Frage zu Zurechnungszeit bei Erwerbsminderung

von
Alex

Ich bin Geburtsjahr 1967

Im Juli 2019 wurde bei mir eine Erwerbsminderung befristet festgestellt.

In dem Bescheid wurden folgende Zurechnungszeiten berücksichtigt.

01.08 2019 bis 31.01.2032

und dann nochmal

01.02.2032 bis 28.10.2032

Jetzt nur meine Frage zum Verständnis.

Die Zurechnungszeit bis 31.01.2032 würde bei mir bis zum 65. Lebensjahr bedeuten.

Was hat es dann mit den zusätzlichen geschenkten Zeiten vom 01.02.2032 bis 28.10.2032 auf sich.

Wie kommen die zustande?

Weil das erreichen der Altersrente für die Jahrgänge 1967 sind ja nicht 65 Jahre plus 9 Monate, sondern 67 Jahre.

Oder hängt in diesem Fall die geschenkte Zurechnungszeit nichts mit der ursprünglichen Altersrente bis 67 Jahre zusammen?

von
Jonny

Wenn das so ausgewiesen ist, sind Sie wahrscheinlich zwischen dem 2.2. und 1.3.1967 geboren.

Für Fälle mit einem Beginn einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Jahr 2019 endet die Zurechnungszeit erst mit Vollendung des 65. Lebensjahres und 8 Monaten (§ 253a Abs. 2 SGV IV)

von
Jonny

Sie sind am 1. März 1967 geboren und vollenden ein volles Lebensjahr immer am Tag vor dem Geburtstag. Deshalb endet die Zurechnungszeit am 28. Oktober, wobei dieser Monat voll zählt.

von
Alex

Zitiert von: Jonny
Wenn das so ausgewiesen ist, sind Sie wahrscheinlich zwischen dem 2.2. und 1.3.1967 geboren.

Für Fälle mit einem Beginn einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Jahr 2019 endet die Zurechnungszeit erst mit Vollendung des 65. Lebensjahres und 8 Monaten (§ 253a Abs. 2 SGV IV)

Vielen Dank für die Hilfe und den Hinweis mit dem Sozialgesetzbuch, da konnte ich es gut nachlesen.

von
W°lfgang

Zitiert von: Alex
Die Zurechnungszeit bis 31.01.2032 würde bei mir bis zum 65. Lebensjahr bedeuten.
Was hat es dann mit den zusätzlichen geschenkten Zeiten vom 01.02.2032 bis 28.10.2032 auf sich.

Hallo Alex,

ist das im Versicherungsverlauf (VV) tatsächlich mit der max. möglichen Zurechnungszeit (ZZ) 'getrennt' aufgeführt? Ein 'Cut' zum 65. Lbj. - rein ggf. aus berechnungstechnischen Gründen, dafür sehe ich keine Notwendigkeit ...@Experten-Meinung?

'Normal' kenne ich die Darstellung der ZZ komplett bis zum Ende 65+ ...aber, die DRV 'bastelt' immer mehr am VV rum, um althergebrachte/verständliche Darstellungsweisen 'einfacher' zu machen *hüstel. Verstehe das wer will ...da ist wohl zu viel Klo- pardon, Druckerpapier und Toner gebunkert worden, das muss jetzt raus ;-)

Gruß
w.

von
Jonny

Ein Cut zum 65. Lebensjahr wäre aber auch am 28. Februar und nicht am 31. Januar 2032.

von
Siehe hier

Zitiert von: Jonny
Ein Cut zum 65. Lebensjahr wäre aber auch am 28. Februar und nicht am 31. Januar 2032.

2032 ist aber ausgerechnet mal wieder ein Schaltjahr und der Februar hat 29 Tage :-)

von
Jonny

Zitiert von: Siehe hier
Zitiert von: Jonny
Ein Cut zum 65. Lebensjahr wäre aber auch am 28. Februar und nicht am 31. Januar 2032.

2032 ist aber ausgerechnet mal wieder ein Schaltjahr und der Februar hat 29 Tage :-)


Richtig!

von
Alex

Zitiert von: W°lfgang

Hallo Alex,

ist das im Versicherungsverlauf (VV) tatsächlich mit der max. möglichen Zurechnungszeit (ZZ) 'getrennt' aufgeführt? Ein 'Cut' zum 65. Lbj. - rein ggf. aus berechnungstechnischen Gründen, dafür sehe ich keine Notwendigkeit ...@Experten-Meinung?

