Beitragszeiten lass ich, wie sie sind. Ich habe sowohl West als auch Ost Entgeltpunkte. Natürlich sind die Westpunkte mehr wert als Ostpunkte. Demgegenüber werden die Ostpunkte mit Faktor aufgewertet. Was nun am Ende günstiger ist, kann ich zumindest gar nicht einschätzen. So long.