Freiwilliges Jahr geleistet, kein Rentenanspruch !

von
tcschmidt

Hallo zusammen,

ich habe nach meiner Realschulzeit vom 01.09.1982 bis 31.08.1983 ein freiwilliges Jahr in einer Klinik gearbeitet. Entgelt habe ich nicht erhalten, dafür eine (nicht genutzte)Unterkunft und Verpflegung.

Nun stellte ich fest, dass für diese Zeit keinerlei Rentenzeiten und auch keine Beiträge berücksichtigt wurden.

Die Deutsche Rentenversicherung erklärte, dass vom Krankenhaus keine Rentenzeiten gemeldet worden wären. Automatisch könne sie das nicht berücksichtigen.

Auf meine Bitte um Nachversicherung teilte mir die Rechtsnachfolgerin des Krankenhauses mit, dass sie angeblich keine Unterlagen mehr habe.

Ich legte meine seinerzeit erhaltene Bescheinigung der Klinik vor und bekam dann ein Schreiben, dass meine Bescheinigung über das freiwillige JAhr ausreichen würde, um Rentenzeiten anerkannt zu bekommen.

Dies teilte ich der Rentenversicherung mit, die jedoch meinte, dass diese Zeiten nicht automatisch angerechnet würden.

Ich machte nochmal meine Ansprüche gegenüber der Klinik geltend und erhielt prompt ein Schreiben, in dem das Krankenhaus alle Ansprüche ablehnte und sich auf die Einrede der Verjährung berief.

Somit habe ich zum einen für das Jahr wirklich harter, geleisteter Arbeit in einem Krankenhaus ohne Bezahlung keinerlei Rentenbeiträge erhalten und zum anderen fehlt mir das Jahr bei der Berechnung meiner Rentenzeiten.

Vermutlich zählt Gottes Lohn mehr als Rente. :-(

Hat jemand einen Ratschlag oder eine Idee, was ich machen kann?!

Danke

von Experte Experten-Antwort

Hallo tcschmidt,

wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie im fraglichen Zeitraum ein freiwilliges soziales Jahr geleistet. Hierfür hätte Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung bestanden und die Klinik hätte die Beiträge in voller Höhe allein zahlen müssen.

Eine Anerkennung des freiwilligen sozialen Jahres in der gesetzlichen Rentenversicherung ist allerdings nur möglich, wenn die Beiträge auch tatsächlich gezahlt worden sind. Dies ist jedoch bei Ihnen nicht der Fall.

Es stellt sich nun die Frage, ob eine nachträgliche Zahlung der Beiträge möglich ist. Nachdem die Verjährung der Beitragszahlung grundsätzlich nach 4 Kalenderjahren nach der Fälligkeit eintritt, ist bei Ihnen die Beitragszahlung verjährt. Wenn die Verjährung eingetreten ist, können aber Beiträge nicht mehr wirksam zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden.

Zusammengefasst bedeutet dies leider für Sie, dass ich keine Möglichkeit für eine Anerkennung Ihres geleisteten freiwilligen sozialen Jahres in der Rentenversicherung sehe.

Ob sich aus dem Versäumnis der Klinik ggf. ein privatrechtlicher Schadensersatzanspruch nach dem BGB ergibt, kann ich nicht beurteilen. Diesbezüglich sollten Sie einen Rechtsanwalt für Privatrecht befragen.

von
tcschmidt

Hallo,

danke für die schnelle Antwort im Forum.

Die Klinik hätte die Möglichkeit, die Sachleistungen in Geldwerten Beträgen zu berechnen und die Summe x als Rentenversicherungsbeitrag zu zahlen. Die Klinik ist iaber nsofern fein raus, da die Verjährungsfristen abgelaufen sind.

Ein Anspruch nach BGB besteht wohl eher nicht mehr. Auch der Wechsel der Rechtsform der Klinik wird vermutlich Probleme aufwerfen.

Ich ärgere mich halt über diese Ungerechtigkeit. Seierzeit habe ich mir über Rente keine Gedanken gemacht.

Das Jahr in der Klinik, wo ich als besere Putzhilfe eingesetzt war, war schon nicht einfach. Es ärgert mich maßlos, dass noch nicht mal das Jahr als Zeit anerkannt wird (um auf die 45 Jahre zu kommen).

Ein Anwalt arbeitet (im Gegensatz zu mir Deppen) wohl eher nicht "umsonst".. Monetär wird das Jahr kaum was ausmachen.. ob sich der zweifelhafte Aufwand lohnt.. ich weiß es nicht..

Das nachgewiesene Zeiten nicht von der DRV anerkannt werden ist echt bitter und hat immer dann einen üblen Beigeschmack, wenn über Bankenhilfen und andere Dinge diskutiert wird.

