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Fragen zum DRV-Rentenhöhenrechner

von
ratlos

Ich habe den Internet-Rentenhöhenrechner der DRV ausprobiert und dabei festgestellt, daß eine Rente für langjährig Versicherte ab 63 genauso hoch sein soll wie eine Rente wegen Arbeitslosigkeit ab 63.

Bedingung für die Arbeitslosenrente sind aber mindestens 52 Wochen Arbeitslosigkeit. Bei ALG 1 Bezug werden von der Arbeitsagentur 80 % der bisher gezahlten RV-Beiträge dem Rentenkonto gutgeschrieben.

Wenn in den letzten 12 Monaten vor Rentenbeginn nur 80% Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden, kann die Rente doch nicht genauso hoch sein wie bei 100% Rentenversicherungsbeiträgen im Fall einer Rente für langjährig Versicherte!

von
Wolfgang

Hallo ratlos,

&#62; Ich habe den Internet-Rentenhöhenrechner der DRV ausprobiert

Link dazu bitte ...

Ansonsten ist alles relativ, Wenn SIE schon wissen, dass das ALG 1 nur mit 80 % in die Berechnung einfließt, verstehe ich Ihre Frage nicht so ganz. Renteninformation nehmen, weiterrechnen bis Rentenbeginn xx.xx.xxxx und EP um 20 % runter fürs letzte Jahr, fertig :-) ...dazu braucht&#39;s keinen Rechner. Ganz &#39;schlimm&#39; wenn der Betreffende objektiv/subjektive Alo gar ohne Leistungsbezug nachweist - dann passt das letzte Jahr ja nun gar nicht.

Die Rentenrechner (ob per Web-Interface, EXL-Tabelle oder manuell auf dem Papier, sind nur Näherungswerte) ... 20 % Mehr/Minderbetrag (Brutto für 1 Jahr, max. 2) dürfte zum geplanten Rentenbeginn kaum von Bedeutung sein, sofern exorbitante Abschläge die Rente eh in den Keller reißen. Wer es weiß, korrigiert es eben manuell.

Gruß
w.

von
zelda

Hallo ratlos,

ich nehme mal an, Sie meinen diesen Rentenhöhenrechner:

http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_12288/SharedDocs/de/Navigation/Rente/rentenbeginnrechner__node.html__nnn=true

Es hat schon seine Richtigkeit, wenn die Höhe beider Renten gleich ist. Die Berechnung der Altersrenten erfolgt immer nach dem gleichen Schema, mal abgesehen davon, daß zum Schluß eventuell mit unterschiedlichen Abschlägen gerechnet wird. Nur die Anspruchsvoraussetzungen für die unterschiedliche Renten sind anders.

Es wird immer Ihr gesamtes (bisheriges) Versicherungsleben für die Berechnung zugrunde gelegt.
Oder anders ausgedrückt: Stellen Sie sich vor Sie haben einen arbeitslosen Versicherten, der die Voraussetzungen für beide Renten erfüllt: Er hat das 63. Lebensjahr vollendet, hat mindestens 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten (dies wären die Voraussetzungen für die Rente für langjährig Versicherte) und hat ebenso die Voraussetzungen für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit erfüllt.
Dieser Rentner darf auswählen, welche Rente er gezahlt haben möchte. Er muss nicht unbedingt die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit wählen, auch wenn er die Voraussetzungen für diese Rente erfüllt. Egal welche Rente er wählt, wird diese erst mal aus seinen zurückgelegten Zeiten berechnet. (Und hierzu kann bei einer Rente für langjährig Versicherte auch zuletzt ein Jahr mit Arbeitslosengeld I zählen).

Unterschiede bei der Rentenhöhe können sich dann aus unterschiedlich hohen Abschlägen ergeben, diese waren bei Ihnen anscheinend gleich hoch.

(Es ist natürlich bei unterschiedlich hohen Abschlägen zumeist sinnvoll, die Rente mit den wenigsten Abschlägen zu wählen.)

Allerdings würde ich auf die Berechnungsergebnisse des Rentenhöhenrechners nicht allzu große Stücke geben, für mich ist das eher „Spökenkiekerei“.
Ähnlich wie bei der Renteninformation wird hier für die Berechnung der zukünftigen Altersrente für die Zukunft auf den Durchschnittswert Ihrer Beitragszeiten aus den letzen fünf Jahren zurückgegriffen.
Dabei kann naturgemäß gar nicht berücksichtigt werden, ob und wie lange jemand in der Zuknft Arbeitslosengeld I bezieht und damit – wie Sie richtig feststellten – nur noch 80 % der Beitragsbemessungsgrundlage von der Arbeitsagentur gezahlt und zugrunde gelegt werden.

