Fremdeinwirkung Gesundheitsschaden

von
Michael Maier

Durch massives Mobbing wurde bei mir eine 1999 eine Psychose ausgelöst und ich war kurze Zeit in der Psychiatrie. Darauf folgte eine erfolglose Rehabilitation und erhalte seit dieser Zeit EU-Rente. Die dauerhafte Erwerbsminderung wurde also durch Fremdeinwirkung ausgelöst. Versucht die Rentenversicherung sich bei Gesundheitsschäden die durch Fremdeinwirkung entstanden sind sich die Kosten vom Schädiger erstatten zu lassen?

von
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Nein, durch Mobbing entsteht keine Regreßpflicht. Selbst wenn das Mobbing nur von einer Person/einem Schädiger ausgeht.

von
Nick L. Beck

Auf Basis von § 116 SGB X wird in durch Dritte verursachte Schadensfällen geprüft, ob Schädiger im jeweiligen Einzelfall in Regress genommen werden (können). M. E. findet diese Prüfung immer statt und wird nicht durch bspw. eine bestimmte Art eines Fremdschadens ausgeschlossen.

Ob "was zu holen" ist, ergibt dann die Einzelfallprüfung.

Experten-Antwort

Ein Anspruch auf Schadensersatz setzt voraus, dass durch ein Gericht dieser festgestellt wurde. Hierzu hat das Bundesarbeitsgericht ein Urteil (16.05.2007 – 8 AZR 709/06) gefällt, welches speziell Mobbingfälle betrifft. Zu beachten sind unter anderen auch Verjährungsfristen nach dem BGB (§199 Abs.2 / Verjährungshöchstfrist von 30 Jahren). Grundsätzlich sind auch psychische Gesundheitsschäden nach den §§ 823 ff. BGB zu ersetzen.
Besteht der Anspruch auf Schadensersatz und zahlt die gesetzliche Rentenversicherung eine Leistung (Rente), die auf das gleiche Schadensereignis zurückzuführen ist, geht dieser Anspruch auf die Rentenversicherung über. Machen Sie eine schriftliche Anfrage an Ihre zuständige Rentenversicherung. Diese hat eine Regressabteilung und prüft im Einzelfall das Vorgehen.