< content="">

Flexible Rente

von
Alex

In dem Artikel der Bildzeitung-Online ist von einer flexiblen Rente die Rede, bei der am meisten falsch gemacht wurde. Was versteht man darunter und warum passieren da soviele Fehler ?

von
F U N

Hallo, wahrscheinlich beziehen sie sich auf den Bericht in der 'Bild'-Zeitung vom heutigen Tag, in dem von falschen Berechnungen ausgegangen wird und Rentner zu wenig Rente erhalten haben.
Hierbei handelt es sich in der Regel darum, dass Rentner die vermeindlich "falsche" Altersrente beantrag haben. Da nicht alle vorgezogenen Altersrenten damals die gleichen Abschläge hatten, habe Versicherte (als auch die Rentenversicherung) vermeindlich falsche Renten eingewiesen. Bei Nachprüfungen hat sich ergeben, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine andere Art der Altersrente zu einem höheren Zahlbetrag geführt hätte. Diese Rentner erhalten jetzt eine Nachzahlung.

Beispiel: Frau geboren vor 1945 mit der Möglichkeit
a) Altersrente für Frauen und
b) Altersrente nach Altersteilzeit
zu beantragen.
In der Regel wäre hier die Altersrente für Frauen höher gewesen, da diese mit etwas geringeren Abschlägen versehen war.
Dies wurde mehrfach bei der Antragsaufnahme nicht berücksichtigt und daher eine vermeindlich falsche Rente beantragt und dann auch gewährt.

von
Die liebe Bild

Die liebe, gute Bildzeitung. Wenn wir sie nicht hätten...

Das wort flexible Rente gefällt mir, es existiert zwar nicht, aber es ist doch ein tolles Wort.Gemeint sind natürlich die vorgezogenenen Altersrenten.Aber das Wort kennt ja mittlerweile jeder. Da kann man doch einfach mal was neues erfinden.Ein Hoch auf die hochintelligenten BILD Redakteure.

Eine Rente ist fehlerhaft, wenn z.B.Beitragsjahre fehlen. Wenn man sich jedoch um seine Versicherungsbiografie kümmert, und diese auf vollständigkeit überprüft, kann das nicht passieren. Da aber nur einer von 100 Menschen wirklich gewissenhaft ist und sich darum kümmert kann es natürlich bei den übrigen zu Fehlern kommen.

Zum Glück schreibt die Bild das nicht so, sonst würde die ja keiner kaufen!!!

Experten-Antwort

Hallo Alex,
den Begriff der &#34;flexiblen Altersrente&#34; gibt es im aktuellen Rentenrecht eigentlich nicht - gemeint sind hier wohl die vorzeitigen Altersrenten, die man schon vor Erreichen der Regelaltersgrenze (derzeit bei 65) beziehen kann (allerdings meist mit Abschlägen). In dem von Ihnen genannten Artikel wird auch von &#34;Frührente&#34; gesprochen - dabei handelt es sich um die Erwerbsminderungsrente.

Die im Artikel genannten Fehler beziehen sich weniger darauf, dass die Renten an sich falsch berechnet wurden. Es geht vielmehr darum, dass jemand eine bestimmte Altersrentenart beantragt hatte und mit einer anderen Altersrentenart aber weniger Abschläge erhalten hätte (und damit eine höhere Rente). Dies wurde in der Beratung nicht erkannt und muss nun ggf. korrigiert werden. Davon betroffen sind insbesondere Frauen, die nicht die Altersrente für Frauen, sondern eine Rente wegen Arbeitslosigkeit oder für langjährig Versicherte beziehen.

von
Aha

Bei einer Frau Jg. 1945 ist der Abschlag nur anders, wenn Sie Anspruch auf eine Altersrente wegen Schwerb., BU oder EU gehabt hätte.

Unter &#39;flexibler Rente&#39; könnte evtl. eine Altersteilrente gemeint sein - von der war in früheren Jahren abzuraten, da die Rente immer an den (meist nachteiligen) Änderungen des Rentenrechtes teilgenommen hätte bis zu dem Zeitpunkt, da sie eine Vollrente wegen Alters geworden wäre (ist zwischenzeitlich durch Rechtsprechung und Gesetzgebung entschärft) - macht die Sache aus Sicht eines evtl. Hinzuverdienstes nicht einfacher!

Der restliche Artikel ist in typischer BILD-Manier verfasst: nix Genaues weiß man nicht aber erst mal drauf hauen! Sachlich-objektive Berichterstattung ist ja auch nicht das Ziel des Boulevard-Blattes (nur leider gibt es zuviele Leser - die dann auch noch gerne glauben benachteiligt zu sein!)

