Fragen zur Teilrente/Widerspruch

von
MillaKamilla

Schönen guten Morgen,
wenn man vor Erstellung des Rentenbescheides eine Information der DRV erhalten hat das man nun als teilweise erwerbsgemindert eingestuft wurde und beim Arbeitgeber nachfragen soll ob ein geeigneter Arbeitspatz vorhanden ist, man aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden ist, und der Arbeitgeber zwar eine freie Stelle hat, man aber keinesfalls arbeitsfähig ist...

A: Kann man sich dann nach Ablauf der bereits zuvor bewilligten vollen EM-Rente weiter krankschreiben lassen (wirklich arbeitsunfähig)
und
B: Kann das bereits in der Vorinformation mitgeteilte Ergebnis über die Teilrente von der DRV wieder ganz zurückgenommen werden, wenn man dieser und dem Arbeitgeber mitteilt das man zu Termin X nicht arbeiten kann? Man müsste ja nach Ablauf der vollen Rente wieder arbeiten.
und
C: Es ist eine Frist auf dem Schreiben angegeben bis wann man reagieren muss, damit letztendlich ein Bescheid erstellt werden kann. Ab wann gilt diese Frist ?
Ab Eingang des Briefes zuhause oder dem Stempel in dem Brief ( Ausstellungsdatum)?
und
D: Ist ein Widerspruch möglich vor Bescheideingang?Oder ähnliches?

Mit der Bitte auch um eine Expertenantwort.

MfG MillaKamilla

Experten-Antwort

Hallo MillaKamilla,

ich fange mal mit der letzten Frage an:

D - Sie können erst Widerspruch einlegen, wenn eine endgültige Entscheidung getroffen wurde und Ihnen der Bescheid vorliegt.

B - Inwieweit Sie im Laufenden Verfahren noch Einfluss auf die Entscheidung nehmen können, ist schwer zu sagen. Ich sehe die Chancen eher gering. Der Sozialmedizinische Dienst des RV-Trägers ist offensichtlich anhand aller ihm vorliegenden Informationen zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie (wieder) in einem bestimmten Umfang über drei Stunden am Tag arbeiten können. Sollte sich jetzt seit dem Weitergewährungsantrag Ihr Gesundheitszustand noch weiter verschlechtert haben, können Sie das natürlich mitteilen (und mit ärztlichen Unterlagen belegen). Allein Ihre subjektive Einschätzung wird jedoch sicher nicht zu einer neuen Prüfung führen. Diese müssten Sie im Anschluss mit einem Widerspruch versuchen...

C - Fristen beginnen regelmäßig mit Eingang beim Betroffenen, pauschal gilt ein Schreiben mit dem dritten Tag nach Aufgabe zur Post als eingegangen. In Ihrem Fall handelt es sich aber nicht um eine rechtlich wichtige Frist (wie z.B. bei einem Widerspruch). Es geht lediglich darum, das Verfahren nicht weiter zu verzögern. Sie können jederzeit die Sachbearbeitung informieren, wenn es vielleicht doch ein paar Tage länger dauern sollte, die Antwort zu erhalten.

Und letztlich zu A - Die Frage der Arbeitsunfähigkeit liegt in der Beurteilung Ihres Arztes, inwieweit Ihnen dann Lohnfortzahlung oder Krankengeld zustehen würden, müssten Sie mit Arbeitgeber bzw. Krankenkasse klären. Ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoll sein könnte, die angebotene Teilzeittätigkeit zumindest mal zu versuchen, aber ich kenne natürlich die konkreten Umstände nicht und kann mir daher kein Urteil erlauben.

