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Freiwillger Späteinstieg für Selbständige

von
Jürgen P.

Ich interessiere mich für die Möglichkeit, als Selbständiger (Alter 40 Jahre, Akademiker, schon immer selbständig) freiwillig in die Rentenversicherung einzusteigen. Ist dies überhaupt möglich und wie (in etwa) berechnen sich die Beiträge hierfür?
Danke im voraus für die Hilfe.

von
Feli

Sie können jederzeit mit einer freiwilligen Beitragszahlung beginnen, solange keine Versicherungspflicht aus anderen Gründen vorliegt.
Die Beitragshöhe ist zwischen Mindest-(78,40 Eur) und Höchstbeitrag (1097,60 Eur)mtl. frei wählbar.
An Rentenanwartschaft erwerben Sie dadurch einen Anspruch von ca. 0,35 Eur pro Mindestbeitrag und ca. 4,80 pro Höchstbeitrag als lebenslange Rente (pauschale heutige Werte - ohne Dynamisierung und Kaufkraftverlust).

von
Jürgen P.

Vielen herzlichen Dank für die schnelle und freundliche Antwort.
Können Sie kurz erläutern, wie sich die Rentenhöhe errechnet? Wenn man jetzt beispielsweise 1000 Euro monatlich einzahlte...

von
Feli

Es ist linear. Wenn Sie 1000 Euro einzahlen, erwerben Sie ca. 4,32 Eur Rentenanwartschaft.

von
Akademiker?

25 Jahre mal 1000,-€ einzahlen ergibt:
25 mal ca. 4,80 monaltliche Rente
= ca. 120,-€ Rente (Lebenslang, je Monat).
Was haben Sie studiert?
Ich bin nur einfacher Arbeiter mit Hauptschule.

von
oder so

Zitiert von: Jürgen P.

... Wenn man jetzt beispielsweise 1000 Euro monatlich einzahlte...

1000 EUR/Monat entsprechen bei einem BS von 19,6% einem versicherten Brutto von 5.102,04 EUR/MOnat bzw. 61.224 EUR/Jahr - somit im Verhältnis zum versicherten Durschnitt von vorläufig 32.466 EUR eine Anwartschaft von 1,8858 EP x 28,07 EUR knapp 53 EUR Bruttorente für ein Jahr Einzahlung (oder 4,41 EUR wenn man unbedingt Monatswerte angeben will).

von
Jürgen P.

@oder so
danke....das hieße dann bei 25 Beitragsjahren (25 x 53) eine Monatliche Bruttorente von 1325 Euro, richtig?

von
oder so

Zitiert von: Jürgen P.

@oder so
danke....das hieße dann bei 25 Beitragsjahren (25 x 53) eine Monatliche Bruttorente von 1325 Euro, richtig?

Näherungsweise nach heutigen Werten und Zahlen, ungeachtet der restlichen Rentenbiografie vorher JA
ABER: Sie haben bis dahin auch 300.000 EUR (bzw. mehr, wenn Sie über die Jahre adäquat zu den 1000 EUR heute einzahlen) reingesteckt (1000 EURx 12 Mon.x 25 Jahre) - und wissen nicht, wie der Rententopf in den kommenden 25 Jahren noch reformiert wird ;-)

von
W*lfgang

Hallo Jürgen P.

die "Rendite" sieht vielleicht auf den ersten Blick mau aus - real könntens 2 - 3 % werden, oder auch gegen Null gehen.

http://www.deutsche-rentenversicherung-hessen.de/DRVHS/de/Inhalt/Servicebereich2/Toplinks/Rendite.html?nn=59478

Vorteil Rente: ein gesetzlich abgesichertes System, das seit 100 Jahren funktioniert und jede (Finanz-)Krise überstanden hat, da nicht Kapital gedeckt, sondern Umlaufsystem - Sie bezahlen mit Ihrem Beitrag die heutigen Renten, und dürfen dafür (Grundgesetzlich garantiert) erwarten, dass dies künftige Generationen für Ihre Beitragsleistung auch tun werden.

Vorteil Rente: Ggf. steuerlicher Vorteil im Hinblick auf diese Beitragsaufwendungen (Steuerberater fragen), dann sieht die "Rendite" vielleicht schon besser auf.

Vorteil/Nachteil Rente: Vielleicht (!) zusätzliche Absicherung künftiger Hinterbliebener - kommt auf deren Einkünfte an, ggf. ist das ganze eingezahlte Geld dann einfach weg.

Nachteil Rente: das allgemeine Rentenniveau wird abgesenkt, die Rente verliert damit von Jahr zu Jahr an Wert - pro Jahr vielleicht (nur) 0,5 % gemessen an der Kaufkraft.

Nachteil Rente: die heutige Altersgrenze 67 ist nicht gesichert, das Rentensystem kann 'plötzlich' ganz anders aussehen.

Sie sollten sich auch Angebote privater Anbieter einholen, was die aus einem Monatsbeitrag von 1000 EUR machen können - Vertragsbedingungen _genau_ lesen!

Und sich in einer örtlichen Beratungsstelle auch noch mal informieren, was Ihr Rentenkonto bisher 'hergibt', ob nicht ein früherer Rentenbeginn (mit 63, dann 14,4 Abschlag auf die Rente) möglich wäre.

Auch hier ein Hinweis auf Erfahrungswerte: Sie wären der Erste, der aus Sicht 'hoher' Rendite freiwillige Rentenbeiträge einzahlen würde, statt das Geld in anderen (gesicherte!) Anlagenformen zu parken.

Gruß
w.

Experten-Antwort

Dem sehr ausführlichen Beitrag von W*lfgang kann ich mich nur anschließen. Alles weitere sollten Sie doch in einem persönlichen Beratungsgespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung abklären. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link "Service/Beratungsstellen" ermitteln. Man kann dort erst anhand der gespeicherten Daten in Ihrem Versicherungsverlauf eine genaue Aussage treffen, ob die freiwillige Beitragszahlung überhaupt erforderlich bzw. zweckmäßig ist. Gleichzeitig werden selbstverständlich Vor -bzw. Nachteile besprochen und die „Rendite“ ist auch dabei.