Flexirente als Teilrente

von
Manfred

Hallo und guten Tag

Ich beabsichtige mit 63 eine 50-% Teilrente als Flexirente in Anspruch zu nehmen. ich bin Geburtsjahr 1960, so dass ich mit 40 Monaten Abschlag zu rechnen habe.
Ich hatte letzte Woche einen Rentenberatungstermin. War leider sehr enttäuschend. Der Kollege war leider nicht in der Lage mir die Auswirkungen einer Flexirente als Teilrente auf die spätere Vollrente auszurechnen.
Insbesondere der Passus "Der nicht in Anspruch genommene Rentenanteil erhält bei einer späteren höheren Rente einen geringeren Abschlag als der bereits bezogene Rentenanteil" war im gar nicht bekannt.
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Allgemeine-Informationen/Wissenswertes-zur-Rente/FAQs/Gesetzesaenderungen/Flexirente/Flexirente_Hinzuverdienst.html;jsessionid=17A09F4AD49B948508C2F2D711B1BF91.delivery1-9-replication#39fac9a3-30d5-415d-8da1-59dea359bca4
Gibt es einen Onlinerechner, mit dem ich diese Fragestellung beantworten kann?
Vielen Dank schon mal
Manfred

von
W°lfgang

Zitiert von: Manfred
Gibt es einen Onlinerechner, mit dem ich diese Fragestellung beantworten kann?

Hallo Manfred,

NEIN,

ein erfahrener (staatlicher) Rentenberater hätte Ihnen da zu einem aktuellen Ergebnis zu Ihren Fragen vielleicht verholfen.

Leider ist das Rentenrecht dermaßen kompliziert geworden, dass - auch im Hinblick auf (Teil-)FlexiRente - eine extreme/gewünschte 'Optimierungsberatung' eher nicht möglich ist (es sei denn, da sitzt vor Ihnen ein 'alter Sack' als Berater, der das auch noch locker mit 1-2-3 Blicken auf Reihe kriegt ;-))

Es gibt einen Rechner (RV-Win, kostenpflichtig), der privaten Rentenberatern (kostenpflichtig) es ermöglicht, eine genauere Berechnung anzustellen. Der geschätzte User @Jonny spendiert Ihnen dazu vielleicht noch ein paar Gedanken...

Gruß
w.

von
Tipp

Eigentlich sagt der von Ihnen zitierte Satz doch alles aus. Die nicht in Anspruch genommenen 50% erhalten nur den Abschlag, der sich am Zeitpunkt der komplett in Anspruch genommenen Rente ergibt.
Meines Wissens gibt es hierfür auch keine öffentlichen Berechnungsprogramme.
Jonny kann Ihnen das sicher anhand fiktiver Zahlen vorrechnen.
Da Sie aber frühestens 2023 in Rente gehen können, sind die Zahlen zeitbedingt spekulativ.
Eventuell wäre es sogar einen Versuch wert, unter Angabe des von Ihnen geplanten Teirentenbezugs, des fiktiven Hinzuverdientes und des Zeitpunkts des Beginns der Vollrente eine Proberentenberechnung anzufordern.

von
Manfred

Danke schon mal für die ersten Einschätzungen. Es ist schon sehr verwunderlich, das bei den gewerblichen Rentenberatern so eine Berechnung durchaus möglich zu sein scheint. Nach Aussage einer telefonischen Rentenberatung bei der Hotline der DRV sollte ein normaler Rentenberater das simulieren können. Meine Erfahrung bei dem anschließendem persönlichen Beratungsgespräch war da schon sehr ernüchternd. 3 Zahlen, die man online auch selbst eroieren kann mit Bleistift auf einem Blatt Papier. Kein Ansprechpartner etc.....
Schade. Ich hoffe nicht, dass diese Rt von Beratung repräsentativ war.

