EU -Rentner, wieviel Stunden arbeiten ?

von
tinie

Hallo

habe jetzt schon viel gegoogelt, aber eine richtige Antwort finde ich im Paragraphendschungel nicht.
Ich bin seit 1984 ( alte DDR) EU-Rentner und gehe noch tgl.3h arbeiten. Da sich jetzt der Mindestlohn erhöht hat, darf ich nur noch 13h/Woche arbeiten, das wären 2,6h/Tag....das lohnt sich nicht wirklich und würde gerne 3x3h, 1 x 4h arbeiten gehen, gesamt 13h und könnte das Buget von 450€ ausschöpfen. Meine Frage ist nun, ist der eine Tag mit der 4. Stunde ein Problem und Rentengefährdet oder wäre es ratsamer dann lieber einmal im Monat einen weiteren Tag mit 3h zu arbeiten, da ich ja ansonsten nur 4 Tage/ Woche arbeite ?
Bedanke mich für kompetente Antwort, LG tinie

von
Willi

Hallo EU Rentner,

Diese Frage haben hier schon viele gestellt ich finde es nicht richtig es gibt EM Antragsteller die können wirklich nicht mehr arbeiten u.kämpfen jahrelang um ihre Rente,sollten Sie wirklich mehr als 2,75 Std. Täglich arbeiten,würde ich sagen Sie spielen mit dem Feuer.

von
W*lfgang

Hallo tinie,

lesen Sie hier diesen Beitrag im Forum:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=46&no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=27669

Im Hinblick auf Mindestlohn liegt Ihre Zeitgrenze bei 52 Std./Monat, um unter der mtl. Hinzuverdienstgrenze zu bleiben. Wie Sie das zeitlich einteilen ist zunächst Ihre Sache - mehr erfahren Sie unter dem oben Beitrag, was passieren kann/nicht passiert.

Gruß
w.

von
Schorsch

Zitiert von: Willi

.....,sollten Sie wirklich mehr als 2,75 Std. Täglich arbeiten,würde ich sagen Sie spielen mit dem Feuer.

So ist es!

Und da der Fragesteller nach eigenen Angaben mindestens 3, ja sogar 4 Stunden/Tag arbeiten kann, arbeitet er entweder auf Kosten seiner Restgesundheit oder er ist schlicht und einfach nicht (vollständig) erwerbsgemindert.

Bisher hatte er offenbar nur großes Glück, dass die DRV noch keine diesbezüglichen Überprüfungen veranlasst hat.

Aber was bisher versäumt wurde, könnte schon morgen nachgeholt werden.

Das kann hartgesottene Spielernaturen natürlich nicht erschrecken.
Die brauchen ein gewisses Risiko, um sich wohlzufühlen.;-)

MfG

von
HotRod

Es ist seit Jahren bekannt, dass die Sozialversicherungen zerschlagen werden sollen.

Deshalb plünderte die amtierende Politik mehrfach die Rücklagen der Sozialversicherungen, senkte wegen der Plünderungen die zugesagten Leistungen ab, erhöhten zeitgleich die Beiträge um erneut Rücklagen für die nächste Plünderung zu generieren.

Die Zwangsverrentung von Hartz4-Beziehern bricht das Grundrecht auf Eigentum.
Die Rentenansprüche in voller Höhe wurden mit den selbst bezahlten Beiträgen erworben.

Es reicht doch wohl aus, wenn der Staat die Rentenversicherungsanteile der Arbeitgeber kassiert und diese eben nicht
in die DRV fließen.
So enteignet der Staat tarifvertragliche Lohnbestandteile der Arbeitnehmer.

Herr Z. hat nachgewiesen:

Untere Lohngruppe für Arbeit 1.975 €URO netto:
http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=2071144

von
Gacki

Zitiert von: HotRod

Herr Z. hat nachgewiesen:

Das muß doch wohl heißen: Der GENIALE Herr Z......

von
Claire Grube

Zitiert von: tinie

Ich bin seit 1984 EU-Rentner und gehe tgl. 3h arbeiten. Da sich jetzt der Mindestlohn erhöht hat, darf ich nur noch 13 h je Woche arbeiten, das wären 2,6h je Tag. Das lohnt sich nicht wirklich. Ich würde gerne 3 x 3h, 1 x 4h arbeiten gehen, gesamt 13h und könnte das Buget von 450 € ausschöpfen. Ist der eine Tag mit der 4. Stunde ein Problem oder wäre es ratsamer dann lieber einmal im Monat einen weiteren Tag mit 3h zu arbeiten, da ich ja ansonsten nur 4 Tage je Woche arbeite?

