EU-Rente und Studium?

von
zeiten

Ich beziehe zur Zeit eine befristete Rente wegen voller Erwerbsminderung. Nun möchte ich wissen, ob es möglich ist, ein Studium zu beginnen, ohne dass ich die Rente verliere.

Falls ich das Studium beginnen würde, müsste ich das der Rentenversicherung mitteilen?

Vielen Dank

von
Schade

es ist nirgens verboten, dass ein Rentner studiert.

Allerdings könnte man natürlich auf folgenden Gedanken kommen:
Wer die Belastungen eines Studiums packt, ist möglicherweise wieder "so gesund", dass er auch leichte Arbeiten machen kann und demzufolge könnte man überprüfen, ob Sie noch (voll)erwerbsgemindert sind.

Aber das sind Einzelfallentscheidungen, die individuell zu prüfen sind.

Wer sich nicht meldet, weckt "keine schlafenden Hunde" - und eine diesbezügliche Meldeverpflichtung sehe ich nicht.....

von Experte/in Experten-Antwort

Ein Studium ist keine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit, deren Aufnahme dem RV-Träger grundsätzlich zu melden wäre.

Nur weil Sie ein Studium aufnehmen, wird Ihnen wohl kaum die Rente entzogen werden. Anders sieht es natürlich unter Umständen aus, wenn Sie nach erfolgreichem Abschluss des Studiums in diesem Beruf arbeiten würden.

Auch wenn für die Aufnahme eines Studiums keine "Meldepflicht" besteht, sollten Sie dies trotzdem Ihrem RV-Träger mitteilen. So könnte Ihnen später wenigstens kein Vorwurf gemacht werden, dass Sie einer Mitteilungspflicht nicht nachgekommen seien.

von
Michael1971

Hallo,

noch eine Anmerkung am Rande. Eine der Kriterien für die Verweisung auf eine zumutbare Tätigkeit ist, dass diese von Ihnen mit einer kurzen Einarbeitungszeit ausgeführt werden kann.

Schließen Sie also Ihr Studium erfolgreich ab und wäre Ihnen eine entsprechende Tätigkeit dann auch noch gesundheitlich zumutbar, besteht kein Anspruch auf eine Rente wegen voller und ggf. auch kein Anspruch wegen teilweiser EM mehr. Dies gilt unabhängig davon, ob Sie tatsächlich einen Job finden.

von
H

Auch bei Aufnahme eines Studiums besteht nach § 60 Abs.1 Nr.2 SGB 1 Mitteilungspflicht gegenüber dem Rentenversicherungsträger.Es darf bezweifelt werden, ob bei einem Vollstudium mit einem wöchentlichen Arbeitsaufwand von mehr als 30 Std.noch volle Erwerbsminderung vorliegt.

von
zeiten

hallo M,
ich hab folgenden Text zu dem, von ihnen genannten, Paragrafen gefunden:

§ 60 Abs.1 Nr.2 SGB 1
Wer Sozialleistungen beantragt oder erhält, hat
2. Änderungen in den Verhältnissen, die für die Leistung erheblich sind oder über die im Zusammenhang mit der Leistung Erklärungen abgegeben worden sind, unverzüglich mitzuteilen.

Aber in dem Paragrafen geht es ja um >Sozialleistungen<. Ich beziehe ja eine Rente, das ist doch dann ein Unterschied?

von
Rosanna

Hallo zeiten,

auch die Rente ist eine Sozialleistung und der RV-Träger ein Sozialleistungsträger (§§ 16 und 23 SGB I). Sonst wäre der § 60 SGB I für die Rentenversicherung ja auch gar nicht relevant....

Im übrigen stimme ich @H vollkommen zu. Wie außerdem bereits erwähnt wurde, kann es u.U. auch eintreten, dass nach abgeschlossenem Studium die Rente entzogen wird, wenn in dem neuen Beruf ein Leistungsvermögen von mehr als 6 Stunden besteht.

Man studiert ja normalerweise nicht, um die Zeit totzuschlagen, sondern Ziel des Studiums ist doch wohl, danach einen neuen Beruf zu ergreifen! Ob sich ein entsprechender Arbeitsplatz findet oder nicht, ist dabei sekundär.

MfG Rosanna.

von
zeiten

hallo rosanna,
natürlich würde ich studieren, um einen neuen beruf zu erlernen. und wenn ich den später auch noch in der lage wäre den ausüben könnte, wäre ich echt sehr glücklich drüber. das ist ja der sinn des studiums. in meinen alten beruf werde ich sicher nie mehr zurückkönnen. daher würde ich mich freuen, wenn es in einem anderen bereich möglich wäre. ob ich dann einen job fände, ist dann die zweite frage. aber sollte ich denn auf die möglichkeit verzichten und dann für den rest meines lebens berentet zu sein? ich finde nein. es macht nämlich wirklich keinen spass, so gar nichts machen zu können.

außerdem ist es ja eine erwerbsminderungsrente. und da ist ja der beruf sowieso egal. da würde mir die rente ja entzogen, wenn ich zu irgendeiner arbeit fähig wäre.

lg zeiten

von
Rosanna

Hallo zeiten,

diese Einstellung ist ja vollkommen in Ordnung.

In Ihrem 1. Beitrag hörte sich das allerdings anders an:

"Nun möchte ich wissen, ob es möglich ist, ein Studium zu beginnen, ohne dass ich die Rente verliere."

Wenn ich da etwas mißverstanden haben sollte, tut es mir leid.

Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg mit dem Studium.

MfG Rosanna.

von
Realist

Wenn Sie Ihre Rente unbedingt aufs Spiel setzen wollen, dann studieren Sie, ansonsten lassen Sie es bleiben!

Wer mit dem Feuer spielt, darf sich nicht wundern, wenn er sich verbrennt!