von
Werner67

Das Problem ist, dass eine 50%-Teilrente ausgesprochen unwahrscheinlich ist. Meist wird daraus eine 44,98%-Teilrente oder eine 52,46%-Teilrente oder etwas ähnlich Verdrehtes, weil der tatsächliche Hinzuverdienst nie exakt zu der angedachten Teilrente passt. (Man könnte zwar eine Wunsch-Teilrente von 50% beantragen, dabei verzichtet man aber i.d.R. auf Geld weil es keine Nachzahlung gibt wenn man doch weniger verdient. Deshalb ist das nicht empfehlenswert.) Meist ändert sich der Teilrentenanteil dann auch noch mit jeder Rentenanpassung (durch die Spitzabrechnung) und jedes mal sind die Abschläge für einen Teil der Rente neu zu berechnen.
Solche Berechnungen sind übrigens selbst dann sehr schwer nachzuvollziehen, wenn man bei einem Rentner die maschinelle Berechnung (Spitzabrechnung) bereits vor sich liegen hat.

Daraus folgt, dass eine Prognose nie genau sein kann sondern immer nur eine grobe Schätzung abgibt.

Ein maschinelles Prognoseprogramm zu entwickeln wäre sicherlich möglich. Der Aufwand stünde aber wegen der o.g. Ungenauigkeiten einer Simulation in keinem Verhältnis zum Nutzen. Mag sein, dass die privaten Rentenberater ein solches Programm entwickelt haben. Aber letztendlich bezahlten Sie dann für etwas, was sicherlich schicker aussieht als die Bleistift-Berechnung des DRV-Beraters – ob es Ihnen dann aber tatsächlich einen größeren Nutzen bringt ist fraglich.

von
Berater

Wer für derartige "Prognosen" bei einem privaten Rentenberater Geld bezahlt, sollte sich vorher über den finanziellen Aufwand und den daraus dann resultierenden Nutzen ernsthaft Gedanken machen.

Experten-Antwort

Den Ausführungen "von Tipp" ist zuzustimmen. Danach erhalten die nicht in Anspruch genommenen Rententeile ( wie vorgetragen 50 %) den Rentenabschlag, der sich im Zeitpunkt des vollständig in Anspruch genommenen Rentenanspruchs ergibt.

von
KSC

Als "alter Sack" in der Beratung kann ich Ihnen sagen, dass solche "Bleistiftprognosen" oft sogar ziemlich gut sind.
Aber das hängt eben von dem Berater ab, den Sie "erwischt" haben.
Und da gibt es wie überall im Leben die "Gaus´sche Normalverteilung", d.h. manchmal zieht man das Ass und manchmal die Karo 7.

Und wenn dafür gesorgt ist dass jeder Berater "beliebig viel Zeit" hat und "alle verfügbare Technik" und er "fit in jeder Anwendung" ist und zu jeder Neuerung umfangreich geschult, dann klappt alles.
Aber das ist dann eine Frage des Geldes und der Kapazitäten.

Solange ich als Berater von Termin zu Termin im Halbstundentakt hetze und zwischendurch noch Telefonate bekomme ist eben nicht jeder Kundenwunsch erfüllbar.

Der private RB hat jede Menge Zeit, die er Ihnen dann aber in Rechnung stellt.

PS: auch der Berater berät nicht jeden gleich gern, auch das gibt es "Asse" oder halt Geschiedene mit Doppelnamen.....

von
W°lfgang

Zitiert von: KSC
manchmal zieht man das Ass und manchmal die Karo 7.

:-))) ...der ist gut, wirklich gut!

Hallo KSC,

sowohl als auch, da bin auf beiden Seiten der Schreibtischsitzenden bei Ihnen *g

Gruß
w.
PS: die Karo 7 wird gefühlt aber immer öfter vom Stapel gezogen ;-)

von
Oh Mann

Zitiert von: W°lfgang
Zitiert von: KSC
manchmal zieht man das Ass und manchmal die Karo 7.

:-))) ...der ist gut, wirklich gut!

Hallo KSC,

sowohl als auch, da bin auf beiden Seiten der Schreibtischsitzenden bei Ihnen *g

Gruß
w.
PS: die Karo 7 wird gefühlt aber immer öfter vom Stapel gezogen ;-)

Wenn Du die Karten gemischt hast, sogar ganz sicher!

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