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Frührente bei 60%GdB möglich?

von
helmutmurr

Guten Tag.
Ich bin Jahrgang 1970, und habe bis dato knapp 22Jahre in die Rentenkasse einbezahlt.
Habe seit 5 Jahren 60%GdB wegen starkem Rheuma und psychischen Problemen.
Seit 2 Jahren bin ich fast ständig krankgeschrieben bzw. auf Reha/Wiedereingliederung.
Ich komme wegen meiner gesundheitlichen Probleme nicht mehr ins Arbeitsleben zurück.

Meine Frage:
Wenn mein Krankengeld aufgebraucht ist, dann bleibt wohl nur die Frührente übrig.
Wie läuft soetwas in der Regel ab?
Med.Dienst?
Ich habe eine BU-Versicherung, welche ab 50% Berufsunfähigkeit zahlt.
Ohne diese reicht die Frührente bestimmt nicht.

Kann man mir vorab ein paar Tips geben?

Danke
helmut

von
Rosanna

Hallo helmut murr,

nach längerem Bezug des Krankengeldes wird die KK Sie vermutlich zur Reha-Antragstellung auffordern!

Dann MÜSSEN Sie einen solchen Antrag stellen.

Der RV-Träger prüft von amtswegen, ob eine Reha-Maßnahme durchzuführen ist, wenn die Erwerbsminderung durch eine solche Reha-Maßnahme verhindert, behoben oder wiederhergestellt werden kann.

Ist dies NICHT der Fall, wird der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet. Dies macht die DRV, nicht die KK!

Dann MÜSSEN Sie auch einen formellen Rentenantrag stellen und es wird EM-Rente gewährt.

Wird dem Reha-Antrag entsprochen und Sie gehen in eine Reha-Maßnahme, wird nach der Entlassung darüber entschieden, ob EM vorliegt oder nicht. Stellt die DRV KEINE EM fest, läuft das KG irgendwann aus und Sie müssen sich arbeitslos melden.

Das ist der Vorgang mal in groben Zügen.

Die Schwerbehinderung von 60 % sagt nichts über eine Erwerbsminderung im rentenrechtlichen Sinn aus und ist einer solchen nicht gleichgestellt.

Die private BU-Versicherung springt meines Wissens dann ein, wenn von der Rentenversicherung auch eine EM festgestellt wird. Eine teilweise EM-Rente wegen Berufsunfähigkeit gibt es ja für Ihren Jahrgang nicht mehr. Und die gesetzliche Rente wird nicht nach Prozenten bemessen.

Sehr gut finde ich den Abschluss einer privaten BU-Versicherung, denn alleine die gesetzliche Rente reicht wirklich nicht aus.

MfG Rosanna.

von
Brille

Hallo Helmut!

Wie hier schon öfter dargestellt bedingt ein GdB in gewisser Höhe nicht automatisch einen Anspruch auf EM-Rente.
Wenn Sie ein vollständig geklärtes Versicherungskonto haben, dann wissen Sie aus der letzten Renteninformation, was als EM-Rente ca. in Betracht kommt.
Sind alle Reha-Verfahren bereits abgeschossen? Falls nein, so kann im Wege der Umdeutung aus einem früheren Antrag auf Reha ein Antrag auf EM-Rente werden (§116 SGB VI) - ob Sie diese Umdeutung annehmen oder nicht obliegt grds. Ihrer eigenen Entscheidung - außer die KK hatte schon zur Mitwirkung gem. §51 SGV V aufgefordert.
Ggf. können Sie die Aussteuerung (Ende des KG) abwarten und sich dann bei der Arbeitsagentur melden (§125 SGB III) - die wird dann sehr wahrscheinlich ein EM-Antragsverfahren von Ihnen verlangen.
Im Rahmen eines EM-Antrags geben Sie zunächst eine Selbstauskunft zum Krankheitsbild und benennen alle Ärtze und Behandlungen der letzten Jahre - dort werden i.d.R. vom Träger die Unterlagen angefordert, u.U. werden Sie auch zu einem Gutachter der DRV vorgeladen (wenn nicht die bisherigen Befunde schon für sich sprechen!).
Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für eine EM-Rente (allg. Wartezeit mit 60 Monaten und 36 Mon. Pflichtbeiträge innerhalb der letzten 5 Jahre vor dem Leistungsfall) dürften bekannt sein.
Die private BU können Sie ja schon vorab prüfen lassen - ggf. nimmt deren Feststellung positiven Einfluss auf das Rentenverfahren bei der GRV.

Wenn derzeit mehrere alternative, öffentlich-rechtliche, Leistungen in Betracht kommen (KG, ALG, EM-Rente): immer einen Netto-Vergleich machen, bevor zu schnell oder die falsche Leistung beantragt wird!

von
ich08

der GbB hat wenig mit rente zu tun, es gibt leute mit 90%GgB die arbeiten halt dann an einen behinderten gerechten arbeitsplatz.also mit arzt reden und wenn er die rente für richtig hält rentenantrag stellen (anträge bei stadt/gemeindeamt die helfen auch dabei oder beim vdk,gewerkschaften,caritas etc..)nach 2-4monaten gutachtertermin bei der rentenversicherung,nach 4-6monaten bescheid/entscheiden der rentenversicherung.auf alle fälle heißt es erst mal-warten,warten,wschnell geht gar nix.
viel glück

Experten-Antwort

Hallo helmutmurr,

die Beiträge von Rosanna, Brille und ich08 sind völlig korrekt - ich kann da nichts mehr hinzufügen.

von
Realist

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ich selbst habe ebenfalls einen GdB von 60 % nebst Merkzeichen &#34;G&#34;, beziehe eine BU-Rente nach altem Recht, gelte jedoch, unter den Bedingungen des ALLGEMEINEN Arbeitsmarktes, noch als VOLLSCHICHTIG leistungsfähig. Da ich nach dem neuen Rentenrecht - gültig ab 2001 - aufgrund meines Geburtsjahrganges keinen Berufsschutz mehr beanspruchen kann, steht mir danach KEINE Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit zu. In diesem Fall würde mir allerdings ganz bestimmt eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme (Umschulung) bewilligt. So einfach wie Sie sich das vorstellen, ist das also nicht mit der Rente!