Allerdings: das bei den Verschlüsselungen und Speicherungen der Rentenversicherung schon mal Fehler unterlaufen können ist normal und logisch (bei 20 Mio. Renten und 40 Mio. Versicherten) - daher werden alle Versicherten in regelmäßigen Abständen über den Stand der Dinge informiert und aufgefordert die Vollständigkeit und Richtigkeit der Daten zu prüfen sowie ggf. ergänzende Unterlagen umgehend vorzulegen.

Wem diese &#39;Mitwirkung&#39; zuviel Bürokratenkram ist, der darf sich anschl. auch nicht über unrichtige Ergebnisse wundern - dann aber erst mal an die eigene Nase fassen!

von
Knut Rassmussen

Die Mehrzahl der betroffenen Frauen wird bewußt die &#34;falsche&#34; Rente gewählt haben, um eine höhere VBL-Rente zu erhalten.

von
öff.Dienst

Nimmt die Zusatzversorgung nicht den gleichen Abschlag (bis max. 10,8%) , wie die ges. Rente?

Oder war das zu Zeiten der Versicherten- und der Versorgungsrente noch anders? Man konnte doch zunächst erst die eine, dann die andere abrufen - wo wäre der Nachteil gewesen?

von
Wolfgang

...und diesem Fall war es richtig, sie bewusst &#34;falsch&#34; beraten zu haben.

Die DRV Bund hat diese Fälle doch vor 1 - 2 Jahren rausgerastert und angeschrieben. Im Hinblick auf die VBL findet auch keine Aufrechnung durch die höhere Rente mehr statt. Nur, woher sollen die Betroffenen das denn wissen.

Gruß
w.

von
Wolfgang

Hallo öD,

die Versorgungsrente gab es erst ab 62, zuletzt auf 63 angehoben. Bei einer gesetzlichen Rente ab schon ab 60 wurde nur die Versichertenrente gezahlt (die nicht zwingend kleiner sein musst, meist aber schon). Mit Einführung der ATZ gab es bei der VBL den Sonderfall, dass eben genau mit der AR nach ATZ schon die (höhere) Versorgungsrente geleistet werden musste, also ab 60. Aufgrund der unterschiedlichen Anhebungsphasen (Kürzungen) bei der AR für Frauen und der AR nach ATZ war die AR für Frauen höher - dafür aber die VBL kleiner. Ergo war es in Einzelfällen günstiger, die stärker gekürzte AR nach ATZ zu beantragen, dafür aber schon/sofort mehr VBL zu bekommen.

Kompliziert ? ...nee, nur ne verdammte Rechenfrickelei gewesen ;-)

Die Abschläge der Rente wurden bei der Gesamtversorgungsberechnung in der Weise umgesetzt, dass die ungekürzte Rente abgezogen wurde. Die Versichertenrente wurde stets unabhängig von der gesetzlichen Rente ermittelt.

Gruß
w.

von
Knut Rassmussen

Zudem war die Versichertenrente nicht dynamisch.

von
öff.Dienst

Es ist also davon auszugehen, dass die Betroffenen vom Arbeitgeber (Personal- bzw. Lohn-/Gehaltsstelle) auf die &#39;richtig&#39; Rente hingewiesen wurden?!

Heute könnten aber noch immer die betroffen sein, welche vor 1.1.47 geboren wurden - richtig?

von
Wolfgang

Der Arbeitgeber/Personalstelle hat sich hoffentlich aus dem Rententeil rausgehalten ;-) Für den Arbeitgeber war/ist es egal, ob, wann, welche Rente nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses folgt. Grundsätzlich war es Sache des Versicherten selbst, die richtige Rentenwahl zu treffen - sinnvollerweise unter Hilfestellung einer Beratungsstelle.

Betroffen sind die Frauenjahrgänge 1940 - Nov. 1944, bzw. ab Jg. 1937 in Hinblick auf hier beginnende Anhebung der Altergrenze bei der AR/Alo oder ATZ.

Wenn nicht alle DRV-Träger von sich aus durchgerastert haben (mir nur DRV Bund bekannt), wird es sicher noch Betroffene geben.

Gruß
w.

von
öff.Dienst

Aber der AG ist doch Versicherungsnehmer bei der Zusatzversorgung und hat seinem AN gegenüber auch eine Fürsorgepflicht - z.B. Hinweis auf finanzielle Einbußen bei der Rente???!!!

von
Wolfgang

&#62; ...Fürsorgepflicht - z.B. Hinweis auf finanzielle Einbußen bei der Rente???!!!

Rentenberatung ist nicht Aufgabe eines &#39;Arbeitgebers&#39;.

Fürsorgepflicht:
http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrsorgepflicht_(Arbeitsrecht)

Gruß
w.