Freiwillige Beiträge

von
Rudolf van Bentum

Meine Frage ist:kann man durch freiwillige Beiträge seine Rente erhöhen ?
Wenn ja, gibt es dann dafür eine Formel oder eine Tabelle wie das Verhältnis - Einzahlung zu mehr Rente - ist. Oder anders gefragt wie hoch ist der Freiwillige Beitrag für 1 Rentenpunkt ?
Ich selbst bin 61 Jahre alt, habe 45 Rentenbeitragsjahre voll und möchte meine spätere Rente aufbessern.

Experten-Antwort

Hallo Rudolf van Bentum,

sofern Sie derzeit rentenversicherungspflichtig beschäftigt sind, ist eine gleichzeitige Zahlung von freiwilligen Beiträgen neben Pflichtbeiträgen nicht möglich.
Es besteht jedoch die Möglichkeit, einen möglichen Rentenminderungsbetrag durch Einmalzahlungen auszugleichen. Diese Möglichkeit besteht auch, wenn man eine Rente für besonders langjährig Versicherte aufgrund der 45 Jahre Wartezeit ohne Abschläge in Anspruch nehmen möchte.
Sie können sich unabhängig davon ausrechnen lassen, wie hoch die maximale Rentenminderung und der hierfür erforderliche Ausgleichsbetrag wäre, wenn Sie bereits mit Vollendung des 63. Lebensjahres in Altersrente für langjährig Versicherte gehen würden.
Diesen Betrag oder auch nur einen Teilbetrag könnten Sie dann bis zur Vollendung des 63. Lebensjahres einzahlen und trotzdem einen späteren Rentenbeginn wählen.
Der eingezahlte Betrag wird in von Form von Entgeltpunkten für Zuschläge bei jeder - auch späteren - Rente berücksichtigt.
Sie können sich über die Höhe und die Auswirkungen der Einzahlungen in jeder Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung persönlich beraten lassen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Rudolf van Bentum
Wenn ja, gibt es dann dafür eine Formel *) oder eine Tabelle
änzend zum Experte/in-Beitrag:

Schauen Sie in dieses Merkblatt (Seite 35), da finden Sie zumindest Näherungswerte, was die Ausgleichszahlung für Rentenminderung xyz kostet:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/BayernSued/de/Inhalt/Allgemeines/Pool_BY/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2017_1.html

Individuell lässt sich das auf den Cent genau errechnen, so haben Sie aber zumindest eine Ahnung davon, um welche Laufzeiten nach Einzahlung/Amortisationsphase es geht - von der reinen Rendite verglichen mit priv. 'Sofortrenten' gar nicht schlecht, kombiniert mit etwaigen Steuervorteilen - wird ja immer besser :-) Und wann Sie dann den letzten Cent Auszahlung über die erhöhte Rente wieder raushaben, na, da können wir nur spekulieren ...80 dürfte kaum reichen/da schon könnten Sie bereits 1,80 tief liegen, bis dann die jüngere Witwe den letzten Cent Mehrrente in ein Vergissmeinnicht-Trockengesteck oben drauf gestellt hat. Wenn Sie wirklich nicht wissen, wo Sie die letzten 50 - 100.000 EUR noch parken können, dann denken Sie drüber.

Gruß
w.
*) vereinfacht: 1000 EUR freiwilliger Beitrag ergeben rd. 4,50 Monats-Brutto-Rente ...ohne Abschläge, ohne KV/PV, ohne ggf. ESt. 'Rendite' schlicht gerechnet = 5 %.
Bei der Ausgleichszahlung für die Rentenabschläge geht man – auch nach unabhängigen Berechnungen - von rd. 3 % Rendite aus.

Und, wie oben erwähnt, mal Nachfragen gehen ...

von
Werner67

Wenn Sie genau einen Entgeltpunkt erwerben wollen, müssen Sie Beiträge entrichten, die genau dem Jahresdurchschnitt für 2017 entsprechen.
Das Problem dabei: der Durchschnitt steht natürlich erst fest, wenn das Jahr vorbei ist und die Statistiken ausgewertet wurden.
Wenn man vom derzeit geschätzten Durchschnittsverdienst ausgeht, ergibt sich:

37.103,- EUR x 18,7% = 6.938,26 EUR

als Beitragsaufwand, um einen Entgeltpunkt zu erwerben.