Hallo Wolfgang

Es ist in zwei Zeilen getrennt dargestellt:

01.08.2019 - 31.01.2032
01.02.2032 - 28.10.2032

Vielen Dank für die Erklärung.

Experten-Antwort

Guten Tag Alex,

den vorherigen Ausführungen schließen wir uns an: Die Dauer der Zurechnungszeit richtet sich nach dem Beginn Ihrer Erwerbsminderungsrente. Da Ihre Erwerbsminderungsrente im Jahr 2019 begonnen hat, endet die Zurechnungszeit mit Vollendung des 65. Lebensjahres und 8 Monaten.
Die Darstellung im Versicherungsverlauf wurde in der Vergangenheit verschiedenst angepasst. Es handelt sich hierbei jedoch lediglich um die Aufführung der Zeiten. Für die Höhe Ihrer Rente hat es keine Auswirkung, ob die Zurechnungszeit als ein gesamter Zeitraum aufgeführt ist oder in zwei Teilzeiträume unterteilt wurde.

von
Knall

Wäre schön wenn diese Zurechnungszeit auch für EM-Rentner der Jahre 2001-2014 gelten würde.
UNGLEICHBEHANDLUNG!

von
Alex

Zitiert von: Experte/in
Guten Tag Alex,

den vorherigen Ausführungen schließen wir uns an: Die Dauer der Zurechnungszeit richtet sich nach dem Beginn Ihrer Erwerbsminderungsrente. Da Ihre Erwerbsminderungsrente im Jahr 2019 begonnen hat, endet die Zurechnungszeit mit Vollendung des 65. Lebensjahres und 8 Monaten.
Die Darstellung im Versicherungsverlauf wurde in der Vergangenheit verschiedenst angepasst. Es handelt sich hierbei jedoch lediglich um die Aufführung der Zeiten. Für die Höhe Ihrer Rente hat es keine Auswirkung, ob die Zurechnungszeit als ein gesamter Zeitraum aufgeführt ist oder in zwei Teilzeiträume unterteilt wurde.

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

diese Zurechnungszeiten sind ja bis 65 zuzüglich den 8 Monaten gerechnet.

Wenn man jetzt aber eher in Alters oder Schwerbehinderten Rente geht, würde man dann diese Zurechnungszeiten wieder verlieren, bzw. würden diese dann nur bis 62 oder 63 Jahre gerechnet werden?

von
Siehe hier

Zitiert von: Alex

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

diese Zurechnungszeiten sind ja bis 65 zuzüglich den 8 Monaten gerechnet.

Wenn man jetzt aber eher in Alters oder Schwerbehinderten Rente geht, würde man dann diese Zurechnungszeiten wieder verlieren, bzw. würden diese dann nur bis 62 oder 63 Jahre gerechnet werden?

Nach heutiger Gesetzeslage besteht auf diese Zurechnungszeit ein 'Bestandschutz, d.h. bei einer vorgezogenen Altersrente würde diese zum geplanten Eintritt zwar vergleichsweise berechnet werden, wenn diese aber niedriger wäre, würde die höhere (dann also die EM-Rentenhöhe) weiter bezahlt werden.

Aber bis 2028/29 fließt noch a bisserl Wasser durch Elbe und Rhein, also einfach auch mal die Nachrichten in der Zeit verfolgen ;-)

Experten-Antwort

Guten Tag Alex,

im Falle der Umwandlung Ihrer bisherigen Erwerbsminderungsrente in eine vorgezogene Altersrente würde die künftige Altersrente zunächst aus allen Zeiten, die bis zum Ende des Vormonats vor Rentenbeginn zurückgelegten Zeiten berechnet werden. Sofern diese Berechnung geringer wäre als Ihre bisherige Rente, würde aufgrund der bereits von "Siehe hier" beschriebenen Besitzschutzregelung die Altersrente in bisheriger Höhe geleistet werden.
Sofern Sie zu gegebener Zeit Fragen zur Umwandlung Ihrer Rente haben, wenden Sie sich gern Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger oder an Ihre örtliche Auskunfts- und Beratungsstelle.

von
Alex

Zitiert von: Experte/in
Guten Tag Alex,

im Falle der Umwandlung Ihrer bisherigen Erwerbsminderungsrente in eine vorgezogene Altersrente würde die künftige Altersrente zunächst aus allen Zeiten, die bis zum Ende des Vormonats vor Rentenbeginn zurückgelegten Zeiten berechnet werden. Sofern diese Berechnung geringer wäre als Ihre bisherige Rente, würde aufgrund der bereits von "Siehe hier" beschriebenen Besitzschutzregelung die Altersrente in bisheriger Höhe geleistet werden.
Sofern Sie zu gegebener Zeit Fragen zur Umwandlung Ihrer Rente haben, wenden Sie sich gern Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger oder an Ihre örtliche Auskunfts- und Beratungsstelle.

