Fristen für Rentenantrag mit 63

von
Tanja

Hallo Zusammen,

gibt es eine Frist für die Beantragung der Rente mit 63? Es wird ja empfohlen 3 Monate vorher alles zu beantragen damit auch die Drittstellen alle Unterlagen vorbereiten können.
Wir haben aber nun den Fall, dass eine Mitarbeiterin bei der Rentenversicherung war und ihr da gesagt wurde, sie können ab 1.Oktober in Rente (mit 63) gehen. Also alles innerhalb einer Woche. Muss sie da eine Frist einhalten oder kann sie tatsächlich von heute auf morgen in Rente gehen und ihre Arbeit bei uns einstellen? Innerhalb einer Woche ist es gar nicht möglich einen Ersatz zu finden.
Oder gelten da die Kündigungsfristen?

Liebe Grüße
Tanja

von
santander

Das ist eine arbeitsrechtliche Frage. Kommt auf den Tarifvertrag / Arbeitsvertrag an.

Experten-Antwort

Hallo Tanja,

die Auskunft der Rentenversicherung bedeutet lediglich, dass zum 01.10. die Voraussetzungen für den Rentenanspruch gegeben sind. Ob dann zu diesem Zeitpunkt auch das Arbeitsverhältnis kurzfristig aufgelöst werden kann, ist eine arbeitsrechtliche Frage, die für die Rentenversicherung nicht relevant ist.
Eventuell kommt ja aber auch eine Weiterbeschäftigung im Rahmen der Hinzuverdienstgrenzen neben der Rente in Betracht (Stichwort: Flexirente). Also wenn z.B. der Verdienst im Zeitraum vom 01.10. bis 31.12.2018 die Grenze von 6300 Euro nicht überschreiten würde. Das kommt ja darauf an, wie Ihre Mitarbeiterin das gestalten möchte (will sie denn zum 01.10. kündigen?) und was im Rahmen des Arbeits-/Tarifvertrages zulässig wäre (ziemlich sicher gelten da Kündigungsfristen, die werden in der Regel nicht durch einen theoretisch möglichen Rentenanspruch ausgehebelt)...

von
Tanja

Vielen Dank für die schnelle Antwort. :)

Dann gelten also die ganz normalen Kündigungsfristen laut Tarifvertrag. Wir haben uns nun mit der Mitarbeiterin geeinigt, dass sie zum 1.November aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden kann.
So haben wir alle etwas mehr Zeit uns darauf vorzubereiten.

Freundliche Grüße
Tanja

von
senf-dazu

Oft gibt es auch eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne Kündigung bei REntenanspruch. Ob dies aber der frühestmögliche oder erst der Anspruch auf die Regelaltersrente ist, sei dahingestellt.
Aber so sieht doch alles brauchbar aus. Immer gut, wenn Rentner*innen nicht nur arbeiten wollen, sondern auch können, weil der Arbeitgeber noch mitspielt.

von
Flexi

.....
Eventuell kommt ja aber auch eine Weiterbeschäftigung im Rahmen der Hinzuverdienstgrenzen neben der Rente in Betracht (Stichwort: Flexirente). Also wenn z.B. der Verdienst im Zeitraum vom 01.10. bis 31.12.2018 die Grenze von 6300 Euro nicht überschreiten würde. .....

Dann passt es doch.

Zum 01.10. in Rente.
Den Oktober arbeiten und "Flexi" abrechnen.

von
W*lfgang

Zitiert von: Flexi
.....
Eventuell kommt ja aber auch eine Weiterbeschäftigung im Rahmen der Hinzuverdienstgrenzen neben der Rente in Betracht (Stichwort: Flexirente). Also wenn z.B. der Verdienst im Zeitraum vom 01.10. bis 31.12.2018 die Grenze von 6300 Euro nicht überschreiten würde. .....

Dann passt es doch.

Zum 01.10. in Rente.
Den Oktober arbeiten und "Flexi" abrechnen.

Ergänzend:

und selbst wenn die Beschäftigung noch bis zum 31.12. (mit mehr als 6.300) oder weiter 31.01. /28.02. läuft, ist unter dem Aspekt 'Flexirente' noch ein großer Teil der parallel möglichen Rente neben der Beschäftigung einfach abzusaugen möglich - dazu bedarf es Info von der nächsten Beratungsstelle, welche finanziellen Optionen für die Versicherte hier möglich sind :-)

Arbeitsrechtlich muss es der AG für sich alleine beurteilen, was geht/nicht geht - und nach gesetzlichen/tarifvertraglichen Grundlagen bewerten ...und wie 'wertvoll' eine etwaige Beschäftigung für den Betrieb sinnvoll wäre.

Gruß
w.

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