Freiwillige Beiträge in der Selbständigkeit

von
Josephine

Sehr geehrte Experten,

ich bin 47 Jahre alt und war seit 1987 mit wenigen Jahren Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung.

ich habe mich im Februar 2012 selbständig gemacht, nachdem ich im selben Monat noch ALG bezogen habe und mich inzwischen vor Ort in ihrem Haus zweimal ausführlich beraten lassen um keine Fristen zu versäumen. Man sagte mir, ich müsse bis Ende diesen Monates anfangen, freiwillige Beiträge einzuzahlen, um meine Erwerbsunfähigkeitsrente aufrecht zu erhalten und nicht eine Wartezeit von drei Jahren zu haben.

Weiterhin sagte man mir, dass ich - wenn ich einmal in die freiwillige Versicherung eingetreten bin, NICHT wieder rauskönne. Selbst wenn ich - was geplant ist, 2015 eine Festanstellung in meinem therapeutischebn Beruf bekommen würde, würden die freiwilligen Beiträge weiterlaufen.

Im Internet lese ich jedoch, dass der freiwillige Beitrag frei wählbar zwischen dem Mindest- und dem Höchstsatz ist und man jederzeit einzahlen könne oder dieses lassen.

Mir sagte man vor Ort, dass ich den festen Prozentsatz vom Einkommen freiwillig zahlen müsse oder (da ich mich erst vor zwei Jahren selbständig gemacht habe mit dem Existenzgründerzuschuss) noch ein Jarh den halben Beitrag vom Pflichtbeitrag zahlen müssen, ca. 254 Euro und danach den Mindestbeitrag von ca. 528 Euro? Ich könne auch ein einkommensabhängiges Modell wählen, was aber in etwa das gleiche sein dürfte.

Ich finde, diese Aussage wiederspricht sich mit dem, was auf Ihren Seiten steht.

Leider nimmt seit heute morgen um 8 Uhr niemand in den Warteschleifen der Servicenummern mein Gespräch an.

Bitte um Auskunft!!

Herzlichen Dank

Josephine

von
rosebud

Hallo Josephine,

Sie verwechseln Pflichtbeitrag und freiwilligen Beitrag!

Sie wurden sicher beraten, die Versicherungspflicht nach § 4 Abs. 2 SGB VI zu beantragen. Dann passt Ihre Aussage, dass Sie "bis Ende diesen Monates anfangen [müssen], freiwillige Beiträge einzuzahlen, um meine Erwerbsunfähigkeitsrente aufrecht zu erhalten ...". Es handelt sich dann aber um Pflichtbeiträge. Vergessen Sie also alles, was Sie zur freiwilligen Versicherung bzw. zu freiwilligen Beiträgen gelesen haben.

Die Aussagen zur Beitragshöhe (Regelbeitrag, halber Regelbeitrag oder einkommensgerecht) sind dann auch schlüssig.

Im Übrigen endet die Versicherungspflicht auf Antrag mit der Beendigung Ihrer selbständigen Tätigkeit.

MfG
rosebud

von Experte/in Experten-Antwort

Sie bringen hier einiges durcheinander ...

Vielleicht helfen Ihnen folgende Broschüren weiter:

"Freiwillig rentenversichert: Ihre Vorteile"

"Selbständig – wie die Rentenversicherung Sie schützt"

Die Broschüren finden Sie auf http://www.deutsche-rentenversicherung.de

von
Josephine

Herzlichen Dank,

ich habe den Unterschied verstanden.

Ich arbeite kunsttherapeutisch mit Menschen in verschiedenen Kliniken als selbständige Honorarkraft. Dazu künstlerisch mit Menschen mit Behinderungen. Kreativ und mit Märchen. Der Kunstaspekt liegt im Vordergrund, ich arbeite ohne Rezept und nicht aufgrund einer Diagnose. Die Kunden finanzieren dies für Ihre Einrichtungen und Patienten durch Stiftungsgelder oder Spenden oder finanzieren es selbst.

Es hieß 2012 vor Ort, ich sei nicht rentenversicherungspflichtig. Obwohl meine Selbständigkeit sehr gut läuft, strebe ich langfristig eine Kombination an aus angestellt sein und ergänzend selbständig sein an, ich möchte mit bald 50 Jahren nicht mein Leben lang selbständig sein. Ich würde mit meiner Nebenbeschäftigung dann in etwa das gleiche Einkommen erzielen, wie mit meinem Festeinkommen.

1) Worauf muss ich da bei der Rentenversicherung achten?

2.) wenn ich in Zukunft wieder angestellt wäre und nebenberuflich selbständig, richten sich die Beiträge aus dieser Selbständigkeit für die Rente dann nach Einkommen oder muss ich für diese dann zusätzlich zu den Abgaben aus dem Angestellenverhältnis den vollen Regelbetrag zahlen?

3) Ist es dauerhaft bindend, sich für den Regelbeitrag oder einkommensabhängige Zahlungen zu entscheiden oder kann man dies abhängig nach Auftragslage ändern?

Herzlichen Dank für Ihre Auskunft im Voraus

Josephine