In diesen Fällen zukünftiger Arbeitslosigkeit wird der errechnete oder besser „vorausgesagte“ Rentenbetrag dann wohl regelmäßig zu hoch sein.

Noch ungenauer wird das Ganze im übrigen, wenn die Renteninformation aus einem Versicherungskonto erstellt wird, das nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht. Renteninformationen werden auch aus Versicherungskonten erstellt, bei denen entweder zuletzt vor Jahren oder schlimmstenfalls noch nie eine Kontenklärung durchgeführt wurde.

Als einzig halbwegs seriösen Wert der Renteninformation (sofern das Konto aktuell ist) sehe ich da nur die Höhe der Regelaltersrente aus den tatsächlich zurückgelegten Versicherungszeiten an.

Also: Nehmen Sie die Zahlen des Rentenhöhenrechners bitte nur als (äußerst) groben Anhaltspunkt.

MfG

zelda

von
Wolfgang

Hallo Zelda,

gut erklärt, wo die Tücken in diesen Online-Rechnern liegen - auch wenn sie dem wirklichen Rentenbetrag ziemlich nahe kommen ...und von den paar Nuancen abgesehen, die es individuell zu hinterfragen/klären gilt.

&#62; Als einzig halbwegs seriösen Wert der Renteninformation (sofern das Konto aktuell ist) sehe ich da nur die Höhe der Regelaltersrente aus den tatsächlich zurückgelegten Versicherungszeiten an.

...nicht dass man auch eine Rentenauskunft punktgenau zum Rentenbeginn/den Abschlägen unter Individualbedingungen anfordern könnte. Was sie gilt, sieht man dann im Laufe der nächsten Jahre ;-)

Gruß
w.

von
zelda

Hallo Wolfgang,

genauso in etwa wollte ich meinen Beitrag verstanden haben:

Nicht einfach anhand von 3 Zahlen die Rente errechnen, sondern

Antrag auf Kontenklärung / Rentenauskunft stellen, damit das Versicherungskonto auf den aktuellsten Stand bringen und dann etwas verlässlichere Zahlen erhalten.

Wenn man dann noch die Beiträge für die Zukunft berücksichtigen will, nutzt man den V 210 --> http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/nn_18858/DRVB/de/Inhalt/Formulare__Publikationen/Formulare/Versicherung/__DRVB__Paket__Versicherung__Kontenklaerung.html.

Leider lassen sich auch damit keine zukünftigen
Zeiten des Arbeitslosengeldbezuges berücksichtigen.

Den Rentenhöhenrechner kann man allenfalls für grobe Schätzungen (so nach dem Motto "Sind's 100 Euro oder 1000 Euro an Rente" nutzen.

MfG

zelda

Experten-Antwort

Beim Rentenhöhenrechner müssen Sie ja die fiktive (hochgerechnete) Rentenhöhe eingeben. Hierbei wird eine durchschnittliche Hochrechnung vorgenommen und nicht ausdrücklich ein ganz konkreter Sachverhalt unterstellt. Denn dann müssten so viele Details in die Prognoseentscheidung mit eingebaut werden, dass man den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen würde. Die Gefahr wäre viel zu groß, dass man bei den Annahmen viel zu viele &#34;Fehler&#34; einbaut. Was liegt also näher als es bei einer durchschnittlichen Hochrechnung zu belassen.
Zur Verdeutlichung nur mal eben zwei Beispiele. Es könnte ja sein, dass jemand arbeitslos ist und tatsächlich noch bis zu 15 Stunden in der Woche beschäftigt ist. Oder aber schon einige Zeit vor Beginn der Arbeitslosigkeit erhöhte sich der Verdienst ganz wesentlich, dann wäre die Steigerung ab der Erhöhung ja auch schon überdurchschnittlich und die Erhöhung während des ALG - Bezuges würde sich natürlich auch anteilig erhöhen. Im übrigen ist im Durchschnittswert ja eventuell auch schon eine Zeit des Arbeitslosengeldbezuges mitenthalten. Die Hochrechnung der Altersrente für langjährig Versicherte wäre demnach etwas zu gering. Aber so ist es mit Prognosen, sie werden nie ganz der Wahrheit entsprechen.
Um nicht missverstanden zu werden, alle Hochrechnungen haben doch den Sinn, eine generelle Entscheidung treffen zu können, ob und wann kann ich in Rente gehen und ist meine Existenz finanziell ausreichend gesichert. Den exakten Rentenbetrag kann ich wirklich erst meinem künftigen Rentenbescheid entnehmen.