Ich sehe da keinerlei Bedenken, an einem Tag der Woche eine Arbeitszeit von 4 Stunden zu absolvieren. Kein Sozialgericht Deutschlands wird Ihnen allein aus diesem Grunde die Rente wegnehmen. Es muss eine wesentliche Änderung in den individuellen Bedingungen eingetreten sein, die bei Feststellung des Rentenanspruchs vorgelegen haben.

Es handelt es sich bei der Beschränkung auf 3 Stunden nicht um die tatsächlich ausgeübte konkrete Beschäftigung, wie immer wieder irrtümlich vermutet wird. Maßgeblich ist vielmehr das rein theoretische (abstrakte) Leistungsvermögen, das unter den Verhältnissen des allgemeinen Arbeitsmarktes im Rahmen eine 5-Tage-Woche erbringbar wäre. An diesem Kriterium scheitert bereits die Entziehung Ihrer Rente und ich garantiere Ihnen, dass es auch kein Rentenversicherungsträger versuchen würde.

Eine konkrete Überprüfung wird aber im Regelfall nicht vorkommen, wenn nur ein geringes Arbeitsentgelt bis 450 € erzielt wird. Sie sind auch nicht verpflichtet, die neue Gestaltung der Arbeitszeit bei der Rentenversicherung anzuzeigen. Wichtig ist nur, dass Sie innerhalb 450 € Entgelt bleiben.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_43R2.3

Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist allein entscheidend das zeitliche Leistungsvermögen, das regelmäßig anhand der sozialmedizinischen Gutachten und Unterlagen festzustellen ist (abstrakte Betrachtungsweise).

Dem Umstand, dass ein Versicherter eine berufliche Tätigkeit konkret ausübt, kann jedoch im Einzelfall ein stärkerer Beweiswert zukommen als den medizinischen Feststellungen, da der Versicherte durch die Ausübung der Tätigkeit dokumentiert, dass er in der Lage ist, noch in einem bestimmten Umfang erwerbstätig zu sein. Das muss jedenfalls dann gelten, wenn die Tätigkeit nicht durch häufige oder längere Phasen der Arbeitsunfähigkeit unterbrochen wird.

Im Rahmen der Beurteilung des zeitlichen Leistungsvermögens außer Betracht bleibt eine Tätigkeit, die der Versicherte auf Kosten seiner Gesundheit ausübt oder die er nur unter unzumutbaren Schmerzen auszuüben in der Lage ist. Denn entscheidend für die Minderung der Erwerbsfähigkeit ist, ob der Versicherte im Stande, d. h. fähig ist, eine Tätigkeit in einem bestimmten Rahmen auszuüben. Gleiches gilt, wenn es sich bei der Erwerbstätigkeit um eine, z. B. aufgrund einer besonderen Gestaltung des Arbeitsvertrages, vom Regelfall eines Beschäftigungsverhältnisses abweichende günstige Arbeitsgelegenheit handelt oder wenn die Beschäftigung nur vergönnungsweise - der Arbeitgeber beschäftigt den Versicherten weiter, obwohl dieser den Anforderungen, die die Tätigkeit an ihn stellt, gesundheitsbedingt nicht mehr gewachsen ist - ermöglicht wird.

Als Regulativ gilt in diesen Fällen die Vorschrift des § 96a SGB VI (Höhe des Entgelts).

von
tinie

Hallo

danke für die vielen Antworten , werde mich dann für die 5 x 2,6h entscheiden, das wären 13h/ Woche -52h/ Monat und bleibe bei meinen Mindestlohn unter den 450,-€ Hinzuverdienst.

von
Schorsch

Zitiert von: Claire Grube

Ich sehe da keinerlei Bedenken, an einem Tag der Woche eine Arbeitszeit von 4 Stunden zu absolvieren.

Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen.
Hoffentlich sieht der verantwortliche DRV-Sachbearbeiter das auch so.

Zitiert von: Claire Grube

Kein Sozialgericht Deutschlands wird Ihnen allein aus diesem Grunde die Rente wegnehmen.

Aha, Sie kennen sogar die Rechtsauffassungen ALLER Sozialgerichte?

Zumindest könnte "dieser Grund" Anlass für eine erneute gutachterliche Untersuchung sein.

Hartgesottene Spielernaturen kommen dabei voll auf ihre Kosten.
Ich könnte alledings gut auf diesen "Nervenkitzel" verzichten.....

von
H.P. Heldt

Zitiert von: Claire Grube

......und ich garantiere Ihnen, dass es auch kein Rentenversicherungsträger versuchen würde.

Sie nehmen Ihren Mund ja ganz schön voll.

Mir sind Fälle bekannt, in denen bereits wegen harmloserer Dinge Rentenentziehungsverfahren eingeleitet wurden.

Zitiert von: Claire Grube

Es handelt es sich bei der Beschränkung auf 3 Stunden......

