Frührente > Regelaltersrente

von
@hekla

Ich beziehe z.Zt. zwangsläufig Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Was muss nun getan werden, wenn mein eigentliches Regel-Rentenalter von 65 Jahren eintritt und gibt es überhaupt diesbezüglich Veränderungen für mich? Ich danke für die Beantwortung meiner Frage und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

ihr @hekla

von
Schade

Altersrente ist Altersrente! Daher brauchen weder Sie noch die Behörde irgendetwas unternehmen.

Lediglich ab 65 dürften Sie unbegrenzt hinzuverdienen.
Am Zahlbetrag der Rente ändert sich gar nichts mehr.

von
zelda

Hallo @hekla,

da Sie bereits eine Altersrente beziehen, behalten Sie diese Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Ein Wechsel in die Regelaltersrente ist seit dem 01.08.2004 auch auf Antrag nicht mehr möglich (§ 34 Abs. 4 SGB VI) und auch nicht notwendig, da die Altersrente für schwerbehinderte Menschen auch über das 65. Lebensjahr hinaus gezahlt wird.

Einzige Ausnahme:

Es wurden Beiträge aufgrund eines Schadensersatzanspruches (§ 119 SGB X) nach Beginn Ihrer Altersrente gezahlt, dann wäre ist ein Wechsel möglich (§ 75 Absatz 4 SGB VI).

Anders wäre es, wenn Sie eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente oder eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung erhalten würden, diese Renten werden nur maximal bis zur Regelaltersgrenze gezahlt.

Nur wenn Sie neben der Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung noch eine Unfallrente der gesetzlichen Unfallversicherung beziehen und Ihre Altersrente deswegen ggf. gekürzt wird (§ 93 SGB VI), dann wäre eine Neuberechnung notwendig, damit der Freibetrag neu bestimmt wird. Dies sollte der Rentenversicherungsträger bereits von sich aus, also „von Amts wegen“ veranlassen, wenn nicht können Sie die Neuberechnung beantragen – sofern Sie auch eine Unfallrente beziehen.

Zum Abschluss noch zwei Anmerkungen:

Etwas Negatives:

Sofern Sie Ihre Altersrente für schwerbehinderte Menschen nur mit Abschlägen gezahlt wird (formal richtig ausgedrückt: die Anlage 6 Ihres Rentenbescheides weist einen Zugangsfaktor kleiner als 1 aus), so bleiben diese Abschläge auch über das 65. Lebensjahr bestehen. Dies gilt, solange die Rente gezahlt wird, bis zum Tod und auch in einer ggf. zu zahlenden Witwenrente.

Etwas Positives:

Sofern Sie neben der Rente eine Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit ausüben wollen, ab dem Zeitpunkt des Erreichens der Regelaltersgrenze gibt es keine Hinzuverdienstgrenzen mehr. Sie müssten also nicht die Grenze von 400 Euro / mtl. Für eine Vollrente einhalten.

MfG

Zelda

von
@hekla

Sowohl bei "Schade" als auch bei "zelda" bedanke ich mich für ihre umgehenden und absolut perfekten Antworten. Damit ist für mich der Fall geklärt.

noch ein schönes und erholsames Wochenende wünscht

@hekla

Experten-Antwort

Schade und Zelda:
klasse, ausfürhrlichste und korrekte Antworten.
Danke euch

Kleiner Zusatzhinweis:
Der Unbegrenzte Hinzuverdienst ab dem 65. Lebensjahr ist nur noch für Damen und Herren bis Jahrgang 1946 möglich.
Ab Jahrgang 1947 wird die Regelaltersgrenze, und die ist bei allen Altersrenten für die Hinzuverdienstbeschränkung maßgebend, angehoben. Ab diesen Jahrgängen ist ein unbegrenzter Hinzuverdienst also erst ab 65 Jahre plus xy Monate (Abhängig von Geb.Jahrgang) möglich.