Gruß und guten Rutsch..

von
Lissy

Die Guten sind in diesem Land meistens die Dummen.

von
tcschmidt

Zitiert von: Lissy

Die Guten sind in diesem Land meistens die Dummen.

Ja, dann bleibt mir halt nichts anderes übrig, als mein soziales Engagement als Geschenk an die Allgemeinheit und insbesondere das christliche Krankenhaus anzusehen.

Leider bin ich politisch nicht so interessiert, sonst würde ich mich zur Bundespräsidentin wählen lassen.. und dann alle Ehre dem Sold..

Gruß von einer frustrierten Pflegekraft, die das Privileg besitzt, nach 50 Arbeitsjahren dann mit 67 eine Rente von 900 Euro brutto zu erhalten.. da fühle ich mich schon etwas verwullft ..

von
tcschmidt

Zitiert von: Lissy

Die Guten sind in diesem Land meistens die Dummen.

Ja, dann bleibt mir halt nichts anderes übrig, als mein soziales Engagement als Geschenk an die Allgemeinheit und insbesondere das christliche Krankenhaus anzusehen.

Leider bin ich politisch nicht so interessiert, sonst würde ich mich zur Bundespräsidentin wählen lassen.. und dann alle Ehre dem Sold..

Gruß von einer frustrierten Pflegekraft, die das Privileg besitzt, nach 50 Arbeitsjahren dann mit 67 eine Rente von 900 Euro brutto zu erhalten.. da fühle ich mich schon etwas verwullft ..

von
Lissy

Ja so traurig ist das in unserem Land. Menschen wie Sie erhalten nach 50 J. schuften 900 Euro Rente. Da wo ich wohne wurde eine 40 J. alte Briefträgerin , also kleine Beamtin mit Bandscheibenvorfall in Pension geschickt. Sie bekommt mehr Pension mit 40 J. als Sie nach 50 J. in der Pflege. Ein Arbeiter der lange krank wird findet sich schnell wieder in Hartz 4 . Wir schauen da alle hilflos zu.

von
Frau Münster

Zitiert von: tcschmidt

Hallo,

danke für die schnelle Antwort im Forum.

Die Klinik hätte die Möglichkeit, die Sachleistungen in Geldwerten Beträgen zu berechnen und die Summe x als Rentenversicherungsbeitrag zu zahlen. Die Klinik ist iaber nsofern fein raus, da die Verjährungsfristen abgelaufen sind.

Ein Anspruch nach BGB besteht wohl eher nicht mehr. Auch der Wechsel der Rechtsform der Klinik wird vermutlich Probleme aufwerfen.

Ich ärgere mich halt über diese Ungerechtigkeit. Seierzeit habe ich mir über Rente keine Gedanken gemacht.

Das Jahr in der Klinik, wo ich als besere Putzhilfe eingesetzt war, war schon nicht einfach. Es ärgert mich maßlos, dass noch nicht mal das Jahr als Zeit anerkannt wird (um auf die 45 Jahre zu kommen).

Ein Anwalt arbeitet (im Gegensatz zu mir Deppen) wohl eher nicht "umsonst".. Monetär wird das Jahr kaum was ausmachen.. ob sich der zweifelhafte Aufwand lohnt.. ich weiß es nicht..

Das nachgewiesene Zeiten nicht von der DRV anerkannt werden ist echt bitter und hat immer dann einen üblen Beigeschmack, wenn über Bankenhilfen und andere Dinge diskutiert wird.

Gruß und guten Rutsch..

Im Lande der Abzocker, Absahner und Arschkriecher sind Sachen wie freiwilliges Jahr etc. wirklich nicht angebracht. Sorry.

von
Weserbergland

Das ist doch nichts Besonderes!

Deutschland hat eine liberal-konservative Regierung. Denen geht es in erster Linie um das Wohlergehen von den Unternehmen, Banken, Industriellen und des Euro.

Die retten lieber die Banken und die finanzschwachen Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal mit Milliarden.

Für die sind die vielen kleinen Mini- Rentner Peanuts, die man mühelos untern Tisch fallen lassen kann. Da gibt man hin und wieder mal ein paar Lippenbekenntnisse ab, damit diese Blauäugigen bei Laune gehalten werden, aber das reicht völlig.

Und ein freiwilliges soziales Jahr bei der Rente berücksichtigen, da lachen solche Leute Hohn.

Das ist nun mal Realität, mit der man sich abfinden muß.

von
hassknecht

Zitiert von: tcschmidt

Zitiert von: Lissy

Die Guten sind in diesem Land meistens die Dummen.

Ja, dann bleibt mir halt nichts anderes übrig, als mein soziales Engagement als Geschenk an die Allgemeinheit und insbesondere das christliche Krankenhaus anzusehen.

Leider bin ich politisch nicht so interessiert, sonst würde ich mich zur Bundespräsidentin wählen lassen.. und dann alle Ehre dem Sold..