von
Marianne

Sie sind jetzt vom sozialmedizinischer Dienst von der vollen EMR auf teilweise EMR eingestuft worden. Das heist bei Ihnen ist gesundheitlich etwas passiert. Vielleicht eine erfolgreiche OP ect. Wenn Sie und Ihre Fachärzten anderer Meinung sind, dann müssen Sie Widerspruch einlegen. Sie können sich glücklich schätzen, daß Sie noch eine Arbeitsstelle haben. Andere waren vor Ihrer Erwerbsminderungsrente arbeitslos. Und wenn man viele Jahre nicht mehr gearbeitet hat, wie soll man da noch eine adäquate Stelle finden. Und die Empfehlung der Experten/in das Sie es erstmal mit der Teilzeitstelle probieren sollen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. So nach dem Motto - probieren geht über studieren - .
Aber wie gesagt letztendlich entscheiden Sie ganz alleine. Sie werden das Richtige tun.
Viel Glück.

von
MillaKamilla

Danke für ihre Antworten.
Noch eine Frage an den Experten.
Diese Vorinformation das ich als teilweise erwerbsgemindert eingestuft wurde, kann aber nicht wieder gestrichen werden, oder? Da ich ja nicht arbeiten kann und dies auch mitteilen werde. Weitere Krankschreibung folgt.Wo immer ich auch Geld herbekomme.

Mein Krankheitsbild hat sich sogar verschlechtert. Zu diesem Gutachter möchte ich mich hier nicht äussern. Es war einfach nur schlimm!
Also in Widerspruch werde ich definitv gehen. Wenn ich arbeiten könnte würde ich das natürlich tun. Das Geld das ich bekommen würde, liegt ja noch unter Hartz4.

Und danke Ihnen auch Marianne. Glück kann ich jetzt mehr als gut brauchen.
MillaKamilla.

Experten-Antwort

Zitiert von: MillaKamilla

Noch eine Frage an den Experten.
Diese Vorinformation das ich als teilweise erwerbsgemindert eingestuft wurde, kann aber nicht wieder gestrichen werden, oder?

Hallo MillaKamilla,

es tut mir leid, wenn ich Ihnen dazu jetzt nichts definitives sagen kann. Verbindlich ist erst der Bescheid - bis der erteilt ist, kann intern natürlich noch anders entschieden werden. Es wäre aber absolut nicht naheliegend, Ihnen dies erst mitzuteilen und eine Arbeitgeberanfrage zu starten und dann medizinisch nochmal umzuentscheiden. Zumal ja nach Ihren Angaben nicht von einer vollen Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit die Rede sein kann. Sie sollten sich also diesbezüglich nicht zu viele Gedanken machen.

von
=//=

Noch ergänzend zu den bisherigen Antworten möchte ich klarstellen, dass nicht ausschlaggebend ist, ob Ihr (früherer?) Arbeitgeber eine freie Stelle hat, sondern ob er Ihnen eine Teilzeitbeschäftigung vermitteln kann. Sie haben doch vermutlich einen Fragebogen von der DRV für den Arbeitgeber erhalten? Haben Sie diesen schon an den AG weitergeleitet?

Es sieht fast ein bißchen nach § 8 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes aus: wenn Sie ein Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt UND im bisherigen Beruf von 3 - unter 6 Stunden haben, muss geprüft werden, ob Ihnen ein Teilzeitarbeitsplatz zusteht (auch wenn Sie einen solchen zur Zeit aufgrund Arbeitsunfähigkeit nicht ausüben können).

Je nachdem, was der AG antwortet, wird vielleicht sogar die volle EM-Rente gezahlt. Aber ohne Kenntnis aller Fakten kann hier nur spekuliert werden.

von
MillaKamilla

Hallo =//=,

vielen Dank für ihren Rat! Ich war auf einer Teilzeitstelle vor Rentenbezug beschäftigt und der AG muss mir diesen Arbeitsplatz frei halten.Bzw. weiß ich das er frei ist. Das heißt ich habe den Bogen zum Ausfüllen noch nicht abgesendet, da ich nicht arbeiten kann und nicht weiß was ich nun machen soll? Arbeitsunfähig bin ich ja ohnehin. Was beinhaltet denn dieser Paragraph 8? Auf was zielt das Ganze ab? Es ist alles sehr verwirrend für mich und ich hoffe auf Hilfe.
Danke
MillaKamilla