Vielen Dank für die sehr verständliche Antwort.

Aber so wie ich den Einträgen hier entnehmen kann, gilt diese Zurechnungszeit scheinbar für frühere Erwerbsminderungsrenten nicht.

Wurde hier das Gesetz geändert?

War das noch ein Verdienst der "noch" aktuellen Regierung?

von
Schade

Zitiert von: Alex

Aber so wie ich den Einträgen hier entnehmen kann, gilt diese Zurechnungszeit scheinbar für frühere Erwerbsminderungsrenten nicht.

Wurde hier das Gesetz geändert?

War das noch ein Verdienst der "noch" aktuellen Regierung?

Das hat sich in den letzten 30 Jahren mehrfach geändert.

Erst 55 dann 57 dann 60 ......jetzt bei 65*

Da waren die verschiedensten Regierungen daran beteiligt.

von
Alex

Zitiert von: Siehe hier

Aber bis 2028/29 fließt noch a bisserl Wasser durch Elbe und Rhein, also einfach auch mal die Nachrichten in der Zeit verfolgen ;-)

Vielen Dank auch Ihnen für die ausführlichen Erklärungen.

Den Hinweis auf 2028 und 2029 und die noch lange Zeit, bedeutet, dass es genauso wieder per "neuen" Gesetz auch wieder entzogen, bzw. der Bestandsschutz wieder wegfallen kann, wenn das eine neue Regierung festlegt?

von
Uschi

Zitiert von: Alex
Zitiert von: Siehe hier

Aber bis 2028/29 fließt noch a bisserl Wasser durch Elbe und Rhein, also einfach auch mal die Nachrichten in der Zeit verfolgen ;-)

Vielen Dank auch Ihnen für die ausführlichen Erklärungen.

Den Hinweis auf 2028 und 2029 und die noch lange Zeit, bedeutet, dass es genauso wieder per "neuen" Gesetz auch wieder entzogen, bzw. der Bestandsschutz wieder wegfallen kann, wenn das eine neue Regierung festlegt?

Richtig,es kann sich die Gesetzeslage stets verändern. Die Rente macht da keine Ausnahme. So haben sich bspw. im Laufe der Zeit Rentenarten verändert (Erwerbsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit, Hinterbliebenenrente) oder aber auch das Renteneintrittsalter. Auch die Grundrente ist etwas neues. Die Rentenversicherung leistet jedoch nicht nur Renten, sondern finanziert auch Rehabilitation oder Umschulung. Wie sich das alles entwickeln wird, weiß heute noch niemand.

von
Alex

Zitiert von: Schade

Das hat sich in den letzten 30 Jahren mehrfach geändert.

Erst 55 dann 57 dann 60 ......jetzt bei 65*

Da waren die verschiedensten Regierungen daran beteiligt.

Aber dann hat sich doch, egal wie die Wirtschaftslage im Land war, oder welche Parteien gerade an der Regierung waren, die Lage für die Erwerbsgeminderten tendentiell über die Jahrzehnte hinweg verbessert.

Gab es den in all den Jahrzehnten überhaupt mal Diskussionen oder Überlegungen diesen Bestandsschutz wieder zu kippen?

von
Fragen über Fragen

Zitiert von: Alex
Zitiert von: Schade

Das hat sich in den letzten 30 Jahren mehrfach geändert.

Erst 55 dann 57 dann 60 ......jetzt bei 65*

Da waren die verschiedensten Regierungen daran beteiligt.

Aber dann hat sich doch, egal wie die Wirtschaftslage im Land war, oder welche Parteien gerade an der Regierung waren, die Lage für die Erwerbsgeminderten tendentiell über die Jahrzehnte hinweg verbessert.

Gab es den in all den Jahrzehnten überhaupt mal Diskussionen oder Überlegungen diesen Bestandsschutz wieder zu kippen?

Was sollen diese Fragen? Was die Politik in der Vergangenheit beschlossen hat ist bekannt und was noch kommt, kann nicht vorhergesagt werden. Aktuell gibt es, so viel in der Öffentlichkeit bekannt ist, keine Überlegungen den Bestandsschutz zu kippen, allerdings können nur die zuständigen Politiker konkret etwas dazu sagen und eine Garantie gibt es nicht.

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