Gruß von einer frustrierten Pflegekraft, die das Privileg besitzt, nach 50 Arbeitsjahren dann mit 67 eine Rente von 900 Euro brutto zu erhalten.. da fühle ich mich schon etwas verwullft ..

Ja, das ist eine Sauerei. Ähnliches habe ich der Bahn auch gehört. Die wollen Ihre Beamten einfach loswerden und wenn da Betriebsprüfer des Finanzamtes, die liebend gerne größere Firmen genau prüfen möchten, dienstunfähig kaputt geschrieben werden, dies dann aber gar nicht sind und arbeiten wollen, platzt mir die Hutschnur.

Ist aber auch nicht ungewöhnlich, so läuft es seit Jahrzehnten in der Industrie auch. Ich keine aus meinem Verwandtenkreis keinen einzigen, der bis 65 gearbeitet hätte. Da gehen Menschen mit Mitte 50 und unter Zahlung von Zuschüssen aus der Arbeit. Die Zuschüsse wurden letztendlich aus Steuergeldern finanziert.

Diese Regelungen gibt es nicht mehr in dem Maße. Genau wie schwerbehinderungen. Seinerzeit hatte in der Tat jeder, der nicht gerade spucken konnte den "Schein". Heute ist da kaum dran zu denken... Anscheinend wachsen tote Nerven doch wieder nach, wenn ich mir die Begründungen manchmal so anschaue.

Beamte grundsätzlich zu verteufeln ist ein Fehler. Ich kenne derer doch einige und die "Privilegien" sind schon lange nur noch in der BILD existent. Der Arbeitsplatz ist relativ gesichert, dies ist ein Vorteil. Ansonsten sehe ich da oft nur längere Arbeitszeiten als nicht beamtete Kollegen, kontinuiierliches Streichen von Leistungen insb. im Krankenbereich, Kürzung Gehälter und und und..
der Föderalismus kommt noch hinzu. DAnn kann der NRW (SPD REgierung) Beamte erst mit 67 in Rente gehen, der Berliner schon mit 65.. der Sachse vielleicht schon mit 63 etc.

Ein Bekannter, der schon auf die 80 zugeht war Beamter am Gericht. Rechtspfleger oder so.. also schon recht hoch.

Der hat sage und schreiben fast 3000 Euro brutto Pension. netto macht es um die 2600 Euro nach Steuern. DAnn muss er für sich und seine Frau 800 Euro Krankenversiucherung zahlen. hat dann "nur" noch 1800 Euro Netto. Was aber zugegeben deutlich über dem Schnitt liegt.

Das ist wohl heute bei den Beamten auch anders. gerade im mittleren dienst sind die Pensionen mitunter sogar geringer als die der Rentner. Siehe Stiftung warentest.

Mich würde interessieren, auf welcher Basis die Rente der Fragestellerin basiert.. sicher nicht einer Vollzeitkraft??

und die Beamtin Post.. war die Vollzeit?

von
Antijammerlappen

Zitiert von: tcschmidt

Zitiert von: Lissy

Die Guten sind in diesem Land meistens die Dummen.

Ja, dann bleibt mir halt nichts anderes übrig, als mein soziales Engagement als Geschenk an die Allgemeinheit und insbesondere das christliche Krankenhaus anzusehen.

Leider bin ich politisch nicht so interessiert, sonst würde ich mich zur Bundespräsidentin wählen lassen.. und dann alle Ehre dem Sold..

Gruß von einer frustrierten Pflegekraft, die das Privileg besitzt, nach 50 Arbeitsjahren dann mit 67 eine Rente von 900 Euro brutto zu erhalten.. da fühle ich mich schon etwas verwullft ..


50 Jahre 400 Euro Job ?

von
Hunsrück

Zitiert von: Weserbergland

Das ist doch nichts Besonderes!

Deutschland hat eine liberal-konservative Regierung. Denen geht es in erster Linie um das Wohlergehen von den Unternehmen, Banken, Industriellen und des Euro.

Die retten lieber die Banken und die finanzschwachen Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal mit Milliarden.

Für die sind die vielen kleinen Mini- Rentner Peanuts, die man mühelos untern Tisch fallen lassen kann. Da gibt man hin und wieder mal ein paar Lippenbekenntnisse ab, damit diese Blauäugigen bei Laune gehalten werden, aber das reicht völlig.

Und ein freiwilliges soziales Jahr bei der Rente berücksichtigen, da lachen solche Leute Hohn.

Das ist nun mal Realität, mit der man sich abfinden muß.

Man kann aber sagen was man will.

Die Konservativen und Liberalen machen für ihre Wählerschicht (wohlbemerkt für ihre Wählerschicht) eine gute Politik.

Die fallen ihren Wählern nicht in den Rücken wie eine andere Partei, die ich hier nicht namentlich aufführen will.

Das muß auch mal gesagt werden.