Fremdfragen

von
Dasinteressiertmich

Ich werde immer wieder von Bekannten, Freunden, Mitkaffeetrinkern befragt:

Du kannst so wunderbar mit Behörden umgehen, was muss ich eigentlich tun, damit Du wirklich ALLE Formalitäten mit der Deutschen Rentenversicherung für mich übernehmen kannst?

Meist lautet meine Antwort darauf: Gib mir bitte eine Vollmacht.

Aber nach einigem Schriftverkehr treten trotzdem Probleme auf:

Dabei meinen die Fragenden folgende Handlungen:

1. Anträge auf Kontenklärung/Kontenergänzung

2. Anträge auf Altersrenten/Renten wegen Invalidität/Berufsunfähigkeit/Erwerbsunfähigkeit/Erwerbsminderung

3. Anträge auf medizinische und berufliche ? Rehabilitation

4. sonstige Anträge für die Deutsche Rentenversicherung.

Spannende Fragen. Probleme traten in folgenden Bereichen auf:

Darf ich als Bevollmächtigter oder Betreuer (ja, das sollte die Antwort auf alle meine Fragen 1-4 sein) die behandelnden Ärzte - durch meine Unterschrift auf den Formularen der Deutschen Rentenversicherung - von der Schweigepflicht entbinden?

Darf ich einfach alle Formulare rechtsgültig unterschreiben?

Bin ich als Bevollmächtigter berechtigt, Beratung und Information für den Versicherten (korrekter Begriff?) zu erhalten?

von
Machts Sinn

Allein die Vollmacht berechtigt ja nicht zu all diesen Tätigkeiten, als Berater, Betreuer, Bevollmächtigter. Dazu braucht es doch auch einer amtlichen oder gerichtlichen Erlaubnis? Oder?

von
Emser

Zitiert von: Machts Sinn

Allein die Vollmacht berechtigt ja nicht zu all diesen Tätigkeiten, als Berater, Betreuer, Bevollmächtigter. Dazu braucht es doch auch einer amtlichen oder gerichtlichen Erlaubnis? Oder?

Frag doch mal DEINEN Betreuer...

von
Machts Sinn

Zitiert von: Emser
Frag doch mal DEINEN Betreuer...

hab´ keinen - aber falls das ein Angebot sein sollte: ach nein, danke, ich möchte nicht an einen wie dich ausgeliefert sein - und würde jetzt auch keine Vollmacht mehr erteilen.

von
Elisabeth

Macht Sinn, eine so weit reichende Vollmacht, dass du einer anderen Person ausgeliefert bist, ist unwirksam.

von
Vormund

Das kann in Deutschland schneller gehen als man sich das vorstellen kann.

Ein Bekannter von mir hat sich intensiv mit einem Gericht angelegt und vor allem mit einem Richter.
Den z.B. wegen Befangenheit angegangen.

Das Resultat, er wurde entmündigt.
Mein Freund war garantiert nicht von Sinnen. (Inzwischen gestorben)
Aber so viel zu dieser tollen Demokratie und Rechtsstaat in dem wir angeblich leben.

Vormund

von
B´son

Zitiert von: Machts Sinn

Allein die Vollmacht berechtigt ja nicht zu all diesen Tätigkeiten, als Berater, Betreuer, Bevollmächtigter. Dazu braucht es doch auch einer amtlichen oder gerichtlichen Erlaubnis? Oder?

Nein, braucht es nicht.
Ich kann meinem Bevopllmächtigten explizite Vollmacht erteilen für mich "dies und das" (also z.B. meine Kontenklärung zu erledigen, in meinem Namen den Rentenantrag zu stellen und zu UNTERSCHREIBEN, für mich Informationen einzuholen, etc.).-
Da brauch ich weder etwas notarielles noch irgendwelche gerichtlichen Beschlüße (das würde eher in die Richtung Betreuung gehen).

Was ich jedoch nicht durch meinen Bevollmächtigten erledigen lassen kann ist tatsächlich die Entbindung meiner Ärzte von der Schweigepflicht.

von
öha

Zitiert von: Dasinteressiertmich

Ich werde immer wieder von Bekannten, Freunden, Mitkaffeetrinkern befragt:

Du kannst so wunderbar mit Behörden umgehen, was muss ich eigentlich tun, damit Du wirklich ALLE Formalitäten mit der Deutschen Rentenversicherung für mich übernehmen kannst?

Warum beiten Sie den Bekannten nicht einfach Ihre Mithilfe und/oder Begleitung an? Dann kann derjenige sich selbst mit seinen Sachen auseinandersetzen, versuchen Zusammenhänge zu erkennen und verstehen! Das Problem besteht nämlich auch darin, dass Sie Rat und Auskunft richtig erhalten, es dem Betroffenen aber unter Umständen nur teilrichtig wiedergeben (können). Ihrer Anwesenheit bei Auskunfts- und Beratungsgesprächen dürfte nichts entgegenstehen, sofern Sie sich dabei nicht durch ständiges Halb- und Besserwissen oder Art und Weise der Gesprächsführung selbst disqualifizieren?! Helfen Sie anderen bitte nur soweit, wie Sie die volle Verantwortung für alles Tun und Unterlassen zu übernehmen bereits sind - Gutmenschen mit Helfersyndrom neigen gerne dazu, dass wenn es schief gegangen ist die Schuld erst bei allen anderen als beim eigenen Unvermögen zu suchen!

von
dg

Bei den erbetenen Hilfestellungen ist ziemlich schnell die Grenze zur "Rechtsdienstleistung" erreicht.

Deswegen lohnt sich ein Blick ins Rechtsdienstleistungsgesetz, nach dem Sie solche unentgeltlichen (!) Leistungen nur innerhalb "familiärer, nachbarschaftlicher oder ähnlich enger persönlicher Beziehungen" erbringen dürfen. Ansonsten benötigen Sie eine gerichtliche Zulassung. Das betrifft insbesondere den Bereich der Rentenberatung!