Frage zur Teil-EU-Rente!

von
nancyh

Hallo Ihr Lieben,

ich habe einen Antrag auf EU-Rente gestellt.
(Aus dem Krankengeldbezug, da dieser bald endet).
Reha etc. hab ich schon hinter mir.
Leider erfolglos.
Bin 37 und Kauffrau, komme aber wg. meinen psychischen und rheumatischen Problemen nicht mehr klar.
Mein Arzt meint, ich soll eine Rente auf Zeit beantragen, damit ich die Möglichkeit bekomme an mir zu arbeiten.

Meine Frage:
Ich rechne mit max. einer halben EU-Rente, da ich bestimmt bis zu 4 Stunden am Tag arbeitsfähig eingestuft werde
Was bedeutet das?
Ich hab meinen Rentenbescheid zur vollen Erwerbesminderungsrente.
-Würde ich dann davon 50% erhalten?
-Dürfte ich dann noch einen Teilzeitjob ausüben? Wie viel dazuverdienst? viele Stunden pro Woche?
-Würde dann meine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlen?
(diese zahlt ab 50% Berufsunfähigkeit)
-Muß ich während der "Bearbeitungszeit" krankgeschrieben sein?alg1 beziehen (krankengeld ist ja bald zu ende)?
-Darf man bis zur Entscheidung teilzeit arbeiten?
-Darf man evtl. diese Zeit mit einer selbständigkeit überbrücken (da könnte ich mir die Zeit selbst einteilen)

Viele Fragen, viele Sorgen...
Wäre supernett wenn mir jemand vorab helfen könnte.
Ich gehe natürlich auch noch zur Rentenberatung!
Eine Umschulung wird mir nicht genehmigt, da ich ja schon Kauffrau bin.

Rat vom Arzt: EU-Rente stellen. Bei teilweiser Genehmigung Teilzeitjob suchen und Therapie nebenbei machen.

Danke
nancy

von
Kurios

Na, wenn das keine Kuriosität ist. Der Eintrag am 02.04.2009 hat haargenau den gleichen Inhalt wie Ihr Beitrag. Und die Dame heisst auch Nancy.

Ach herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, müssen sie ja heute haben, denn im gesrigen Eintrag waren sie noch 37 Jahre. HAPPY BIRTHDAY!!!

Experten-Antwort

Zu Ihren Fragen geben wir Ihnen folgende Auskünfte:

1. Sie erhielten eventuell nicht die volle EM-Rente (Erwerbsminderungsrente), sondern eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, entspricht aber in der Höhe der halben vollen EM-Rente.
2. Sie könnten noch einen "Teilzeitjob" ausüben. Allerdings, würden wir dies zunächst mit dem Rentenversicherungsträger abklären, ob die (geplante) Beschäftigung und deren zeitlicher Umfang nicht rentenschädlich ist, also durch die Aufnahme einer entsprechenden Beschäftigung unsere Feststellung der "teilweisen Erwerbsminderung" wiederlegt wäre.
3. Da bei einer teilweisen EM-Rente mindestens die Mindesthinzuverdienstgrenzen gelten, könnten Sie derzeit auf jeden Fall bis zu 869,40 Euro hinzuverdienen, ohne die Hinzuverdienstgrenzen zu überschreiten. Diese können individuell aber auch höher liegen. Bitte fordern Sie eine Rentenauskunft EM-Rente bei ihrem Rentenversicherungsträger an. Dann können Sie, wenn die beitragspflichtigen Einnahmen der letzten drei Jahre vor dem Eintritt des Versicherungsfalles in Ihrem Rentenkonto gespeichert sind die für Sie geltenden Hinzuverdienstgrenzen aus dieser Auskunft entnehmen. Sollten Sie einen Rentenbescheid vor Beschäftigungsaufnahme bereits erhalten haben, so können Sie die Hinzuverdienstgrenzen natürlich diesem Bewilligungsbescheid entnehmen.
4. Für den Fall, dass das Krankengeld ausläuft, hat die Agentur für Arbeit im Rahmen der "Nahtlosigkeitsregelung" bis zur Entscheidung des Rentenversicherungsträgers Arbeitslosengeld zu zahlen.
5. Grundsätzlich können Sie auch bis zur Entscheidung arbeiten. Allerdings wäre eine eventueller Hinzuverdienst eventuell auf die Rente anzurechnen, mit der Folge, dass Ihre Rente nicht oder nur als Teilrente gezahlt wird.
6. Das gleiche gilt auch für die Möglichkeit der Selbständigkeit. Da Sie aber vermutlich einen Anspruch (s.o.) auf Arbeitslosengeld haben, würden wir empfehlen erst diese Nahtlosigkeitsregelung auszuschöpfen. Insbesondere kann eine Beschäftigung oder Selbständigkeit immer auch Einfluss auf die Entscheidung haben, ob volle oder teilweise Erwerbsminderung vorliegt.