Frage zum Hinzuverdienst bei voller Erwerbsminderung

von
Michael Gube

Hallo,
habe einen 450 Euro Job begonnen. Nun habe ich gehört, dass man zwei Monate im Jahr da doppelte hinzuverdienen darf. Stimmt das?
Wie sieht das bei mir aus. Ich darf ja nur max. 15 Stunden in der Woche arbeiten. Hiesse das dann ich könnte in diesem Monat max. 60 Stunden arbeiten??
Muss so ein "Doppelmonat" der RV gemeldet werden oder kann ich den machen, wann ich will?

Vielen Dank,

Mfg,
M. Gube

von
W*lfgang

Hallo Michael Gube,

natürlich dürfen Sie die 450-EUR-Grenze 2x im Jahr bis zum Doppelten überschreiten (steht bereits im Rentenbescheid drin). Auch dürfen Sie dafür mehr an Arbeitszeit aufwenden.

Ob das alles letztendlich noch regelkonform mit der festgestellten EM ist? Lesen Sie dazu diesen Beitrag, letzter Eintrag:

https://www.ihre-vorsorge.de/index.php?id=326&tx_typo3forum_pi1[controller]=Topic&tx_typo3forum_pi1[topic]=27669

Es gibt dazu unzählige Anfragen in diesem Forum hier und kann nur im Individualfall geklärt werden - ob Sie wieder in der Lage wären, eine Tätigkeit unter den Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes von ü3 Std. auf _Dauer_ auszuüben, oder nur zur Lasten der eigenen Gesundheit mehr an Std. dafür malochen.

Schwammige Antwort? - richtig, weil es hier zwar eine 'Regelmäßigkeit' der nicht hinterfragten Zulässigkeit gibt (450 EUR/mtl. gelten regelmäßig als zulässige Beschäftigung), aber ...

Da Sie Ihre schon laufende Beschäftigung sicher der DRV mitgeteilt haben, können Sie einfach abwarten, ob da noch was nachkommt - das 2-malige Überschreiten ist ja aus Sicht Hinzuverdienstgrenze absolut zulässig.

Gruß
w.
PS: Es werden sicher noch Folgebeiträge mit sinnentleerten Beiträgen wie 'geh doch wieder voll arbeiten' und Ähnliches folgen - beachten Sie die einfach nicht. Mal sehen, wann der erste 'Troll' seinen 'guten' Namen dafür blank stellt ;-)

von
Michael Gube

Hi Wolfgang,
vielen Dank für die ausführliche Antwort!!
Werde gleich Montag früh mal die RV anrufen. Dann weiss ich es ganz genau.

LG,
Michael

von
Schorsch

Zitiert von: Michael Gube

Wie sieht das bei mir aus. Ich darf ja nur max. 15 Stunden in der Woche arbeiten.

Das ist nur ein unbestimmter Richtwert, auf den man sich nicht einfach verlassen sollte, da bei voller EM die tägliche Arbeitszeit stets UNTER 3 Stunden liegen muss, wenn man die gesetzliche Definition kleinlich auslegt.

Dass es AUSNAHMEN geben KANN, hat der User @W*lfgang ja schon angedeutet.
Ob aber tatsächlich so ein AUSNAHMEFALL vorliegt, muss individuell geprüft werden.

MfG

von
Simon

Ja Ausnahmen bestätigen die Regel.....aber andersrum gefragt sind den Fälle bekannt ......bei denen Entscheidungen der DRV getroffen wurden und hier auch entsperchend bekannt sind......Wolfang sollte dazu ja einen Erfaruhnsschatz haben.......da er ja tagtäglich mit dem Thema umgeht.....aber wie das dann Bundesweit....entschieden wird weiß wohl keiner ......ist wohl wie vor Gericht und auf hoher See....

MfG

Simon

von
W*lfgang

Zitiert von: Simon
Wolfang sollte dazu ja einen Erfaruhnsschatz haben
Simon,

ich bin nicht die DRV :-) ...die über diese - eher wenigen - Fälle urteilt.

Allerdings ist mir kein Fall bekannt geworden, wo ein früher 400/jetzt 450-EUR-Job irgendwie zu einem Ende der EM-Rente geführt hätte. Wie gesagt, die Anfragen/Rückmeldungen fehlen fast gänzlich und sind daher statistisch völlig unbedeutend. Allein das zeigt schon, dass das Problem/Std-Zahl kein wirkliches ist - in meinem Umfeld.

Betrachtet man das Forum hier, wie viele Anfragen dazu kommen im Jahr, 1x die Woche? Hat es bisher einen gegeben, dem die EMRT bei einem Minijob wg. 'krummer' Std.-Zeiten entzogen worden ist? Hier, nicht einen! ...was natürlich keine absolute Aussage sein kann ;-)

Gruß
w.

Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Gube,
bereits im Rentenbewilligungsbescheid erfolgt die Aufforderung der Rentenversicherung, jede Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu melden.
Wird eine Rente wegen voller Erwerbsminderung nicht ausschließlich wegen des Gesundheitszustandes gezahlt, sondern waren auch die Verhältnisse des Arbeitsmarktes zu berücksichtigen, kann die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit unter Umständen auch dazu führen, dass die Rente entfällt.
Sie haben im weiteren Diskussionswechsel angemerkt, sich für eine rechtsverbindliche Auskunft an Ihren zuständigen Rentenversicherungsträger wenden zu wollen. Über die mündliche Anfrage hinaus, empfiehlt sich die Mitteilung auf dem Schriftweg.