Eine Beschränkung auf 3 Stunden gibt es nicht, höchstens eine Beschränkung auf unter 3 Stunden!

von
Simon

Zitiert von: H.P. Heldt

Zitiert von: Claire Grube

......und ich garantiere Ihnen, dass es auch kein Rentenversicherungsträger versuchen würde.

Sie nehmen Ihren Mund ja ganz schön voll.

Mir sind Fälle bekannt, in denen bereits wegen harmloserer Dinge Rentenentziehungsverfahren eingeleitet wurden.

Zitiert von: Claire Grube

Es handelt es sich bei der Beschränkung auf 3 Stunden......

Eine Beschränkung auf 3 Stunden gibt es nicht, höchstens eine Beschränkung auf unter 3 Stunden!

Hallo Herr Heldt!

Sie schreiben Ihnen sei bekannt das wegen harmloseren Sachen Rentenentziehungsverfahren eingeleitet wurden!

Können Sie diese bitte benennen und auch den Ausgang solcher Verfahren mitteilen!

Den wer A sagt sollte auch B sagen.

Ich wäre Ihnen jedenfalls sehr dankbar dafür!

MfG

Simon
Ein Dauerrentner ohne Minijob.....der aber wegen der ständigen Nachprüfungen immer wieder in Angst und Schrecken versetzt wird!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo tinie,

ich kann hier letztlich nur noch einmal unsere Antwort auf den von „W*lfgang“ verlinkten Beitrag wiederholen, die letztlich auch auf Ihren Fall zutrifft:

Solange Sie durch Ihre Beschäftigung die Hinzuverdienstgrenze für Ihre Rente nicht überschreiten, ist diese zunächst auch kein Problem für die Rente. Allerdings könnte sich der Rentenversicherungsträger - bei Bekanntwerden der Ausübung einer (Vollzeit-)Beschäftigung - durchaus die Frage stellen, ob die in der Vergangenheit festgestellte Erwerbsminderung noch vorliegt und eine entsprechende Überprüfung einleiten, die (schlimmstenfalls) auch mit einem Entzug der Erwerbsminderungsrente enden kann - dieses Risikos muss man sich schon bewusst sein. Solange die Beschäftigung mit dem bei Ihnen festgestellten Restleistungsvermögen harmoniert, ist aber auch hier aus meiner Sicht nichts zu befürchten.

von
H.P. Heldt

Zitiert von: Simon

Ein Dauerrentner ohne Minijob.....der aber wegen der ständigen Nachprüfungen immer wieder in Angst und Schrecken versetzt wird!

Diese Angst ist unbegründet, sofern man tatsächlich rentenrelevant erwerbsgemindert ist und es mit den Nebenjobs nicht übertreibt, so wie im oben geschilderten Fall.

Wer die zulässigen Arbeitszeitgrenzen bis an die Schmerzgrenze ausreizt, muss sich nicht wundern, wenn deshalb bei dem zuständigen DRV-Sachbearbeiter die Alarmglocken schrillen.

Der gravierendste Fall der mir persönlich bekannt ist, ist der eines vollständig erwerbsgeminderten ca. 40 jährigen Mannes, der von einem aufmerksamen Nachbarn bei der DRV denunziert wurde, weil er scheinbar mühelos seinen nicht gerade kleinen Garten versorgt hat.

Daraufhin wurde zunächst ein Rentenüberprüfungsverfahren eingeleitet, das sogar das Landessozialgericht beschäftigt hat.

Nach ca. 3 Jahren wurde dann aber per Gerichtsurteil die Rentenberechtigung des Betroffenen bestätigt.

Es war aber verdammt knapp.

von
Simon

Hallo Herr Heldt!

Vielen Dank für Ihre Rückantwort!

Ich bin schon sprachlos .......was für eine Neidgesellschaft wir doch haben!

Werkelt nur im eigenen Garten und wird angeschwärzt.....!

Eine Frage hätte ich dazu noch bei welchem Träger ist der gute Mann den?

MfG

Simon

von
H.P. Heldt

Zitiert von: Simon

Ich bin schon sprachlos .......was für eine Neidgesellschaft wir doch haben!

Die meisten Leute müssen eben hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten und haben daher nicht immer Verständnis dafür, dass manche "Nachbarn" Geld ohne Gegenleistung bekommen.

Kaum jemand von denen weiß allerdings, welche gesundheitlichen Einschränkungen tatsächlich vorliegen.
Und wenn jemand stundenlang Gartenarbeit verrichten kann, dann müsste der, nach deren Ansicht, auch normale Erwerbsarbeit verrichten können.
[/quote]

Zitiert von: Simon

Eine Frage hätte ich dazu noch bei welchem Träger ist der gute Mann den?

Das ist unerheblich.

MfG