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Freiwillige Beitragsnachzahlung Steuer

von
Röttgermann

ich muss wahrscheinlich mit 63 Jahren Rente mit 9,3% Abzug beantragen, da ich arbeitslos bin und keine Aussicht auf eine neue Beschäftigung habe.
Den Abzug von 9,3% könnte ich jedoch durch eine freiwillige Beitragszahlung ausgleichen.
Nun die Frage: muss ich das Renteneinkommen aus dem freiwilligen Beitrag auch versteuern?
Für sachdienliche Hinweise bedanke ich mich.

von
Jackson

Falls Sie mit Ihrer Rente überhaupt Steuerpflichtig werden,

http://www.kapital-rechner.de/rentenbesteuerung/

wird auch die volle Rente versteuert.
Allerdings sollten Sie genau rechnen,ob die freiwillige Zahlung sich wirklich rentiert.

von
Zukunftsrat

Die Rentenzahlung, einschl. der auf Basis des freiwilligen Beitrags ist steuerpflichtig. Wieviel Prozent davon hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab.

Im Gegenzug dazu ist die freiwillige Einzahlung in die Rentenkasse steuermindernd wirksam, d.h. im Jahr der Einzahlung vom steuerpflichtigen Brutto abziehbar. Auch dies je nach Jahr der Einzahlung mit einem bestimmten Prozentsatz, heuer 76% wenn ich nicht irre.

Das ganze resultiert aus dem Übergang zur sog. nachgelagerten Besteuerung durch das Alterseinkünftegesetz aus dem Jahr 2005.

von
Zukunftsrat

Zitiert von: Zukunftsrat

Die Rentenzahlung, einschl. der auf Basis des freiwilligen Beitrags ist steuerpflichtig. Wieviel Prozent davon hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab.

Im Gegenzug dazu ist die freiwillige Einzahlung in die Rentenkasse steuermindernd wirksam, d.h. im Jahr der Einzahlung vom steuerpflichtigen Brutto abziehbar. Auch dies je nach Jahr der Einzahlung mit einem bestimmten Prozentsatz, heuer 76% wenn ich nicht irre.

Das ganze resultiert aus dem Übergang zur sog. nachgelagerten Besteuerung durch das Alterseinkünftegesetz aus dem Jahr 2005.

Ach, Entschuldigung. Gerade sehe ich noch, dass Sie ja derzeit arbeitslos sind. Also wahrscheinlich eh keine Steuern zahlen im Moment. Da wirkt sich dann die Einzahlung natürlich auch nicht mehr steuermindernd aus, von welchem Brutto sollte denn was abgezogen werden.

Evtl. fahren Sie also besser, wenn Sie ihr verfügbares Geld "frei" anlegen, statt es in die Rentenkasse einzuzahlen. Folgende Aspekte sind dabei zu bedenken:
- Sicherheit und Rentabilität einer Anlage (vertrauen Sie hier nicht nur einer Bank, sondern holen Sie Vergleichsangebote ein bzw. fragen Sie eine Verbraucherberatung)
- Steuer: Bei einer freien Anlage versteuern Sie "nur" die Erträge. Im Gegensatz dazu bei einer Einzahlung in der GRV oder eine Rürup-Rente die gesamte Auszahlung.
- Vererbbarkeit: Bei einer freien Anlage könnten Sie den jeweils verfügbaren Rest vererben, in der Rentenkasse verfällt's (oder wird unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Hinterbliebenenrente).
- Langlebigkeitsrisiko: In der GRV, aber auch in einer privaten Rentenversicherung spielt es keine Rolle, ob Sie 70, 80 oder 100 Jahre alt werden, die Monatsrente bleibt immer gleich. Im Gegensatz dazu müssen Sie bei einer freien Anlage mit einer Lebenserwartung planen, da ja die Substanz irgendwann aufgezehrt ist, also das Guthaben mal auf NULL sinkt, wenn Sie sehr lange leben. Dieses sog. biometrische Risiko der Langlebigkeit könnten Sie mit einer lebenslangen Verrentung absichern. Hier brauchen Sie Beratung einer Verbraucherzentrale, oder Sie lesen die aktuelle Ausgabe der Finanztest, enthält einen Test von privaten Rentenversicherungen genen Einmalzahlung. Auch hier ist die Abwägung zwischen Vererbbarkeit und Langlebigkeit zu treffen. In der privaten RV wird nur der Ertragsanteil steuerpflichtig.

So, jetzt sind Sie nicht näher an einer Entscheidung, aber zumindest liegen jetzt die Aspekte auf dem Tisch, die Sie berücksichtigen sollten.

Wünsche Ihnen alles Gute, bleiben Sie lange gesund!!

von
Röttgermann

Hallo Zukunfsrat,
vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen.
Mir hat das schon viel weitergeholfen.
Wird mich wohl vom Gedanken der GRV verabschieden.
Danke..

Experten-Antwort

Hallo Röttgermann,
im Großen und Ganzen hat Zukunftsrat die wichtigsten Punkte schön dargestellt. Daher möchte ich auf diese Ausführungen verweisen.

Ihre Frage ob gesetzliche Rentenbeiträge auf Grund einer freiwilligen Zahlung zu versteuern sind würde bereits mit `ja` beantwortet. Falls Sie mit Ihren Gesamteinkünften steuerpflichtig werden, dann ist auch der gesamte Rentenbetrag (Übergangsphase zur vollständigen nachgelagerten Besteuerung bis 2040; bei Rentenbeginn in 2013 wären es "nur" 66%, mit jeden Rentenbeginnjahrgang steigt dieser Prozentsatz) Grundlage für die Ermittlung Ihres steuerpflichtigen Einkommens.