Fahrtkostenübernahme zur Reha

von
Sebastian

Hallo,

mein 2-jähriger Sohn hat eine Reha mit Begleitperson in einer Rund 800km entfernten Rehaeinrichtung genehmigt bekommen und nun geht es um die Übernahme der Fahrtkosten. Gemäß Behindertenausweis hat er einen GdB von 100% + aG + H + B.
Problem ist, dass er nicht sitzen kann und daher auf ihn speziell angepasste Hilfsmittel angewiesen ist, die nach Absprache mit der Rehaeinrichtung mitzubringen sind.
Im einzelnen sind dies:
Reha-Buggy, Therapiestuhl, Duschliege

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln würde die Fahrt mind. 13h mit Zug / Bus und 6x Umsteigen dauern, was ich für meinen Sohn als unzumutbar halte. Darüber hinaus besteht das Problem des Gepäcks. 2 Gepäckstücke können per Paketdienst befördert werden, Es wären aber 4.

Aus Gründen der um 1/3 verkürzten Reisezeit, wäre die Anfahrt per Auto passend. Problem hier: Das Gesamte Gepäck passt nicht rein.

Wir könnten uns auch ein größeres Auto für den Transport organisieren, allerdings müsste das dann am selben Tag zurück, d.h. doppelte Wegstrecke.

Welche Möglichkeiten gibt es,
- entweder die 130,- Euro Decklung für die Anreise per geborgten KFZ aufzuheben
- oder Gepäckversand + Kfz-Anreise zur kombinieren?

Im eine Antwort bedanke ich mich bereits im Vorraus.

Experten-Antwort

Für die Anreise und Abreise können zunächst nur 130,00 Euro insgesamt übernommen werden. In Fällen einer besonders weiten Anreise, in denen die Benutzung eines Kraftfahrzeuges wegen Art und Schwere der Behinderung medizinisch erforderlich ist, kann in Bezug auf die Begrenzung der Fahrkosten auf 130,00 Euro eine einzelfallbezogene Härtefallprüfung erfolgen. Somit könnten auch die konkret gefahrenen Kilometer im Rahmen der Härtefallprüfung übernommen werden.

Hinsichtlich des Gepäcks gibt es eigentlich die Lesart, dass wenn An- und Abreise mit dem PKW erfolgen, keine zusätzlichen Kosten für Gepäcktransport übernommen werden. Die "Kosten" für das Gepäck sind mit der Wegstreckenentschädigung bereits abgegolten.

Da Ihr Problem nur im Rahmen der Einzelfallprüfung zu lösen ist, sollten Sie sich diesbezüglich nochmals an den zuständigen Ansprechpartner Ihres Rehaträges wenden.

Falls die Reha von einer Krankenkasse geleistet wird, ist es möglich, dass bezüglich der Reisekosten andere Regelungen gelten. In diesem Fall kann ich Ihnen in diesem Forum nicht weiterhelfen.

von
Sebastian

Haben Sie zunächst vielen Dank für Ihre Auskunft. Leider ist die Antwort nicht zufriedenstellen, weil i.W. die einschlägig bekannten Gesetzestexte wiederholt wurden. Deshalb bitte ich nochmals um Konkretisierung.

Eines vorweg: Reha Träger ist die DRV Bund.

Besteht seitens der DRV der Gestaltungsspielraum, im Rahmen einer Härtefallprüfung:
- entweder die 130,- Euro Decklung für die Anreise per geborgten KFZ aufzuheben (hier diskutieren wir eher über ein logistischen als über einen medizinischen Grund)
- oder Gepäckversand + Kfz-Anreise zur kombinieren?

Für eine Antwort bedanke ich mich im Vorraus.

Experten-Antwort

Hallo Sebastian,

eine zufriedenstellendere Antwort werde ich Ihnen leider nicht geben können. Ich kann der zuständigen Sachbearbeitung die für den Einzelfall notwendige Entscheidung im Rahmen dieses Forums nicht abnehmen.

Eine echte (über die in meiner ursprünglichen Antwort dargestellte „Härtefallprüfung“ hinaus gehende) Härtefallprüfung ist bei der Übernahme der Fahrtkosten im Übrigen grundsätzlich nicht vorgesehen. Allerdings kann ich nicht ausschließen, dass die zuständige Sachbearbeitung im Rahmen der Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalls zu einem von den grundsätzlichen (bereits genannten) Regelungen abweichenden Ergebnis kommt.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.04.2014, 15:08 Uhr]